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Szene

Ein genial-verrücktes Kunst-Erlebnis

Ein Projekt der besonderen Art brachte in Regensburg Musik mit Malerei zusammen. Das Publikum war begeistert.
Von Elisabeth Angenvoort

Die junge Malerin Sophie Gunzelmann (17) gehörte zu den jüngsten Künstlern des „Wild and Crazy“-Festivals  Foto: Elisabeth Angenvoort
Die junge Malerin Sophie Gunzelmann (17) gehörte zu den jüngsten Künstlern des „Wild and Crazy“-Festivals Foto: Elisabeth Angenvoort

Regensburg.Er wähle sich seine Urlaubsziele nach Brauereien und Rock-n’-Roll-Konzerten aus, sagt Georg Brunner, der etwa 400 Kilometer von Italien aus gefahren war, um beim ersten „Wild and Crazy“-Art-Festival in Regensburg dabei zu sein. Die lange Anfahrt dürfte sich für ihn gelohnt haben. Das Konzept der Veranstalter – die kongeniale Verbindung von musikalischer und darstellender Kunst – zog am Samstagabend so viele Gäste an, dass sich Tiki-Beat-Club-Inhaber Peter Vielberth über ein volles Haus freuen konnte.

Etablierte und neue Künstler

Während der vom Bodensee mit einer Kiste voller ausgesuchter Rockabilly-LPs angereiste DJ Flo(rian Knor) die Fans bereits am frühen Abend in Party-Stimmung brachte, hatte man in der benachbarten Pizzeria Paradiso da Carlo Gelegenheit, eine ausgesprochen außergewöhnliche Ausstellung zu besuchen: über 50 Werke von insgesamt 21 international erfolgreichen Künstlern und regional noch unbekannten Talenten waren hier auf Papier und Leinwand zu sehen. Einer der Künstler ist Christian Straßburger aus dem Landkreis Cham: Er hat 2012 mit der Malerei angefangen.

„Out of Luck“ Drummer Max Drumbo Mambo brachte den Saal zum Kochen. Foto: Angenvoort
„Out of Luck“ Drummer Max Drumbo Mambo brachte den Saal zum Kochen. Foto: Angenvoort

Mit erst 17 Jahren gehören Ines Kölbl und Sophie Gunzelmann zu den jüngsten der teilnehmenden Künstler. Beide malen seit ihrer frühen Kindheit, ihre Bilder sind wie zerbrechliche Spiegel junger Seelen. „Duality“, hat Sophie eines ihrer Werke genannt: Sie fühle jedes mal etwas anderes beim Betrachten dieses Bildes, erklärte sie; gerade empfinde sie „eine Art von Wut“, obwohl „heute ein guter Tag“ sei. Diese Stimmung passte zum akustisch fulminanten Opener der Band Out of Luck mit dem gewaltig am Kontrabass rebellierenden Karl Rascalam, dem nicht minder ausdrucksstarken Gitarristen Mike Mess sowie dem energiegeladenen Drummer Max Drumbo Mambo.

„Wild and Crazy“-Art-Festival in Regensburg

Animierten bereits hier die basslastigen Vibrationen das Publikum zum Mittanzen, so spannten Evil Devil den akustischen Bogen weiter: Die Band aus Bologna um ihren Sänger Thomas versetzte mit ihrer energiegeladenen Psychobilly Show die Menschen in Ekstase.

Alles außer gewöhnlich

Eine spezielle „Artfusion“ gab es ab etwa 22 Uhr im Paradiso: Tattookünstler Miro und Pinstriper Raffael verwandelten die Motorhaube einer 60er Chevrolet Chevelle in einer atemberaubenden Performance in ein künstlerisches Unikat. Als Hauptakt des Abends angekündigt, katapultierte zu späterer Stunde die Züricher Formation Hillibilly Moon Explosion den Saal endgültig in eine andere Dimension: mit einem umwerfenden Mix aus Jump Blues Swing, Sixty Beat und Country Western.

Das Festival

  • Konzept:

    Die Veranstalter wollen mit dem „Wild and Crazy“-Art-Festival musikalische und bildende Kunst verbinden.

  • Veranstalter:

    Hinter der Veranstaltung stehen Monika Schmid von AllStars Anstich Tattoo, Tiki Beat Club, Pizzeria Paradiso da Carlo; Licht- und Videodesign buntlicht.com.

Sängerin Emanuela Hutter faszinierte mit ihrer unvergleichlichen Stimme, solistisch im Wechsel mit Oliver Baroni, musikalisch gewaltig begleitet von Aaad Hollander an den Drums und Pat Matteo (Gitarre). Location, Künstler und Publikum stimmten an diesem Abend in einer Weise überein, die nach einer Wiederholung geradezu verlangt: Man darf auf „Wild and Crazy Vol. II“ gespannt sein.

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