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ÖPNV

Die Nachtbusse fahren mit Kameras

Ab Mitte Oktober sind in Regensburg am Wochenende fünf Linien zwischen 0.30 Uhr und 4.30 Uhr im Stundentakt unterwegs.
Von Julia Ried, MZ

Die Fahrgäste in den Nachtbussen sollen sicher unterwegs sein – aus diesem Grund setzt der RVV auf Videoüberwachung.
Die Fahrgäste in den Nachtbussen sollen sicher unterwegs sein – aus diesem Grund setzt der RVV auf Videoüberwachung.Foto: Jaumann

Regensburg.Der Fahrplan für die probeweise Einführung von fünf Nachtbuslinien in Regensburg am Wochenende steht. Wie geplant, sollen mit Beginn des Wintersemesters an der Universität und vorläufig ein Jahr lang zwischen 0.30 Uhr und 4.30 Uhr fünf Busse im Stundentakt vom Hauptbahnhof aus in die Wohngebiete fahren, wie Verantwortliche von Stadt und Regensburger Verkehrsverbund (RVV) am Freitag bekanntgaben. RVV-Geschäftsführer Frank Steinwede kündigte an: „Wir werden diese Nachtfahrzeuge mit Videokameras ausstatten.“

Sukzessive will der RVV nun die ganze Fahrzeugflotte so aufrüsten. „Es ist rauer geworden in den Bussen“, erklärte Stadtwerke-Chef Manfred Koller. Der nächtliche Betrieb stelle die Verkehrsbetriebe aber, was die Sicherheit angeht, vor größere Herausforderungen als der tagsüber. Auch deswegen verfahre der RVV nach dem Motto: „Wir werden freiwillige Fahrerinnen und Fahrer suchen, die diesen Nachtbus auch fahren wollen“, erklärte Steinwede.

Auf Mittelbayerische Maps finden Sie den Busfahrplan für Regensburg:

Bis dato hätten sich „noch nicht ausreichend“ Fahrer bereiterklärt – doch Steinwede zeigte sich optimistisch, dass sich bis Mitte Oktober der Dienstplan füllen lässt.

Konkret steuert der RVV die Konradsiedlung, Pentling, Burgweinting, Dechbetten und Prüfening an. Die Linien N 1, N 8, N 9, N 10 und N 11 bedienen aber nicht exakt diesselben Haltestellen wie die tagsüber verkehrenden Busse mit diesen Nummern. Am 31. Mai legt der OB das Konzept dem zuständigen Stadtratsausschuss vor.

„Es ist schon ein Kraftakt, den wir da stemmen.“

Manfred Koller, Stadtwerke-Geschäftsführer

Der RVV benötigt in den Nächten zum Samstag und Sonntag zu den fünf Mitarbeitern, die sich ans Steuer setzen, und einem Reservefahrer eine Kraft für den Innendienst. Denn er muss die Leitstelle Steinwede zufolge „für den 24-Stunden-Betrieb öffnen“. Die steht etwa in Kontakt zur Polizei. „Es ist schon ein Kraftakt, den wir da stemmen“, sagte Koller. Für den Probebetrieb will der RVV weder Personal noch Fahrzeugflotte aufstocken.

Viel Vorlauf hatten die Zuständigen nicht: Sie hatten noch im Januar auf unsere Anfrage die Auskunft gegeben, es gebe „vorerst keinen Plan für eine Nachtbus-Testphase“. Als dann Verfechter des Angebots, etwa der Stadtjugendring und die Initiative Nachtbus, öffentlich protestierten (unsere Zeitung berichtete), schob die Gestaltungsmehrheit im Stadtrat das im Koalitionsvertrag für 2015 eingeplante Projekt wieder an.

Wolbergs räumte am Freitag ein, er sei „nie mit wahnsinniger Leidenschaft für den Nachtbus“ eingetreten. Dessen Einführung sei aber „politischer Wunsch“ gewesen. Die Kosten von 175 000 Euro halte er nun für „vertretbar“. Zudem habe ihm etwa der Jugendbeirat signalisiert, dass das Angebot wirklich angenommen werde.

Wie viele wirklich mitfahren und ob sie mit dem Liniennetz zufrieden sind, will der RVV etwa mittels Zählgeräten und Befragungen ermitteln. Nach einem Dreivierteljahr will die Stadt Bilanz ziehen. Ein konkretes Ziel, was die Fahrgastmenge betrifft, hat sie sich nicht gesetzt.

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Das Nachtbus-Konzept

  • Linien:

    Der Nachtbus der Linie 1 soll über DEZ und Alex-Center zur Pommernstraße fahren. Die Linie 8 verkehrt über die Uni nach Pentling, die Linie 9 über die Landshuter Straße nach Burgweinting, die Linie 10 über Kumpfmühl und die Klenzestraße nach Dechbetten. Der 11er-Bus fährt über die Wernerwerkstraße nach Prüfening.

  • Kosten:

    „Während der Testphase wird kein Nachtzuschlag erhoben, es gelten die normalen Tarife“, erklärte am Freitag RVV-Geschäftsführer Frank Steinwede. Studenten können die Busse mit ihrem Semesterticket nutzen. Sofern das Angebot die Testphase übersteht, will die Stadt jedoch nachts mehr für das Busfahren verlangen, etwa 1 oder 2 Euro.

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