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Kultur

Die Straßen gehören den Künstlern

Jonglage, Akrobatik und mehr: Beim Kulturpflaster gibt es in Regensburg vier Tage lang Zirkus im öffentlichen Raum.

Die Jonglage-Truppe Spot the Drop eröffnet das Festival. Foto: Stefan Nölle
Die Jonglage-Truppe Spot the Drop eröffnet das Festival. Foto: Stefan Nölle

Regensburg.Virtuose Jonglage im Kronleuchterkostüm, zwei Bäcker am chinesischen Mast, ein schräger Vogel auf dem Trampolin, ein Kleiderschrankland und ein depressiver Schwarzclown auf Rollschuhen – das internationale Straßenzirkusfestival findet zum sechsten Mal in Regensburg statt. Am letzten Sommerferien-Wochenende vom 6. bis 9. September veranstaltet der Kulturverein Mischkultur e.V. das 6. Regensburger Kultur-Pflaster mit mehr als 60 Künstlern aus zwölf Ländern auf neun Plätzen in der Stadt.

Das Herz von Regensburg schlägt an diesen vier Tagen für die Welt des neuen Zirkus: Mit Artistik, Jonglage, Theater, Puppenspiel, Akrobatik, Installation und Musik verwandelt Mischkultur Regensburg zur Kulisse für schönstes Theater im öffentlichen Raum! Das Pflaster der Altstadt rund um den Haidplatz wird zur Bühne für Künstler und Künstlergruppen aus Argentinien, Kanada, Großbritannien, Israel, Frankreich, Spanien, den Niederlanden, Slowenien, Italien, Schweden und natürlich Regensburg.

Auftakt im Thon-Dittmer-Hof

Neu ist die Auftaktveranstaltung des Festivals im Innenhof des Thon-Dittmer-Palais – die einzige Veranstaltung, für die es Karten im Vorverkauf gibt (www.okticket.de). Die Jonglage-Truppe Spot the Drop eröffnet hier das Festival am Donnerstag mit dem Programm „Stehfleisch und Sitzvermögen“. Malte Steinmetz und Niels Seidel waren mit ihrer Straßenshow und mit „smashed“ – einer Hommage an Pina Bauschs „Kontakthof“ – gefeierte Gäste des Kulturpflasters 2014 und 2016.

Von Freitag bis Sonntag wechselt das Programm an den neun Spielorten stündlich. Jeder Zuschauer kann so selbst wählen, welchen Künstler er wann sehen möchte – je nach Interesse stellt er sein eigenes Kulturpflaster-Programm zusammen. Alle Angebote kosten keinen Eintritt. Stattdessen entscheidet jeder nach der Show selbst, wie viel Geld er den Künstlern in den Hut geben möchte. Das Hutgeld ist der Lohn der Künstler!

Das Straßenprogramm wird am 7. September um 18.45 Uhr am Haidplatz eröffnet. Im Anschluss beginnt das Programm an den Spielorten und ab 20 Uhr spielt die legendäre „Hochzeitskapelle“ (folkloristisch elegischer Rumpeljazz) am Haidplatz auf. Wer nach Ende des Straßenprogramms noch weiter feiern möchte, kann dies beim Konzert von „Veeblefetzer“ in der Bodega tun. Am Haidplatz ist für die zwei Abendkonzerte eine Bühne aufgebaut. Sonst gibt es keine Bühnen, denn Straßenkunst lebt vom direkten Kontakt mit dem Publikum. Kulturpflaster-Spielorte sind der Innenhof des Thon-Dittmer-Palais, Fechthof, Rathausplatz, Kohlenmarkt, Spielplatz „Scheugässchen“, Baumhackergasse, Haidplatz und der Orphee/Bodega-Innenhof.

Dort erzählen Circolabile aus Italien vom Mikrokosmos Campingplatz. Was passiert, wenn sich zwei Clowns zum Campen entscheiden? Eine traumhafte und komische Vision der menschlichen Natur und ihrer Rituale. Unter der Prämisse „different styles, same harmony“ parodieren Circo Alboroto aus Argentinien eine Musikgruppe, bei der die einzelnen Mitglieder verschiedenen Interessen folgen, aber dennoch zusammenspielen müssen. Matthias Romir aus Berlin verkörpert einen depressiven Schwarzclown auf Rollschuhen.
Zwei Bäcker vom Circo Carpa Diem aus Italien verarbeiten zwischen akrobatischen Kunststücken am chinesischen Mast, Jonglage und Einrad ihre Zutaten zu einem ganz exquisiten Brot. Wes Peden aus Schweden ist einer der herausragendsten und kreativsten Jongleure unserer Zeit und gibt Einblicke in unfassbare Jonglage und Virtuosität. Bei der Piti-Peta-Hofen-Show aus Frankreich, Portugal und Deutschland gibt es Humor, Verrücktheit und herausragende Technik. Lokalmatador Tom Tak, besser bekannt als Jolandolo vom Birkenschwamm, präsentiert mit neuem Charakter (Igor Osambasi) seine neue Show History-Sci-Fiction. Die spanischen Puppenspielerinnen von Cía eLe und Men in Back bieten Rückentheater vom Feinsten und eine verrückte Rube-Goldberg-Maschine präsentiert der PanGottic Circus aus Großbritannien.

Ein Wohnzimmer für alle

Auf dem Spielplatz im Scheugässchen lädt Mischkultur zu etwas neuem ein: „Closeland“ von der Third-Hand-Group aus Slowenien ist eine interaktive Installation für den öffentlichen Raum – ein Spielplatz für alle. Um die auffallenden alten Schränke herum entsteht ein gemeinsames Wohnzimmer, in dem sich entdecken, spielen, kreieren und kontakten lässt.

Das Zentrum des Festivals ist an den drei Tagen der Haidplatz mit zwei Spielflächen, Essens- und Getränkeständen, sowie Tischen und Bänken. Hier erzählt auch Max Calaf Sevé aus Großbritannien) in „Anyday“ die Geschichte eines einsamen Charakters, der mit seinem Vogel auf einem Trampolin lebt und versucht, der alltäglichen Routine zu entfliehen und etwas Neues zu wagen.

Rahmenprogramm

  • Auftakt:

    Am Donnerstag eröffnen Spot the Drop i m Innenhof des Thon-Dittmer-Palais das Festival mit Jonglage auf höchstem technischen Niveau. Karten gibt es an den bekannten Vorverkaufsstellen und im Internet unter www.okticket.de .

  • Freitag:

    Die Hochzeitskapelle ist eine etwas andere Blaskapelle: Mit Lieblingsstücken, die die Musiker zwischen München, New Orleans und Trinidad gefunden haben, tun sie das, wofür Musik ursprünglich geschaffen wurde: Sie spielen im besten Wortsinn und das mit großer Intensität, Vertrautheit und Freude!

  • Samstag:

    Die Veeblefetzer aus Italien bieten einen Musik-Zirkus mit Reggae, Swing und Folk’n Roll. In Wild-West-Manier reißen die vier Musiker die edelsten Styles an sich: Dub-Echos aus den hintersten Ecken von Kingston-Town, puren Rock‘n‘Roll aus der amerikanischen Steppe, knatternde Balkan-Beats aus serbischen Dörfern und brillante Surf-Sounds.

  • Infos:

    www.kulturpflaster.org und www.mischkultur.org

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