mz_logo

Regensburg
Sonntag, 23. September 2018 24° 7

Ökumene

„Eheverständnis nicht christlich“

Bischof Voderholzer kritisiert die Orientierungsschrift der EKD und fordert sie auf, in dieser Frage auf den Boden der Heiligen Schrift zurückzukehren.

Bischof Rudolf Voderholzer am Wolfgangsschrein: Er wurde zum Beginn der Wolfgangswoche aus der Krypta der Kirche St. Emmeram vor den Hochaltar getragen. Foto: Bistum

Der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sieht in der Orientierungsschrift der Evangelischen Kirche Deutschlands zu Fragen von Ehe und Familie einen Kurswechsel und eine Abkehr von der biblischen Sicht von Mann und Frau. In einer Predigt zum Auftakt der Wolfgangswoche in der Regensburger Sankt-Emmerams-Kirche am vergangenen Sonntag bittet er die „evangelischen Mitchristen“: „Kehrt bitte auf den Boden der Heiligen Schrift zurück. Welchen Sinn soll Ökumene haben, wenn das gemeinsame Fundament der Heiligen Schrift nicht mehr ernst genommen wird?“

Das biblische Eheideal

Die Heilige Schrift ernst nehmen, das bedeute, sie von Christus her zu verstehen und auszugehen von seinem Wort, seinen Taten und seiner göttlichen Sendung. Wer die Heilige Schrift interessensgebundenen oder gefälligen Zielen unterwerfe, der könne aus ihr alles Mögliche herauslesen. Eine Nähe zu Gott und eine Gemeinschaft in der Nachfolge Christi wachse auf diese Weise nicht.

Bischof Voderholzer: „Wie können wir ein gemeinsames Zeugnis für die zukunftsweisende Kraft des Glaubens auf dem Katholikentag in Regensburg geben, wenn wir uns in grundlegenden Fragen nicht mehr auf das gerade in diesem Fall eindeutige Zeugnis einer von Christus her verstandenen Bibel berufen? Mann und Frau sind füreinander geschaffen, auf dass sie in unverbrüchlicher Treue miteinander leben und glücklich werden.“ Die Weisung der Bibel gipfele in den Worten Jesu: „Was Gott verbunden habe, das darf der Mensch nicht trennen.“ Die Christen haben von Anfang an diese Weisung Jesu klar verstanden. Schon ein Johannes der Täufer an der Schwelle zum Neuen Testament, oder ein Thomas Morus im 16. Jahrhundert waren bereit, für das biblische Eheideal mit ihrem Leben zu bezahlen.

Die Schöpfungsordnung achten

Bischof Voderholzer: „Es geht hier auch nicht um ein paar moralische Fragen. Es geht um die Schöpfungsordnung, um die Einsicht: In der gegenseitigen Anziehung von Mann und Frau, in der Bezogenheit von Frau und Mann aufeinander hat der Schöpfer die Zukunft Menschheit, die Zukunft von Gesellschaft und Kirche gelegt. Damit wird niemandem eine Lebensweise vorgeschrieben. Aber es wird die besondere Schutzwürdigkeit von Ehe und Familie als Keimzelle der Gesellschaft und als Ort der Zukunftsfähigkeit der Menschheit herausgestellt.“

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht