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Protest

Die Grüne Jugend besetzte Parkplatz

Mit der Aktion wollten die Demonstranten auf ihre Forderung nach einer autofreien Innenstadt in Regensburg aufmerksam machen.
Von Hannah Mages

Anna Hopfe, Franziska Pletl, Eva Konen und Daniel Gaittet (v. l.) von der Grünen Jugend auf dem Kohlenmarkt. Foto: Hannah Mages
Anna Hopfe, Franziska Pletl, Eva Konen und Daniel Gaittet (v. l.) von der Grünen Jugend auf dem Kohlenmarkt. Foto: Hannah Mages

Regensburg.Eine Innenstadt frei von Autos, mit viel Platz für Grünflächen, Fußgänger und Fahrradfahrer - das wünscht sich die Grüne Jugend für die Zukunft Regensburgs.

Um Passanten auf den Platzverbrauch von Autos aufmerksam zu machen nahm sie deshalb am Samstag vier Parkplätze auf dem Alten Kornmarkt in Beschlag: mit Decken, Liegestühlen und einem Tisch bezogen sie am Morgen den Platz. Anna Hopfe, die derzeit für den Stadtrat kandidiert, freute sich über viele interessierte Passanten, die am Stand Halt machten: „Es gab zwar auch einige wütende Blicke, aber es waren auch schon viele freundliche Menschen da die uns zugewunken haben oder mit uns ins Gespräch gekommen sind.“

Demonstranten: Autos nehmen zuviel Platz ein

Man wolle keinesfalls provozieren, sondern auf den enormen Platz aufmerksam machen, der von Autos und Parkplätzen eingenommen wird, und der stattdessen auch in Grünflächen und Begegnungsorte für alle Bürger umgestaltet werden könnte. Nach der erfolgreichen Parkplatzbesetzung in der Gesandtenstraße wolle man jetzt auch am Kohlenmarkt auf die beengte Situation in der Innenstadt aufmerksam machen.

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Den Samstag habe man sich ausgesucht, weil dort zeitgleich der Donaumarkt stattfindet, und man so möglichst viele Passanten erreichen könne. „Wir sind der Meinung, dass dem Auto viel zu viel Platz eingeräumt wird. In Kombination mit den engen Gassen und den zugeparkten Flächen in der Altstadt verstärkt die Verkehrssituation das Engegefühl noch mehr“, erklärte Hopfe.

Langfristiges Ziel: Mehr Grünflächen

Eine Veränderung sei gerade auch für die Zukunft wichtig, denn durch den Klimawandel werde sich die Situation in den Städten noch verschärfen. „Als langfristiges Ziel brauchen wir mehr Grünflächen, denn es wird im Sommer stetig heißer werden, und gerade Asphaltflächen geben diese Hitze wieder ab und sorgen so für ein unangenehmes Klima in der Stadt.“

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Für die interessierten Passanten, von denen am Samstag einige am Stand nach dem Ziel der Aktion fragten, hatte man extra ein Quiz vorbereitet, dass über CO2-Emissionen und einhergehende Probleme aufklärte. „Vielen ist gar nicht bewusst, dass allein der Verkehr in Europa für ein Drittel der gesamten CO2-Emissionen verantwortlich ist“, erklärte Anna Hopfe. Daher sei es wichtig, die Menschen zu überzeugen, dass Auto öfter mal stehenzulassen und stattdessen mit dem Fahrrad in die Innenstadt zu kommen.

Der Protest

  • Ziel:

    Mit der Besetzung von vier Parkplätzen auf dem Alten Kornmarkt sollte demonstriert werden, dass Asphaltfläche auch als Begegnungsort genutzt werden könnte.

  • Dauer:

    Die von der Stadt genehmigte Aktion fand von 9 bis 12 Uhr statt. Im Anschluss waren die Parkplätze wieder benutzbar.

  • Ärger:

    Dennoch sorgten die fehlenden Parkplätze bei einigen Autofahrern, die am Samstagvormittag auf dem Kohlenmarkt nach einem Stellplatz suchten, für Unmut. Viele interessierten aber auch die Beweggründe hinter der Besetzung.

Dafür engagiert sich auch Franziska Pletl, die frisch zur Grünen Jugend gestoßen ist und für die Anmeldung der Aktion bei der Stadt zuständig war: „Die Altstadt muss freundlicher für Fahrradfahrer werden. Ich kenne viele, die gerne mehr Radfahren würden, sich aber nicht trauen, weil ihnen das durch die vielen Autos zu gefährlich ist. Ohne den ganzen Privatverkehr gäbe es auch weniger Lärm und Abgase.“

Gedrängel durch Touristen?

Und noch etwas findet sie beim Blick auf die Kennzeichen auffällig: „Wenn man sich mal umsieht, wer hier parkt, dann bekommt man schon den Eindruck, dass kaum jemand einen guten Grund hat, um mit dem Auto direkt in die Altstadt zu fahren. Der Großteil ist einfach zu bequem.“ Denn gerade Touristen würden sich mit dem Auto durch die Innenstadt drängeln oder bis zum Hoteleingang vorfahren.

Klar sei aber, dass Lieferverkehr, Busse und Krankenwägen weiterhin Zugang zur Altstadt brauchen, eine komplette autofreie Innenstadt werde es daher nicht geben. Wichtig sei dennoch der Ausbau des ÖPNV um Anreize für ein Umdenken zu schaffen.

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