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Bildung

Domspatzen proben vor Gästen

40 Familien wollten Schule und Internat beim Tag der offenen Tür kennenlernen. Auch junge Schüler führten durchs Haus.
Von Gabi Hueber-Lutz

  • Viele Familien strömten zur öffentlichen Chorprobe mit Domkapellmeister Roland Büchner. Foto: lhl
  • Mit Leidenschaft dabei. Foto: lhl
  • Auch die Feuerwehr präsentierte sich. Foto: lhl
  • Der Nachwuchs durfte auch experimentieren. Foto: lhl

Regensburg.Aus dem Wolfgang-Saal tönte feine Chormusik. Die Domspatzen probten für den Sonntagsgottesdienst. Doch anders als bei anderen Proben hatten sie am Samstag Zuhörer. 40 Familien waren zum Tag der offenen Tür gekommen, waren Gäste bei der Chorprobe, bekamen jede Menge Informationen über Chor, Schule und Internat und individuelle Führungen durch das Haus. „Männer, es geht los“, sagte Chormanager Christof Hartmann zu der Domspatzen-Schar, die mit Nummernzettel ausgerüstet nach den Vorträgen auf die Bühne eilte.

Jede Besucherfamilie konnte sich anhand der Nummern „ihren“ Domspatzen suchen, der sie durch das ganze Haus geleitete. Nicht nur die Größeren zeigten ihre Welt, auch die ganz jungen Sänger waren schon im Einsatz und gaben den Eltern und auch den potenziellen neuen Kameraden authentische Einblicke in den Alltag eines Chorsängers.

Johannes, der Neuntklässler, der für einen anderen Dienst eingeteilt war, hörte einer der Gruppen ein wenig zu und fühlte sich sehr an seine ersten Kontakte zu der Schule erinnert. Und, haben die Auskünfte damals mit dem späteren Schulalltag übereingestimmt? Fast ein wenig erstaunt kam die Antwort: „Ja, ja“.

Einblick in die „Blackbox“

Im Chemiesaal wurden Experimente vorbereitet.  Foto: lhl
Im Chemiesaal wurden Experimente vorbereitet. Foto: lhl

Raphael und Andreas nahmen ihre Besucher als erstes mit in die „Blackbox“, das provisorische Gymnasium im Container, das während der Zeit des Umbaus als Unterkunft dient. Bald werden die Bauarbeiten beendet sein. Auf die Domspatzen, die im Herbst anfangen, wird dann eine Schulzeit in einem völlig neuen Gebäude warten.

Zwischen Raphael und Andreas und der Familie entwickelten sich intensive Gespräche. Für Dinge, bei denen sich die beiden Buben nicht auskannten, stand Studienrat Michael Ziereis zur Verfügung. Er hielt sich aber im Hintergrund, nahm ihnen das Heft des Handelns nicht aus der Hand. „Total sympathisch“, fand Thomas Kessel diese Form des Beschnupperns. Früher war er selber Domspatz, hatte hier eine „sehr gute Zeit“ und schwärmt noch heute von den Konzertreisen. Nun schaute sich Sohn Jakob die Schule an. „Ich singe sehr gern“, ist für den Junior der Grund, warum er vielleicht auch Domspatz werden will.

Für die Eltern gab es an diesem Tag etliche Vorträge mit Einblicken in den Chor, die Schule, das Internat und das Leben bei den Domspatzen. Weil das für die Buben wohl eher langweilig gewesen wäre, durften sie sich währenddessen sportlich oder kreativ betätigen. Die Quintessenz der Präsentation für die Eltern: Die Ausbildung ist intensiv, nicht nur das musikalische Angebot der Schule ist sehr vielfältig und im Mittelpunkt steht das Miteinander, die Gemeinschaft.

Auch junge Domspatzen führten Besucher durchs Haus.  Foto: lhl
Auch junge Domspatzen führten Besucher durchs Haus. Foto: lhl

Breiten Raum nehmen neben der Musik die Naturwissenschaften ein. Physiklehrer René Grünbauer ließ die Besucher einen Blick auf die Begabtenförderung bei den Domspatzen werfen. Etliche Preisträger renommierter Wettbewerbe schauten den Eltern da entgegen.

Internatsdirektor Rainer Schinko scheute sich nicht, auch den Missbrauchsskandal der Vergangenheit zu thematisieren. „Wir waren zutiefst bestürzt, das widerspricht allem, wofür wir arbeiten“, sagte er. Elternbeiratsvorsitzende Petra Pfaffenheuser stellte der Schule ein sehr gutes Zeugnis aus: „Wir als Eltern erleben die Schule als offen, transparent und familiär.“

„Das klingt richtig fein“

Das Eis ist für Leopold beim Vorsingen schnell gebrochen.  Foto: lhl
Das Eis ist für Leopold beim Vorsingen schnell gebrochen. Foto: lhl

Nach den Rundgängen wurde es für manche der Buben ernst: Sie durften vorsingen. Leopold Meierhofer war der erste, der bei Domkapellmeister Roland Büchner dran war. Ein wenig nervös wartete er mit Vater Horst und Mutter Ilka darauf, dass sich die Tür öffnete. Gut, dass bald der Domkapellmeister kam und ihn in den kleinen Saal führte. Als er Leopold aufforderte, mit ihm musikalische Kirschkerne in den Raum zu spucken, huschte ein Lächeln über das Gesicht des Buben, die Anspannung war verflogen.

Büchner testete Leopold, gab ihm einen Tipp, wie er die Kieferpartie lockern kann. Das Ergebnis war erstaunlich. Glockenhell sang der Bub. „Das klingt richtig fein, ganz, ganz fein“, urteilte der Domkapellmeister. „Richtig cool“, fände er es, wenn Leopold zu den Domspatzen ginge und gleich schon in den Vorchor kommen könnte. Dort würde er dann auch schon einige seiner neuen Klassenkameraden kennenlernen. Leopold muss die vielen Eindrücke nun erst einmal verarbeiten.

Demnächst werden er und seine Eltern entscheiden, ob aus ihm ein Domspatz wird. Am 10. März bieten die Domspatzen einen weiteren Tag der offenen Tür an, und am 26. März können interessierte Buben einen Schnuppertag mitmachen, da während der Karwoche noch Unterricht ist.

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