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Die Dynamo-Fans waren besser als ihr Ruf

Die Risikobegegnung zwischen Dynamo Dresden und dem SSV Jahn blieb friedlich. Allerdings gab es zwei Diebstähle im Stadion.
Von Heinz Klein, MZ

  • Die Dynamo-Fans machten Stimmung und waren lautstark präsent. Fotos: Klein
  • Dynamo-Fans werden eskortiert.
  • Die Polizei war unüberschaubar stark vertreten.
  • Bei einem verbalem Gerangel lagen an der Nahtstelle zwischen den Fanblöcken für einigen Minuten die Nerven blank.
  • Das zweite Tor im Kasten des SSV Jahn, aus dem 13. Stock des benachbarten Hochhauses aus gesehen. Fotos: Klein
  • Bei den Jahn-Fans wuchs vorübergehend die Zuversicht.
  • Die Dynamo-Fans ließen gelbe und schwarze Bänder flattern. Foto: Klein

Regensburg. Wer am Samstagmittag am Bahnhof vorbeikam, der machte Augen. Ein beeindruckendes Großaufgebot an Polizei erwartete rund 500 schwarz-gelbe Dresdner Fans, die auf der Schiene nach Regensburg gekommen waren. Doch die mit einigen Befürchtungen verbundene Risiko-Begegnung zwischen Dynamo-Dresden und dem SSV Jahn erwies sich nur als fußballerisches Risiko für den Gastgeber, der es mit einer 3:2-Niederlage nicht schaffte, sein schmales Punktekonto aufzubessern.

Vorneweg die Wespenfarbe Schwarz-Gelb und dahinter jede Menge Blaulichtgeflacker: So zogen die etwa 500 Dynamo-Fans, eskortiert von einem starken Polizeiaufgebot, in zwei Blöcken zum Jahnstadion, wo etwa 2000 weitere Dresdner Fans eintrudelten. Auch vor dem Stadion sorgten oberpfälzer Polizeikräfte, verstärkt durch viel Bereitschaftspolizei, dafür, dass sich Dynamo-Fans und Jahn-Anhänger nicht zu nahe kamen. Beim Anmarsch blieben die Dresdner erstaunlich leise. Nur ein paar in den Himmel gereckte Stinkefinger und ein Flaschenwurf, der aber niemanden traf, waren die „Risikobilanz“.

Ein Knall und verbales Geplänkeln

Im Stadion setzten sich die Dresdner von Anfang an lautstark in Szene. Einheizer sorgten mit Megafon und Trommel für Stimmung und die Fans ließen gelbe und schwarze Bänder durch die Luft flattern. Bei den Jahn-Fans blieb es dagegen ziemlich still. Das weitgehende Schweigen steigerte sich nach dem dritten Gegentor zu einem eisigen Schweigen, während im Dresdner Fanblock die Post abging. Erst als die Jahn-Elf in der zweiten Halbzeit mit zwei Toren aufholte, kamen auch die rotweißen Fans in Stimmung und feuerten ihre Mannen an, die den Ausgleich aber nicht mehr schafften.

An der von vielen Ordnern gesicherten Nahtstelle zwischen den beiden Fanblöcken flog ein Kanonenschlag und explodierte mit ohrenbetäubendem Knall. Die Tat ging auf das Konto eines Jahn-Fans, auf den nun eine Anzeige wartet. Das sorgte für ein verbales Geplänkel durch die Stäbe des Abtrenngitters hindurch, was einige Dynamofans nicht auf die Palme, aber auf das obere Ende des Gitterzauns brachte. Doch auch diese drei aufgebrachten Herren blieben schließlich brav auf ihrer Seite.

Wenigstens auf der Einnahmenseite dürfte der Jahn ein erfreuliches Ergebnis verbuchen, denn das Stadion war mit 8742 Zuschauern so gut gefüllt wie schon lange nicht mehr. Allerdings gab es da zwei Wermutstropfen. Ein unbekannter Täter nutzte an einem Kartenverkaufsstand einen günstigen Moment der Ablenkung und griff in die Kasse der Kartenverkäufer. Die Diebesbeute dürfte in einem dreistelligen Bereich liegen, sagte später Albert Brück, der Sprecher des Regensburger Polizeipräsidiums. Und auch während des Spiels wurde Bares gestohlen: Diesmal aus der Kasse eines Getränkestandes. Weil sich beide Diebstähle im Gästebereich beziehungsweise am Zugang dazu abspielten, geht die Polizei davon aus, dass es sich bei den Tätern um Dresdner Fans handelt.

Flaschensammler machten dicke Beute Mit drei Punkten auf dem Konto und einiger alkoholischen Umnebelung in den Köpfen reisten die Dresdner Fans schließlich wieder ab. Sie hinterließen jede Menge leere Bierflaschen, die aber kaum in Scherben verwandelt, sondern in der Regel brav am Wegesrand abgestellt wurden. Und so machten eifrige Flaschensammler auf der Spur der Dresdner dicke Beute und schleppten ihre Leergutschätze in riesigen Plastiksäcken ab. Die Dresdner erwiesen sich gegenüber diesen inoffiziellen Reinigungskräften, die mit dem Leergut wohl ein bescheidenes Hartz-IV-Einkommen aufbessern, als überaus freundlich und drückten den Flaschensammlern sogar noch die leere Pullen in die Hand.

Auch der SSV Jahn hatte die Zahl der Sicherheitskräfte erhöht: Allerdings weniger wegen der vermeintlichen Gefährlichkeit der Dresdner Fans, als vielmehr wegen des verstärkten Zuschaueraufkommens.

Kommentar

So grün

Ende gut – alles gut. Und hinterher ist man immer schlauer und kann sich fragen: Hätte es diesen riesigen Aufwand auf Seiten der Polizei wirklich gebraucht?...

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SSV Jahn Regensburg auf FuPa
Fans von Dynamo Dresden im Anmarsch

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