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Geschichte

Die Mauer wirkte bis Regensburg

Eine Ausstellung im Donaueinkaufszentrum in Regensburg erinnert an die friedliche Revolution – und die Stasi. Auch ein Film zum Thema feiert Premiere.

Der Mauerfall – ein unvergessliches Ereignis Archivfoto: dpa

Regensburg.„Der November 1989 wird für mich unvergessen bleiben: Die Bilder aus den Städten der ehemaligen DDR, die friedliche Revolution und die euphorische Aufbruchsstimmung haben mich enorm tief beeindruckt“, so Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. „Seit dem Mauerfall liegt Regensburg nicht mehr am Rande, sondern in der Mitte Europas. Die Wiedervereinigung und der Zusammenbruch der Regime im Osten waren für die Entwicklung unserer Stadt von besonderer Bedeutung. Ein ganz neues Europa ist entstanden, das man in unserer Stadt überall spüren kann.“

Um an den Mauerfall vor 25 Jahren zu erinnern, wird die Behörde des Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU) gemeinsam mit der Stadt Regensburg am 22. Oktober um 18 Uhr die Wanderausstellung „Feind ist, wer anders denkt: Eine Ausstellung über die Stasi“ im Donaueinkaufszentrum (DEZ) eröffnen. „In der Ausstellung können die Menschen erfahren, wie und in welchem Ausmaß die Staatssicherheit im Westen gewirkt hat – auch in Bayern und der Region Regensburg. Gerade im 25. Jahr des Mauerfalls ist es wichtig, aus der Diktatur zu lernen, um Demokratie von heute zu gestalten“, erklärt Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen, der zur Eröffnung der Ausstellung erwartet wird.

Sowohl Jahn als auch Wolbergs haben sich in der vergangenen Woche mit einem persönlichen Schreiben an die weiterführenden Schulen in Regensburg und im Landkreis gewandt, um möglichst viele Schülerinnen und Schüler auf die Ausstellung aufmerksam zu machen. „Die Einzelschicksale zeigen sehr eindringlich, was es bedeutet hat, ins Visier der Staatssicherheit zu geraten“, erläutert OB Wolbergs.

Die Ausstellung informiert über das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in der DDR, die Stasi. Sie ist in zwei Kernbereiche gegliedert: Die Themenkreise der Täter-Ebene zeigen die wesentlichen Merkmale der Geschichte der DDR-Staatssicherheit auf. Zur Vertiefung einzelner Fragen werden ergänzende Exkurse angeboten. In der Betroffenen-Ebene begegnet der Besucher der Biografie von Menschen, die unter der Verfolgungspraxis der Stasi zu leiden hatten. Am Beispiel ihrer Erfahrungen werden die Auswirkungen der Stasi-Tätigkeit konkretisiert.

Die Wanderausstellung ist vom 23. Oktober bis zum 5. November montags bis samstags von 9.30 bis 20 Uhr im Donaueinkaufszentrum auf der Ausstellungsfläche im 2. Flur zu besichtigen. Führungen können über ausstellungen@bstu.bund.de kostenfrei gebucht werden.

Im Anschluss an die Ausstellungseröffnung wird einem ausgewählten Publikum im Ostentor Kino – noch vor der ZDF-Erstausstrahlung am 9. November – ein Film mit dem bekannten Regensburger Marcus Mittermeier gezeigt. Der Spielfilm „Zwischen den Zeiten“ spielt im Umfeld der Stasi-Unterlagenbehörde und beleuchtet aus heutiger Sicht die Spätfolgen von Stasivergangenheit und ihrer Aufarbeitung.

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