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Denkmalpflege

Dreieinigkeitskirche: Kleinod wird restauriert

Die Wiedereröffnung ist Weihnachten 2012 geplant, bis zum 500. Jahrestag der Reformation. 2017 auch noch eine Orgel.
Von Claudia böken, MZ

Pfarrer Schulte zeigt die Kabelstränge, die z verlegt werden.Foto: altrofoto.de

Regensburg. Seit zwei Jahren stehen Gläubige und Touristen ander Dreieinigkeitskirche vor verschlossenen Toren. Das 480 Jahre alte Kleinod der evangelisch-lutherischen Kirche muss innen von Grund auf saniert werden. Der Zahn der Zeit hat an Mauerwerk und Gebälk genagt, eindringendes Wasser hat an Decke und Wänden großflächig seine Spuren hinterlassen. Und die Elektrik:„Sagen wir es so – das war imwahrsten Sinne des Wortesbrandgefährlich“, sagt Pfarrer Martin Schulte, zu dessen Aufgaben die Innenrestaurierung gehört.

Beliebter Konzertsaal

Von außen ist die Kirche an der Gesandtenstraße/Ecke Am Ölberg bereits fertig. Dieser Teil der Generalsanierung ist noch unter Schultes Vorgänger Pfarrer Dr. Gustav Rosenstein in Angriff genommen und 2003 beendet worden. Knapp zwei Millionen Euro wurden damals dafür aufgewandt, das evangelisch-lutherische Gotteshaus, das in den Wirren des 30-jährigen Kriegs entstanden ist, in Schuss zu bringen. Seit Januar 2009 ist nun das Kircheninnere dran, das von vielen Regensburgern auch als Konzertsaal geschätzt ist.

Das Dachgewölbe ist der erste Abschnitt der Sanierung. Alles, was mit der Statik zu tun hat, gehört dazu. Beispielsweise die Emporen, die seit Jahren bei Konzerten nicht mehr genutzt werden durften. „Tragende Balken, die ins Mauerwerk gehen, sind angefressen, von Schwamm und Holzwürmern befallen“, erläutert der Geistliche.

Kuhdung in der Farbe

Momentan sind die Kirchenmaler am Werk und beschäftigen sich mit der Decke, an der sich großflächige Feuchtigkeitsflecken breitgemacht haben. Anschließend sind die Wände dran, ebenfalls eine Aufgabe für die Kirchenmaler. Erstaunlicherweise sind die Teilvergoldungen der Engelsköpfe noch so gut, dass sie im Original erhalten werden können. Schritt drei ist die Restaurierung, Instandhaltung und Pflege des alten Holzes, das in Decken- undWandvertäfelungen, in den Bänken und im Orgelprospekt erhalten ist. Schritt vier ist alles, was mit Strom zu tun hat: Heizung, Beleuchtung, Lautsprecheranlagen. Die dicken Kabel stränge sind bereits gezogen, werden teilweise in Mauerschlitzen, teilweise unter Holzverschalungen versteckt.

Die Innensanierung ist auf knapp drei Millionen veranschlagt. Etwa 250.000 Euro muss die Kirchengemeinde vor Ort beisteuern. Mit 5000 bis 10.000 Euro pro Jahr schlagen die Eintrittsgelder aus den Turmbesteigungen zu Buche, in ähnlicher Höhe Spenden der Kirchengemeinde. Ein Kraftakt, wie Pfarrer Schulte bestätigt. Trotzdem ist er optimistisch: „Wir wollen das Weihnachtsfest 2012 wieder in der Dreieinigkeitskirche feiern, das heißt im Advent 2012 eröffnen.“

Dann allerdings wird die sanierte Kirche noch keine Orgel haben. Auf der Empore steht nämlich nur der leere Orgelprospekt ohne Werk. Das Instrument aus den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts lohnt anscheinend die 50.000 Euro für die Reinigung nicht mehr. Eine neues Orgelwerk würde allerdings ein bis zwei Millionen Euro kosten. Pfarrer Schulte hat einen Traum: 2017 wird das Jubiläum 500 Jahre Reformation gefeiert – am liebsten in der fertig sanierten Dreieinigkeitskirche mit neuer Orgel. Dazu allerdings müssten noch üppig Spendengelder fließen.

Weil Regensburger und Touristen an der Dreieinigkeitskirche großes Interesse zeigen, kündigt Schulte für 15. April, 17 Uhr, eine Baustellenführung für alle Interessanten an. Ab diesem Termin sind auch die beliebten Turmbesteigungen wieder möglich.

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