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Regensburg
Samstag, 22. September 2018 28° 4

Sperrungen

Domplatz: Demonstrationen beendet

Es kamen weit weniger Teilnehmer als erwartet. Trotzdem war der Domplatz großräumig abgesperrt. Passanten machten Umwege.
von Heike Haala

Der Domplatz war abgesperrt. Archiv-Foto: Haala
Der Domplatz war abgesperrt. Archiv-Foto: Haala

Regensburg.Bis Samstagnachmittag ging es auf dem Domplatz anders zu als sonst. Der Platz war wie leer gefegt, trotzdem war es deutlich lauter als an allen anderen Tagen. Und das lag an zwei Kundgebungen, wegen derer die Polizei die Umgebung des Regensburger Wahrzeichens weiträumig abriegelte. Die Aufgabe der Polizisten war es auch, zwei rivalisierende Lager getrennt zu halten. Und so verliefen die Demonstrationen friedlich. Gegen 14.30 Uhr endeten die Kundgebungen – eineinhalb Stunden früher als angekündigt. Im Laufe des Nachmittags hob die Polizei die Sperrung auf.

Auslöser für die großräumige Abriegelung war die Anmeldung einer Veranstaltung von Michael Stürzenberger, der zusammen mit der „Bürgerbewegung Pax Europa“ nach Regensburg kam, um über den Islam zu sprechen. Das Landesamt für Verfassungsschutz bezeichnet Stürzenberger in seinem aktuellen Bericht zum Jahr 2017 als „die zentrale Figur der verfassungsschutzrelevanten islamfeindlichen Szene in Bayern“. Stürzenbergers Entourage bestand aus dreizehn Begleitern und unzähligen Plakaten. Dagegen hielten an der westlichen Absperrung zeitweise bis zu 100 Gegendemonstranten der Initiative gegen Rechts.

Der Domplatz war abgesperrt. Archiv-Foto: Haala
Der Domplatz war abgesperrt. Archiv-Foto: Haala

Damit fielen die Teilnehmerzahlen deutlich geringer aus, als angekündigt. Stürzenberger hatte sein Gefolge mit 30 Personen beziffert, die Initiative gegen Rechts mit 500. Wegen dieser Angaben entschied sich die Polizei laut Pressesprecher Dietmar Winterberg auch dafür, den Domplatz zwischen dem Alten Kornmarkt und dem Krauterermarkt großflächig abzuriegeln. Ein Umstand, der vor allem Passanten zu schaffen machte, die auf einen Rollstuhl oder einen Rollator angewiesen sind. Sie konnten den Domplatz nicht passieren und mussten weite Umwege in Kauf nehmen.

Innerhalb der Absperrung wetterte Stürzenberger gegen den Islam, Islamismus, den Islamischen Staat oder die geplante Ditib-Mosche in Regensburg. In seine Ungnade fiel außerdem eine Journalistin, weil sie mehrfach lachte. Sein Nachredner Gernot Tegetmeyer dagegen schimpfte auf die Absperrungen und die Polizei.

Akustisch zu verstehen war das trotz Lautsprecheranlage aber zeitweise nur für die 13 Teilnehmer der Pax-Europa-Veranstaltung, die Polizisten und Journalisten innerhalb der Absperrung. Westlich der Absperrung begleiteten die Gegendemonstranten diese Ausführungen mit Pfiffen, ausgestreckten Mittelfingern und „Hau ab!“-Rufen. Östlich der Absperrung machte die hallende Akustik am Domplatz den Rednern einen Strich durch die Rechnung. Wenn hier der Wind ungünstig stand, waren sie nicht mehr zu verstehen.

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