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Bildung

Ein Gewinn für den Regensburger Westen

Die neue Kreuzschule in Prüfening wird zum September fertig. Von ihr profitieren auch Sportvereine und Anwohner.
Von Norbert Lösch

  • Blick vom Pflaster in der Nordkurve, wo einst die Fans ihren Jahn anfeuerten: Die „Lernhäuser“ der neuen Kreuzschule stehen im Rohbau, der Innenausbau läuft. Foto: Lösch
  • Die neue Sporthalle macht schon jetzt einen großzügigen Eindruck. Foto: Lösch
  • Wo früher gekickt wurde, wird bald gelernt: Blick aus dem Fenster eines Klassenzimmers auf den alten Jahnturm. Foto: Lösch
  • Die Kreuzschule im Modell der Darmstädter Architekten. Foto: Stadt Regensburg
  • Baubeginn auf dem Gelände des alten Jahnstadions an der Prüfeninger Straße war im August 2017. Der Jahnturm steht heute immer noch.Foto: Geisenhanslüke
  • So sah es auf der Baustelle vor knapp einem Jahr aus. Foto: Lex

Regensburg.Bauherren, Planer und Handwerker starten zum Endspurt auf dem Weg zu einer nagelneuen Grundschule im Stadtwesten: In genau einem halben Jahr, pünktlich zum Schuljahr 2019/20, sollen Schüler und Lehrer in „ihre“ Kreuzschule an der Prüfeninger Straße einziehen. Bei einer Baustellenbesichtigung mit Vertretern der Regensburger Medien gab es am Dienstag vor allem zwei gute Nachrichten: Der ambitionierte Zeitplan kann wohl ebenso eingehalten werden wie der gesteckte Kostenrahmen von 32 Millionen Euro.

Die Daten allein sind beeindruckend: Das Grundstück misst 21000 Quadratmeter, die Gebäude samt Turnhalle und Quartiers-Tiefgarage haben eine Ausdehnung von 150 mal 150 Meter, knapp 30 Klassenzimmer, 13 600 Quadratmeter Nutzfläche für maximal 500 Grundschüler, 45 Lehrkräfte und 75 Hortkinder. Dass die Stadt für das Projekt mit dem alten Jahnstadion ein derart großzügiges und innenstadtnahes Grundstück zur Verfügung hat, bezeichnete Architekt Michael Dummert als Glücksfall.

„Die Bauzeit von zwei Jahren ist schon sehr ambitioniert“, sagte Dummert. Man sei aber dank der guten Zusammenarbeit mit den städtischen Bau- und Schulbehörden sowie den Baufirmen aktuell im Zeitplan – obwohl allein die Ausschreibung geraume Zeit gedauert habe. „Mehr als 80 Prozent der jetzt fast vollständig vergebenen Bauleistungen mussten EU-weit ausgeschrieben werden“, beschrieb der Vertreter des Planungsbüros sdks aus Darmstadt das aufwendige Prozedere. Die Darmstädter hatten mit ihrem Konzept das Rennen im Planungswettbewerb der Stadt gemacht: Sechs einzelne Baukörper – drei „Lernhäuser“, Mensa/Küche/Pausenraum, die Doppelsporthalle und der Kinderhort – bilden ein Gebäudeensemble.

Kleine Einheiten als „Zuhause“

Jedem Klassenzimmer ist ein Raum für den differenzierten Unterricht angegliedert, auf jedem Stockwerk der zweigeschossigen Lernhäuser gibt es großzügige, offene Aufenthaltsräume. Selbst die Flure sind nicht nur als Durchgangsräume geplant, sondern sollen Aufenthaltsqualität bieten. Die im Vergleich zu großen Schulhäusern kleinen, überschaubaren Einheiten mit Innenhöfen sollen künftigen Schülergenerationen das Gefühl eines schnell vertrauten „Zuhauses“ vermitteln. Alle Räume sind barrierefrei zu erreichen, das Konzept lässt sowohl Ganztagsbetreuung als auch integrative Unterrichtsformen zu.

„Es fehlt nicht mehr viel – außer der Fantasie, wie das alles nach der Fertigstellung aussieht“, freute sich Michael Hermann, Leiter des städtischen Hochbauamts, über den überall sichtbaren Baufortschritt. Besonders bemerkenswert fand er, dass „in Zeiten einer überhitzten Baukonjunktur“ sowohl der Zeit- als auch der Kostenrahmen eingehalten werden kann.

Die einzelnen Häuser werden in den kommenden sechs Monaten abschnittsweise fertiggestellt, bei der Sporthalle kann es noch etwas länger dauern. Ende des Monats soll der Ausbau der Lessingstraße beginnen, von der aus sowohl Schule und Hort als auch die Garage mit 153 teils öffentlichen Stellplätzen erschlossen werden. Ein neuer Fuß- und Radweg zwischen Heitzer- und Lessingstraße soll bis zum Schulbeginn ebenso nutzbar sein. Im Frühjahr 2020 sollen dann auch alle Freiflächen und Höfe begrünt sein.

Architekt Michael Dummert erläuterte auch Details der energiesparenden Haustechnik. Der gesamte Gebäudekomplex wird mit Fernwärme versorgt, auf den Dächern wird eine Fotovoltaik-Anlage mit einer Spitzenleistung von fast 100 Kilowatt Peak (kWp) installiert. was zu einer CO-Einsparung von 45 Tonnen pro Jahr beitragen soll. Und um die „grüne“ Schule perfekt zu machen, sollen die verdrängten Eidechsen auf dem Gelände ein neues, geschütztes Refugium bekommen.

Entlastung in vielen Bereichen

Bildungs- und Sportreferent Dr. Hermann Hage freute sich zusammen mit Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer – und natürlich auch Rektorin Beate Müller – auf den qualitativen und quantitativen Zuwachs in der städtischen Schullandschaft. Der im September geplante Umzug nach Prüfening ist Voraussetzung dafür, dass die alte Kreuzschule Am Judenstein saniert werden kann, sagte Hage. Eine Entlastung gerade für den Stadtwesten bringe auch der Kinderhort mit seinen 75 Plätzen mit sich. Der Sportreferent verwies zudem auf einen weiteren „öffentlichen Effekt“: Vereine werden die neue Sporthalle jeweils in den Abendstunden nutzen können. Dafür gebe es ebenfalls großen Bedarf.

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