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Politik

Ein Deckel für den Hauptbahnhof?

In Bezug auf das RKK und den Zentralen Busbahnhof fordert Regensburgs OB Joachim Wolbergs im MZ-Gespräch freies Denken.
Von Susanne Wiedamann, MZ

Diese Fläche zwischen Hauptbahnhof und Regensburg Arcaden könnte überdeckelt werden. Damit wäre dazwischen Platz für den Zentralen Omnibusbahnhof.
Diese Fläche zwischen Hauptbahnhof und Regensburg Arcaden könnte überdeckelt werden. Damit wäre dazwischen Platz für den Zentralen Omnibusbahnhof. Foto: Stefan Gruber

Regensburg.Für das seit Jahrzehnten angepeilte Ziel eines Regensburger Kultur- und Kongresszentrums (RKK) bringt Oberbürgermeister Joachim Wolbergs eine mögliche Planungsvariante ins Spiel, die den Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) und die Entwicklung eines leistungsfähigen ÖPNV mit neuer Nord-Süd-Trasse einbezieht. Seine Variante ist durchaus visionär: die Überdeckelung der Gleise beim Hauptbahnhof und auf der entstehenden Plattform die Realisierung einer zentralen Busdrehscheibe.

Unvoreingenommenes Planen

OB Joachim Wolbergs im Redaktionsgespräch
OB Joachim Wolbergs im Redaktionsgespräch Foto: Lex

Um aus dem für das RKK vorgesehenen Ernst-Reuter-Areal – laut Wolbergs ein Schandfleck – und dem Bahnhofsvorplatz ein attraktives Entrée der Stadt zu machen und gleichzeitig Bahn und Busse in einem sinnvollen Verkehrskonzept zu verklammern, sind nach Ansicht des OB frische Ideen ohne Denkschranken gefragt. In einem Redaktionsgespräch mit unserem Medienhaus, in dem der OB in dieser Woche seine Vorstellungen und Pläne für 2017 konkretisierte, betonte er das Erfordernis einer unvoreingenommenen Herangehensweise und von neuen Visionen für das ganze Geviert zwischen Maximilianstraße und Friedensstraße.

„Wer den Bahnhof überdeckelt, muss weniger Bäume fällen.“

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs

Mittel- bis langfristig könne die Überdeckelung der Gleise am Hauptbahnhof eine Lösung sein, sagte der OB. Ähnliche Vorhaben in anderen Städten hätten gezeigt, dass eine solche Variante technisch machbar ist. „Die Realisierbarkeit dieser Alternative würde aber dauern, weshalb es kurzfristige Zwischenlösungen für eine Verbesserung des ÖPNV im Areal um den Bahnhof geben müsste.“ Ferner müsse „die verkehrliche Umsetzbarkeit der Deckellösung“ geprüft werden.

Spendenaffäre

  • Auswirkungen

    In dem Redaktionsgespräch (weitere Themen siehe Innenteil) wurde OB Joachim Wolbergs auch nach Auswirkungen der Spendenaffäre befragt.

  • Effekte

    Er äußerte sich nur insoweit, dass die Affäre auf die Arbeit der Verwaltung sowie das Regensburger Wirtschaftsklima keine negativen Effekte habe.

Wolbergs will, dass jetzt alle Beteiligten, Planungsbüros, Verbände und Bürger, darunter vor allem die künftigen Nutzer, sich zu dem Projekt äußern. Bei der angedachten Bürgerbeteiligung gehe es ihm nicht darum, Verantwortung an die Bürger abzuschieben, betont Wolbergs. Natürlich berge die Bürgerbeteiligung Risiken, aber bisher sei man auch zu keiner Übereinkunft gekommen. Allein für eine ÖPNV-Trasse müssten rund 100 Bäume gefällt werden, erklärte Wolbergs. Naturschützer hatten früher schon das Thema Überdeckelung des Hauptbahnhofs eingebracht. „Wer den Bahnhof überdeckelt, muss weniger Bäume fällen“, sagte Wolbergs.

Wenig Zeit für die Denkfabrik

Der Ernst-Reuter-Platz ist im jetzigen Zustand laut OB „ein Schandfleck“.
Der Ernst-Reuter-Platz ist im jetzigen Zustand laut OB „ein Schandfleck“. Foto: Lex

„Wir sind brutal unter Zeitdruck, denn wir wollen – wenn die enge Einbeziehung der Bürger schließlich in eine Bürgerbefragung münden sollte – das zusammen mit der Bundestagswahl im September machen“, sagte Wolbergs zur Bürgerbeteiligung. Offen sei derzeit noch, wie die Fragestellung konkret lauten könnte. In dieser Woche würde über die Vergabe an ein Kommunikationsbüro und an zwei Planungsbüros entschieden, die den Beteiligungsprozess unterstützen sollen. „Es soll eine grundsätzliche und visuelle Planung für das gesamte Areal geben“, betonte Wolbergs. Die Koalition stehe hinter diesem Verfahren.

„Ich würde mir wünschen, dass es uns bei so einem Jahrhundertprojekt, bei dem es um eine Größenordnung von 150 bis 200 Millionen geht, gelingt, gemeinsam einen Kompromiss zu erarbeiten, den die Mehrheit der Beteiligten gut findet.“ Der von Wolbergs erhoffte Kompromiss soll den Bürgern zur Entscheidung vorgelegt werden, um eine möglichst breite Zustimmung für die weitere Vorgehensweise zu gewinnen.

Hier lesen Sie mehr über die Pläne, die Wolbergs für 2017 hat!

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