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Glaube

Die Oberislinger feiern St. Benedikt

Die Regensburger Pfarrgemeinde begeht das Fest ihres Patrons. Außerdem gibt es noch einen zweiten Grund zu feiern.
Von Josef Eder, MZ

Die Filialkirche St. Benedikt in Oberisling hat am Sonntag Patrozinium. Foto: Rainer Kühne
Die Filialkirche St. Benedikt in Oberisling hat am Sonntag Patrozinium. Foto: Rainer Kühne

Regensburg.Die Pfarrgemeinde Oberisling feiert am Sonntag, 16. Juli, um 10.30 Uhr mit einem Festgottesdienst das Patrozinium seiner Filialkirche St. Benedikt und die 200-jährige Zugehörigkeit der Filialgemeinde Oberisling zur Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt Hohengebraching. Generalvikar Michael Fuchs leitet die Messfeier.

Seit 200 Jahren gehört Oberisling, jetzt ein Stadtteil von Regensburg, zur Pfarrei St. Mariae Himmelfahrt Hohengebraching (Gemeinde Pentling). Zwei Kirchen prägen das Ortsbild. Die alte Dorfkirche St. Martin, die wie eine Trutzburg inmitten des alten Ortszentrums thront. Markant ist ihr stufenförmiger Turm. Um das Kirchengebäude herum ist der Friedhof angelegt. In Richtung Leoprechting wurde ein neues, dem Heiligen Benedikt geweihtes Gotteshaus gebaut. Jede der beiden Kirchen ist ein symbolträchtiges Wahrzeichen seiner Zeit.

Seelsorge schon im Mittelalter

Die Seelsorge in Oberisling nahm jedoch viele Jahrhunderte vorher im Frühmittelalter ihren Anfang. Kurz vor 980 nach Christus beurkundete Markgraf Berthold eine Schenkung von Ländereien bei „Ysininga“ an das Regensburger Kloster St. Emmeram. Die Fürstäbte hatten in Hohengebraching ihren Sommersitz. Bis 1802 war das Dorf mit der großen Regensburger Reichsabtei verbunden. Über frühere Kirchen in Oberisling, zu dem auch Unterisling gehört, verraten die Quellen nichts. Doch die Wahrscheinlichkeit, dass es nach dem Jahr 1000 im Ort eine Kirche gegeben hat, ist groß. Dafür sprechen der alte Adelssitz, die Nähe zum Kloster St. Emmeram und auch das Martinspatrozinium der alten Kirche.

St. Martin Oberisling ist die ältere der zwei Kirchen in dem Regensburger Ortsteil. Foto: Eder
St. Martin Oberisling ist die ältere der zwei Kirchen in dem Regensburger Ortsteil. Foto: Eder

In den 70er-Jahren brauchte Oberisling eine neue Kirche. St. Martin genügte den Anforderungen nicht mehr. Die 72 Sitz- und etlichen Stehplätze reichten auch bei Messen nicht mehr aus. Pfarrer Rupert Scheuerer trug sich mit den Gedanken des Kirchenbaues. Er fand aber kein Grundstück. Am westlichen Ortsrand hatte die Diözese zwar Land. Doch hier war ein Schwesternwohnheim für das Universitätsklinikum geplant. Erst nach einer Planänderung hatten die Islinger ihren Kirchenbaugrund. 1979 entstand der Kirchenbauverein. Das Architekturbüro Wenz und Zettl fertigte einen Plan.

1981 holte sich der Ort zur Feier von 1500 Jahre Geburt des Heiligen Benedikt den Grundstein aus dem Mutterkloster Montecassino. Im Jahre 1983 begann der Bau. Die Einweihung war am 15. Juli 1984 durch Bischof Manfred Müller. Initiator und Förderer des Bauwerkes war der damalige Hohengebrachinger Pfarrherr Georg Frank. Das Projekt war nicht unumstritten. Die Regensburger „Woche“ ließ an dem Plan nicht Gutes, da „St. Benedikt im Wasserloch“ wegen der notwendigen Pfahlgründung sehr teuer war und außerdem „nicht im Dorf“ gelassen lag. Die Lage sollte allerdings nach den Worten von Pfarrer Frank die Zusammengehörigkeit von Oberisling und Leoprechting verdeutlichen.

Weltpriester in der Seelsorge

In der Seelsorge waren im Mittelalter und der Neuzeit Patres aus St. Emmeram und teils Weltpriester zuständig. 1433 gehörte Hohengebraching und spätestens 1438 auch Isling – beide selbstständig – zur Stadtpfarrei St. Rupert. Beide Dörfer hatten einen Provisor. In der Folgezeit muss Isling zu Hohengebraching gehört haben, denn 1666 wurden Isling und Graßlfing davon getrennt. Isling wurde selbstständige Pfarrei. Die Säkularisation ändert in den Pfarrgemeinden vieles. Hohengebraching, das hauptsächlich aus Schloss und Kirche bestand, erhob man am 9. Februar 1817 zur Pfarrei, Oberisling ordnete man als Filiale bei. In Oberisling wurde immer wieder die Verbindung zur Mutterpfarrei offenbar. So wurde die alte Hohengebrachinger Orgel in Oberisling aufgebaut, als dort eine neue angeschafft wurde.

Das Pfarrfest

  • Programm:

    Im Anschluss an den Gottesdienst laden der Orts-Pfarrgemeinderat, die Kirchenverwaltung sowie der Orgelbauverein Oberisling zum Pfarrfest auf dem Kirchplatz ein. Für die musikalische Unterhaltung sorgt ab 13 Uhr die Ukulele-Fever-Band. Gerade die kleinen Gäste sollen an diesem Tag nicht zu kurz kommen. Märchenerzähler Olivier Machander wird Geschichten mit christlichem Hintergrund vortragen. Auch das Spielmobil der Stadt ist da.

  • Die beiden Kirchen:

    Der Altar der neueren St. Benedikt aus dem Jahr 1984 ist auf St. Martin ausgerichtet und 164 Meter entfernt von der älteren Kirche. Geschichtlich ist St. Martin ab dem 13. Jahrhundert greifbar. Im heutigen Bau stecken Reste einer spätromanischen Kirche. 1471 wurde in Rom für die Kirchenverschönerung ein eigener Ablass verfügt. (lje)

Quellen: Festschrift FF Oberisling von 1999, Bernhard Gietl; Kirchenführer St. Martin und Benedikt, Dr. Friedrich Fuchs.

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