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Caritas

Die Obdachlosen gehören zum Stadtbild

Die Aktion „Suppenküche“ machte zum Internationalen Tag der Obdachlosen auf die wohnungslosen Regensburger aufmerksam.
Von Sarah Sophie Ruppert

Diakon Michael Weißmann bedient zusammen mit Streetworker Ben Peter und dem Referenten für besondere Lebenslagen Tobias Mehrbrey einen Wohnungslosen. Foto: Sarah Sophie Ruppert
Diakon Michael Weißmann bedient zusammen mit Streetworker Ben Peter und dem Referenten für besondere Lebenslagen Tobias Mehrbrey einen Wohnungslosen. Foto: Sarah Sophie Ruppert

Regensburg.Eine Hand mit dem Schöpflöffel bewaffnet, hebt Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann den Deckel vom Topf und taucht die Kelle tief hinein. Heraus kommt eine heiße Kartoffelsuppe, die Geist und Körper beim Regenwetter mit Energie versorgt. Die Suppe dampft, nicht zuletzt, weil die Außentemperatur sinkt. Ein Wetter, das zeigt, welchen Bedingungen Obdachlose oft ausgesetzt sind, sagt Weißmann.

Gratis Suppe für alle

Die Caritas positioniert sich mit ihrer Benefizaktion „Suppenküche“ zum „Internationalen Tag der Obdachlosen“ in der Mitte der Gesellschaft: am Neupfarrplatz. Gratis verteilte die Caritas an jeden Regensburger die heiße Mahlzeit - egal ob mit oder ohne Obdach. Caritas-Streetworker Ben Peter sieht das pragmatisch, für ihn gehören die Obdachlosen zum Stadtbild, sie sind Teil der Gesellschaft. In Regensburg leben etwa 400 wohnungslose und 100 obdachlose Menschen, schätzen Experten der Caritas. Peter beziffert die Dunkelzahl als weit mehr.

Oft wird Obdach- und Wohnungslosigkeit von Suchtproblemen begleitet. Das eine begünstigt das andere, egal welcher Zustand zuerst eintraf. Nicht selten sind Menschen alleinstehend und haben keine sozialen Bindungen. Manche leiden zudem an einer psychischen Erkrankung. Erleichterung für die Personengruppe gibt es seit 2017 mit dem Regensburger Kälteschutzhaus. In der Landshuter Straße bietet es etwa 70 Plätze für Betroffene und hat nun ganzjährig auch über die Sommermonate geöffnet.

Ohne eigene Bleibe

  • Wohnungslose

    Wohnungslose sind Menschen, welche zum Beispiel bei Freunden oder kurzzeitig in einer Pension oder Einrichtung leben.

  • Obdachlose

    Obdachlose sind Betroffene ohne feste Unterkunft und „wohnen“ tatsächlich auf der Straße.

  • Hinweise

    Hinweise auf Obdachlose, die sich bei starker Kälte draußen befinden, können an die Caritas unter (0941) 502 11 13 gerichtet werden.

Wo hingegen Ben Peter aktiv die Betroffenen etwa am Bahnhof oder an Hot Spots in der Innenstadt aufsucht, bekommt Tobias Mehrbrey, Referent der Caritas-Wohnungs- und Obdachlosenhilfe, Besuch von seinen Klienten. Schnell und unkompliziert erhalten sie bei Mehrbrey Rat und Hilfe. Das können beispielsweise Themen zu Leistungsansprüchen oder zur Unterstützung bei der Wohnungssuche sein. Hier sei auch verwiesen, dass nicht nur die typisch suchtkranke, auf der Straße lebende Person an die Tür Mehrbreys klopft. Auch Menschen, welche mit dem Schicksal der Altersarmut und Berufsunfähigkeit zu kämpfen haben, berät der Mitarbeiter der Caritas.

Jeden kann es treffen

Das Los der Obdach- oder Wohnungslosigkeit kann jeden treffen. „Es ist nicht genetisch bedingt“, insistiert Dr. Stefan Gerhardinger, welcher die Leitung der Abteilung Soziale Dienste und Hilfen inne hat. Mit vielen Hilfsdiensten wie die Allgemeine Sozialberatung oder Suchthilfe ist die Caritas Kelheim sehr gut aufgestellt. „Wir haben als Caritas die Aufgabe genau hinzusehen“, sagt Diakon Michael Weißmann in ruhiger Stimme und möchte sich zusammen mit den Mitarbeitern der Caritas den wohnungslosen Menschen annehmen.

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