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Die Schillerwiese ist jetzt fertig

Auch das Kunstwerk am nördlichsten Punkt der Donau steht nun. Vor der Umgestaltung gab es viel Ärger in der Bevölkerung.
Von Daniel Geradtz, MZ

Der Künstler Wigg Bäuml vor dem stilisierten Schiffsbug
Der Künstler Wigg Bäuml vor dem stilisierten Schiffsbug Foto: Geradtz

Regensburg.Kunstwerk besteht aus zwei Teilen. Der größere ist in seiner geschwungenen Form einem Schiffsbug nachempfunden. Auf ihm steht ein Häuschen, das ursprünglich begehbar gemacht werden sollte, was sich aber nicht mit dem Unfallschutz verbinden ließ. Das zweite Objekt ist einer Pergola nachempfunden. Mehrere blattförmige Aluminiumplatten stehen für den Weinbau an den Winzerer Höhen.

Runder Tisch wird initiiert

In seiner Ansprache blickte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs noch einmal auf den Umgestaltungsprozess der Schillerwiesen zurück: Im Januar 2013 ließ das Wasser- und Schifffahrtsamts (WSA) zum Hochwasserschutz eine Vielzahl von Bäumen roden, was zu heftigem Protest in der Gesellschaft führte. Federführend war in der ersten Phase der Bundnaturschutz (BN) mit dem Engagement seiner Mitglieder beteiligt. Der Verein organisierte eine Demonstration mit rund 400 Teilnehmern und eine Unterschriftenliste.

Gestaltung des Weges

  • Kiesbelag:

    Nachdem der Weg entlang der Donau im Bereich der Schillerwiesen verbreitert wurde, erhielt er in diesem Jahr einen neuen Kiesbelag.

  • Freigabe:

    Im Juni gab die Stadt den Dammweg wieder frei – allerdings zu früh. Eigentlich benötigt der Belag zwei Wochen, um sich zu setzen.

  • Problem:

    In der Folge lag die Kiesschicht locker auf dem Untergrund. Durch das Freischaufeln durch Radfahrer bildeten sich Spurrillen.

  • Beschwerden:

    Einige Radler beschwerten sich darüber, dass Stürze drohen würden, wenn sie aus den Rillen rutschen würden. Die umliegenden Kiesanhäufungen ließen die Radler förmlich versacken.

  • Setzungsprozess:

    An den Stellen, an denen die Steine verdrängt würden, könne es nicht zum üblichen Setzungsprozess kommen, erklärt Gartenamtsleiter Hans Dietrich Krätschell.

  • Gutachten:

    Das Gartenamt ließ ein Gutachten über den Zustand erstellen.

  • Reaktion:

    Die Stadt reagierte auf die Probleme. Zu Beginn wies sie Radfahrer auf die Gefahr hin. Später ließ sie die losen Steine abtragen.

Der BN formte sich ein Aktionsbündnis aus dem Bund Naturschutz, dem Landesbund für Vogelschutz, der Donau-Naab-Regen-Allianz und Vertretern von „Fest im Fluss“. Sie initiierten einen Runden Tisch, an dessen Sitzungen auch die Verwaltung und Kommunalpolitiker mitwirkten.

Das Bündnis erreichte, dass neue Bäume gepflanzt wurden. Außerdem wurden in der Donau seichte Kiesflächen angelegt, die von Fischen als Laichplätze genutzt werden. Mit dem Erreichten sind alle beteiligten Gruppen zufrieden. „Wenn es in dieser Stadt zu Konflikten kommt, lasst es uns so lösen wie an der Schillerwiese“, führte Dr. Josef Paukner, Sprecher der Donau-Naab-Regen-Allianz aus. Schon rasch nachdem der Runde Tisch etabliert wurde, feierten die Beteiligten die Schillerwiesen als gelungenes Kooperationsprojekt.

Vorurteilsfreies Miteinander

Für OB Wolbergs sind die Diskussionen um die Schillerwiese eng mit seiner Amtsübernahme im Mai 2014 verbunden. An seinem ersten richtigen Arbeitstag hätten die Gespräche stattgefunden. Auch das Stadtoberhaupt würdigte die vorbildliche Zusammenarbeit zwischen den Parteien. Er plädierte dafür, „vorurteilsfrei miteinander statt übereinander zu reden“, um Konflikte auszutragen.

Thorsten Ernst vom WSA unterstrich, dass es den Beteiligten gelungen sei, dem Hochwasserschutz und den Belangen der Bürger Rechnung zu tragen. Schließlich wurde der Weg verbreitert, was aus einer Erhöhung des Dammes resultiert. Außerdem gibt es nun mit Kies ausgelegte Badebuchten.

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