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Polizei

Dreist: Mann sperrt sein Rad an Ladentür

Die Regensburgerin Gisela Ritzenthaler konnte ihre Ladentür nicht mehr öffnen. Ein Unbekannter hatte sein Rad festgekettet.

  • Unglaublich: Sein Fahrrad sperrte ein Unbekannter einfach an eine Ladentüre in der Rote-Hahnen-Gasse.
  • Mit einem Kettenschloss war das Rad abgesperrt.

Regensburg.Geschäftsinhaberin Gisela Ritzenthaler traute ihren Augen kaum, als sie am Mittwoch ihren Laden in der rote-Hahnen-Gasse aufsperren wollte. Ein Unbekannter hatte sein Fahrrad direkt an der Eingangstüre „geparkt“ und mit einem dicken Kettenschloss angehängt. Die Schmuckdesignerin konnte ihr Geschäft „Perlenrausch“ nicht betreten, weil der Eingang blockiert war. Ritzenthaler rief die Polizei, die schnell anrückte und das Fahrrad mitnahm.

Sie meldete sich bei der Mittelbayerischen. „Dreck, Unrat und sonstige Hinterlassenschaften gehören schon seit Jahren zum täglichen Bild, wenn ich meinen Laden Perlenrausch in der Rote-Hahnen-Gasse öffne“, schrieb sie per Mail. Doch dass ein Fahrrad an der Eingangstuer mit einem dicken Kettenschloss befestigt war, habe sie dann doch überrascht. Herzlich dankt die Geschäftsfrau den beiden hilfsbereiten und freundlichen Polizisten, die ihr halfen.

Viel zu wenig Fahrrad-Parkplätze

Ritzenthaler ärgert sich über die Rücksichtslosigkeit des Fahrradbesitzers, sieht aber auch Versäumnisse der Stadt. Unter den Passanten, die den Vorfall beobachteten, habe sich sofort ein Gespräch entwickelt. Tenor: Es gebe viel zu wenig oder gar keine Fahrrad-Parkplätze. Ein Beispiel: Im Bereich Königsstraße sei die Fußgängerzone neu saniert, Fahrrad-Parkplätze seien keine eingeplant worden. Am Vier-Eimer-Platz ketteten die Leute ihre Fahrräder an die Schutzgitter der Bäume und die Sitzgelegenheiten.

„Vernünftiges Konzept“ gefragt

Gisela Ritzenthaler hofft, dass der Vorfall mit dem Radfahrer Anlass ist, mehr Abstellplätze für die Drahtesel zu schaffen. Das gesamte Radkonzept müsse überdacht werden. „Ich wünsche mir ein vernünftiges Konzept für den Radverkehr“, sagt sie. In der Gesandtenstraße rasten viele Radfahrer durch, dazwischen rollten auch noch Autos. „Keiner kümmert sich darum.“ Im Parkhaus am Dachauplatz würden Lastenfahrräder angeboten, was Ritzenthaler begrüßt. Leider könnten nur Parkhausnutzer sie ausleihen, bedauert Ritzenthaler.

Soll die Altstadt nur noch ein Ort zum Feiern und Trinken sein, wo Rücksichtnahme ein Fremdwort ist?“, fragt sie nach dem Vorfall die Regensburger Verantwortlichen kritisch.

Eine Nachfrage bei Sprecher Florian Beck vom Polizeipräsidium Oberpfalz ergibt, dass der Radfahrer seinen Drahtesel noch nicht abgeholt hat. Das solle er möglichst bald tun. Strafbar ist sein Verhalten im Übrigen nicht. Beck sagt jedoch, die Polizei bitte darum, dass die Leute ihre Fahrräder möglichst an Radständer ketten.

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