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Missbrauch

Domspatzen: Guter Start fürs Kuratorium

Der Missbrauchsskandal beim Regensburger Knabenchor soll aufgearbeitet werden. Das neue Gremium vereinbart weitere Treffen.
Von Christine Strasser, MZ

Rechtsanwalt Weber hatte Anfang Januar einen Zwischenbericht zu seiner Untersuchung der Misshandlungen und des Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen vorgelegt. Foto: Archiv/altrofoto.de
Rechtsanwalt Weber hatte Anfang Januar einen Zwischenbericht zu seiner Untersuchung der Misshandlungen und des Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen vorgelegt. Foto: Archiv/altrofoto.de

Regensburg.Am Montag hat sich in Regensburg erstmals ein beratendes Kuratorium getroffen, um den Missbrauchsskandal bei den Domspatzen aufzuarbeiten. Die erste Sitzung sei „gut, zielgerichtet und konstruktiv“ verlaufen, sagte Rechtsanwalt Ulrich Weber am Abend auf MZ-Nachfrage. Termine für weitere Treffen des Gremiums, das Webers Aufklärungsarbeit begleiten soll, wurden fixiert. „Die Arbeit wurde aufgenommen“, sagte Weber.

Im Vorfeld war nicht ausgeschlossen worden, dass das Kuratorium schon im Anfangsstadium scheitert. Einberufen und die Mitglieder des Gremiums benannt hat Chefaufklärer Weber, um Forderungen und Bedürfnisse abzufragen. Sechs Vertreter der Kirche sitzen mit sechs Vertretern der Opfer an einem Tisch. Mit dabei sind Bischof Rudolf Voderholzer, Generalvikar Michael Fuchs, Domkapellmeister Roland Büchner, der Direktor des Domspatzen-Gymnasiums, Bertold Wahl, sowie die in der Öffentlichkeit bereits mehrfach als Kritiker von Bistum und Domspatzen aufgetretenen Michael Sieber und Udo Kaiser. Über Ort und Zeit des ersten Treffens hatten beide Seiten Stillschweigen vereinbart.

Rechtsanwalt Weber hatte Anfang Januar einen Zwischenbericht zu seiner Untersuchung der Misshandlungen und des Missbrauchs bei den Regensburger Domspatzen vorgelegt. Darin sprach er von 231 Meldungen wegen körperlicher Gewalt. 216 Fälle trugen sich zwischen 1945 und 1992 in der Domspatzen-Vorschule in Etterzhausen/Pielenhofen zu.

Kommentar

Das Schweigen brechen

Es bräuchte mindestens 20 verschiedene Wörter für das Wort „Schweigen“. Wer einmal einen Vortrag von Pater Klaus Mertes gehört hat, kennt diesen Satz....

Die bislang gemeldeten Fälle des sexuellen Missbrauchs konzentrieren sich auf das Internat in Regensburg und auf die Zeitspanne bis Ende der 70er Jahre. Weber listet aber auch drei Opfermeldungen aus den 90er Jahren und den Nullerjahren auf. Zwei Meldungen nach dieser Zeit müssen noch weiter untersucht werden.

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