MyMz
Anzeige

Show

Dickhäuter unter der Zirkuskuppel

Der Circus Afrika steht voll hinter seinen Elefanten. Bis zum 18. August gastiert er bei den Regensburg Arcaden.
von Daniel Steffen

Sanfte Riesen: Ihre Elefanten sieht die Thüringer Circusfamilie Weisheit als Familienmitglieder. Foto: Steffen
Sanfte Riesen: Ihre Elefanten sieht die Thüringer Circusfamilie Weisheit als Familienmitglieder. Foto: Steffen

Regensburg.Er ist der größte Circus der ehemaligen DDR und der letzte Circus Ostdeutschlands: In einer Branche, die mehr denn je um ihr Überleben kämpft, hat der Circus Afrika weiterhin Bestand. Auf eine über 50-jährige Tradition bringt er es mittlerweile – und die Thüringer Circusfamilie Weisheit setzt alles dran, damit diese Tradition auch weiter fortgesetzt wird. In Regensburg kann man sich derzeit einen Eindruck davon machen, was der Circus alles zu bieten hat. Auf dem Grüngelände neben den Regensburg Arcaden gastiert er bis zum 18. August –und zur feierlichen Premiere kam es am Donnerstagnachmittag.

Auch wenn zur Premiere zwar nicht jeder Platz besetzt war, füllten sich die Ränge unter der Circuskuppel für einen Wochentag außerordentlich gut. Und mehr noch: „Der Vorverkauf läuft enorm. Für uns ist das ein Riesenerfolg, über den wir uns natürlich sehr freuen“, sagt Circusdirektor Hardy Weisheit.

Sehen Sie hier mehr Bilder von der Premiere:

Circus Afrika gastiert in Regensburg

Die „Wappentiere des Hauses“

Einen gewissen Anteil daran haben zweifelsohne seine drei dickhäutigen Attraktionen, die man schon im Vorfeld von der Friedenstraße aus bewunderten konnte: Die Elefantendamen Tonga, Ghandi und Moya sind die „Wappentieres des Hauses“ und bringen zusammen ungefähr 15 Tonnen auf die Waage. Die älteste von ihnen, Ghandi, ist schon so alt wie die Circus selbst und auch dort aufgewachsen. Im Vorfeld gab es bereits Kritik an dem Auftritt der dressierten Elefanten im Zirkuszelt. Tierschützer kündigten für Freitag, Samstag und Sonntag Proteste an.

„Ein Leben ohne die Elefanten kann ich mir nicht vorstellen. So lange wie ich denken kann, sind die Elefanten schon in unserer Familie. Sie gehören einfach dazu“, sagt Hardy Weisheit. Die Tiere beschreibt er als „sehr liebevoll“ und „sehr sensibel“. Und er kann auch ein gängiges Sprichwort bestätigen: „Ein Elefant vergisst nie“, sagt Weisheit.

Sehen Sie hier ein Video vom Premierenabend:

Video: Daniel Steffen

Bis Tonga, Ghandi und Moya vor dem Regensburger Publikum ihren großen Auftritt hatten, mussten sich die Zuschauer gedulden: Am Ende der rund zweistündigen Show führten die mächtigen Tiere ihre Kunststücke vor. Bereits in der Pause aber konnte man mit den Dickhäutern auf Tuchfühlung gehen, sie streicheln und füttern. Der Einblick hinter die Kulissen kostete fünf Euro extra. Und wer den Elefanten besonders nah sein wollte, durfte auch mal auf einen Stoßzahn aufschwingen. Die unbändige Kraft dieser Tiere – man konnte sie nur erahnen.

Im Programm hat der Circus aber noch weitaus mehr als seine Dickhäuter. So begeisterte Circusprinzessin Kimberly mit ihrem holländischen Friesenhengst Aragon, während der Clown vor allem Kindern ein stetiges Lachen entlockte. Ashley und Jefrey Weisheit verzückten das Publikum mit Tuch- und Drahtseilakrobatik –und auch eine Araberhengstparade und eine Kamel-Show gab es im Zirkuszelt zu sehen. Als weitere Besonderheit holte sich der Circus Afrika mit Mai Ling eine Artistin vom Chinesischen Nationalcircus als Verstärkung: Elegant und anmutig, präsentierte sie ihre Künste am Trapezring.

Wir wollten von den Regensburgern wissen, was sie von Wildtieren im Zirkus halten:

Video: David Santl

Positiven Eindruck gewonnen

Das Programm, aber auch die Tiere hinterließen bei den Zuschauern einen bleibenden Eindruck –so wie bei der 16-jährigen Jane Buchholz. „Als Erstes habe ich auf die Tierhaltung geachtet. Ich finde schön, dass die Tiere hier liebevoll behandelt werden. Sie fühlen sich hier anscheinend wohl – und das ist die Hauptsache“, sagt sie. Auf diese Karte setzt auch Hardy Weisheit. „Wir wurden von verschiedenen Veterinärämtern in Deutschland mit der Note eins ausgezeichnet. Es gibt kaum etwas, was so häufig kontrolliert wird wie ein Circus.“

Vorstellungen des Circus Afrika sind donnerstags und freitags um je 17 Uhr, am Samstag um 15 und 19 Uhr und am Sonntag um 11 und 15 Uhr. Der Kartenverkauf startet 30 Minuten vor den Shows, nah gelegene Parkplätze gibt es in den Regensburg Arcaden.

Mehr Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht