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Eifersuchtsdrama voller Leichtigkeit

Doris Buske inszeniert die Donizetti-Oper „Don Pasquale“ zum Genießen

Martin-Jan Nijhof (links) singt abwechselnd mit Sung-Heon Ha den alten Junggesellen Don Pasquale, Julia Amos (rechts) gibt im Wechsel mit Gesche Geier die junge Witwe Norina. Probenfoto: Zitzlsperger

Von Uta von Maydell, MZ

REGENSBURG. „Sie ist die einzige Frau und ungefähr in meinem Alter“, sagt Doris Buske über Norina; und als weitere Parallele hat sie ausgemacht: „Die Liebe soll gewinnen, nicht irgendwelche schrillen Intrigen.“ Beides gilt für Gaetano Donizettis „Don Pasquale“, und Buskes erste Opern-Inszenierung an einem „richtigen Theater“. Am Samstag um 19.30 Uhr ist Premiere im Neuen Haus am Bismarckplatz, und wenn die Regisseurin sagt: „Das ist ein Punkt, wo ich mich wohlfühle“, mag das durchaus im Einklang mit besagter Norina stehen, wenn sie endlich ihren geliebten Ernesto bekommt.

Zur Erinnerung: Der ältliche Don Pasquale verbietet seinem Neffen Ernesto eine Heirat, sucht selber spätes Eheglück und wird von Norina alias Sofronia gehörig über den Tisch gezogen, zugunsten von Ernesto – Wohlgefühle also auch dort.

Über ihre bisherigen Stationen am Theater Regensburg sagt Doris Buske, sie habe sich jedes Jahr gesteigert. Auf Schuberts „Winterreise“ folgten „Anne Frank“ im document Neupfarrplatz und Menottis „Medium“ im Theater am Haidplatz. Dann stellte Intendant Ernö Weil sie vor die schöne Wahl: „Barbier von Sevilla“ oder „Don Pasquale“. Die Entscheidung fiel schnell für Donizetti und für den Ausstatter Frank Lichtenberg. Der ließ eine mickrige Einsiedlerhütte fern der Stadt auf die Bühne zimmern, ausstaffiert mit „Geiz-ist-geil“-Symbolik. Flugs hat die flotte Braut, angeblich Klosterschülerin, die Kate zu einem Schicki-Micki-Etablissement vom Feinsten umrüsten lassen. Irgendwo zwischen Barock und heute hat Lichtenberg die Kostüme angesiedelt. Die große Metamorphose zum Ende soll nicht verraten werden. Buske: „Einfach atemberaubend“.

Atemberaubend werden wohl auch die drei jungen Diener sein, für die Pasquales alte Belegschaft den Platz räumen muss. Doris Buske hat sie in Regensburger Fitness-Studios aquiriert. Merkmale: „Muskulös und gut gebaut, mit Sex-Appeal und Humor.“ Zum Regie-Konzept sagt die junge Theater-Frau aus Lübeck (Studium in Wien) ganz entschieden: „Alle sollen ganz natürlich agieren. Improvisation und Leichtigkeit – das will ich.“

Über Sprachprobleme während der Probenarbeiten lacht sie: Am Pult der Grieche Georgios Vranos, ansonsten ein tolles Team mit Sängern aus Korea, Aserbaidschan, Holland, Finnland und – jawohl! – Deutschland. In der Premiere singt Julia Amos die Norina, Sung-Heon Ha den Titelhelden, Seymur Karinov den listigen Malatesta und Jung- Hwan Choi den letztlich glücklichen Ernesto. Damen gibt’s nur im munteren Chor unter Leitung von Karl Andreas Mehling. Ganz wichtig ist für Doris Buske: „Die Leute sollen wirklich Spass haben, sollen Musik genießen und lachen können.“

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