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Die Challenge-Beine werden 2017 leichter

Künftig haben Bestzeitenjäger in Regensburg eine Chance. „Wir haben die vielleicht schnellste Radstrecke der Welt“, heißt es.
Von Claus-Dieter Wotruba, MZ

  • Gegen die Quälerei am Berg half beim Challenge 2016 die Anfeuerung zumindest ein wenig. Foto: altrofoto.de/Moosburger

Regensburg. Raus aus dem Wasser, rauf aufs Rad, weg vom Guggenberger See und keuchen, was das Zeug hält: So sah der Mittelteil des Challenge-Triathlons 2016 aus! 180 Kilometer per Rad zurückzulegen ist per se Herausforderung genug, die rund 1500 Höhenmeter am 14. August aber machten die Langdistanz rund um Regensburg noch härter. Am 13. August 2017 wird das Vergangenheit sein: Organisator Thomas Tajsich und sein Team haben ihre Schlüsse aus den Rückmeldungen der Athleten gezogen. Während beim Schwimmen der Landgang Teil des Wettkampfs bleibt („Die Reaktionen waren zu 100 Prozent positiv“) und sich auch am Laufkurs mit dem attraktiven Zieleinlauf am Dom nichts ändert, wurde Radstrecke angepasst.

Der Kreis um die Stadt wird dabei enger: Statt bisher zwei Runden werden ab 2017, wenn der Challenge gleichzeitig Austragungsort der deutschen Meisterschaft (2018 folgt die Europameisterschaft) ist, drei Runden gedreht. Das Wichtigste: Der steilste Anstieg bis nach Brennberg fällt damit flach. „Bisher hatten wir 500 Höhenmeter auf zwölf Kilometer im Kurs, die auch noch zweimal zu fahren waren“, schaut Thomas Tajsich auf einen quälenden Streckenteil. „Das aufgebaute Laktat kriegst du nicht weg.“

„Nur“ noch 600 Höhenmeter

Künftig werden davon nur noch rund 600 Höhenmeter übrig bleiben. „Bestzeitenjäger hatten bei uns bisher keine Chance“, sagt Tom Tajsich. Jetzt schon: „Wir bieten die möglicherweise schnellste Radstrecke der Welt“, sagt Tajsich, der es selbst „am liebsten wellig“ mag, wenn er auf dem Rad sitzt. Tajsich schätzt den Zeitgewinn für die Athleten „auf 20 bis 40 Minuten“ und weiß, dass er es auch damit wieder nicht allen Recht machen wird: „Die Hardcore-Fraktion wird uns dafür kritisieren, aber der Einstiegslevel war für manche zu hoch. Wir hatten schon im Vorfeld der Austragung im Sommer Mails bekommen, ob wir das nicht einfacher machen können.“ Den Erkenntnisgewinn des Triathlon-Comebacks nach den drei Ironman-Jahren von 2010 bis 2012 fassten die Organisatoren so zusammen: „Schneller, weniger hart, landschaftlich genauso herrlich, mehr Zuschauer, Solarer-Berg-Stimmungspotenzial, keine Windschattenproblematik.“

Die neue Strecke, für die Tajsich auf der Suche die Fühler durchaus in mehrere Richtungen ausgestreckt hatte, soll die Wünsche erfüllen, auch den nach mehr Stimmung. „Wir haben einen neuen Berg, der dafür ideal ist und den ich bisher gar nicht kannte“, sagt Thomas Tajsich über das „Projekt Stimmungsberg Petzkofen“.

Die Veränderungen bringen auch andere Erleichterungen. „Wir haben Brennpunkte entschärft“, berichtet Tajsich. „Brennberg zum Beispiel war nur schwer erreichbar, selbst für Leute mit Ortskenntnis.“ Jetzt kann ein Shuttlebus auch Zuschauer vom Schwimmstart in zehn Minuten ins Stimmungsnest an den Berg bei Aufhausen transportieren. Dazu wird die Abfahrt vom Guggenberger See erleichtert, der bei den Folgerunden nicht mehr passiert wird. Mit der Donaustaufer Brücke fällt ein verkehrstechnisch neuralgischer Punkt weg. „Wir waren und sind immer bemüht, die Bevölkerung mit einzubinden“, sagt Tajsich. „Jetzt haben wir zwar ein, zwei neue Orte, aber wir sind weg von der Autobahn in Wiesent, auch von der Bundesstraße und dazu werden auch die Sperrzeiten kürzer.“

2017 Konkurrenz in Hamburg

Es gibt noch weitere Lehren, die Thomas Tajsich aus 2016 zog. Immer mehr Starter sind nicht das Ziel. „In Deutschland den umgebenden Ländern gibt es ein breites Angebot an Langdistanzen. Man wird nie alle Athleten zufriedenstellen können. Der eine Athletentyp jagt Bestzeiten, der andere will ein möglichst hartes Rennen. Aber für Starterrekorde brauchst du das Ironman-Label. Da müssen wir uns nicht in die Tasche lügen“, sagt Tajsich und blickt zudem auf zusätzliche Konkurrenz. „2017 findet am gleichen Tag der neue Ironman-Wettbewerb in Hamburg statt.“ Ein Termin, der nach der Ironman-Nichtberücksichtigung zweifelsfrei nicht zufällig gewählt ist.

Ein neues Format für zwei

Doch Thomas Tajsich will der Challenge Regensburg einen eigenen Stil geben. „Wir wollen für Qualität und Innovation stehen – und für neue Ideen“, sagt der Organisator, der das Starterfeld für das kommende Jahr auf 600 Einzelstarter, 100 Staffeln und ein neues Format begrenzt. „Ich bin ein totaler Fan davon. Das ist wie die neue Single-Mixed-Staffel im Biathlon“, sagt Tajsich über die 300 Plätze der „Challenge for two“, bei der sich zwei Starter die Distanzen in den drei Disziplinen und auch das Langdistanz-Flair teilen können. „Wir haben das nicht erfunden, die Idee kam von einer Athletin.“

Aber in Regensburg wird es das erste Mal umgesetzt – ebenfalls nicht mit Begeisterung bei allen. „Aber rund 80 Prozent der Reaktionen sind positiv“, sagt Tajsich, der durch die bis 31. Dezember laufende Aktion glaubt, dass bis dahin alle Startplätze des neuen Wettbewerbs vergeben sind. „Für mich ist das ein weiterer Schritt, dem Challenge Regensburg einen eigenen, speziellen Charakter zu geben.“

Sonja Tajsich trainiert wieder

Übrigens: Auch Sonja Tajsich keucht nach der Geburt des zweiten Kindes im Sommer wieder im Training. St. Pölten, Zürich und Roth stehen für die ehemalige Profi-Triathletin auf dem persönlichen Plan 2017, Regensburg nicht oder nur eingeschränkt. „Höchstens ein Schwimmstart in einer Staffel“ sei drin, sagt Thomas Tajsich. „In der Organisation können wir aber nicht auf Sonja verzichten.“

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