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Medienwandel

Ein Jahr M-Plus: Vom Wert guter Arbeit

Die MZ investiert viel, damit sehr guter Journalismus Leser auch digital erreicht. Wir erklären, warum das etwas kosten muss.

Mediennutzung verändert sich. Heute lesen viele Menschen Nachrichten auf ihrem Smartphone. Auf diese Entwicklung müssen Medienhäuser reagieren. Foto: Zörkler
Mediennutzung verändert sich. Heute lesen viele Menschen Nachrichten auf ihrem Smartphone. Auf diese Entwicklung müssen Medienhäuser reagieren. Foto: Zörkler

Regensburg.Als regionales Medienhaus setzt die Mittelbayerische auf das, was wir am besten können: Wir liefern unseren Lesern gute Themen aus Ostbayern. Unsere Geschichten erzählen wir in Text, Bild, Video- oder Audioformat. Unser Nachrichtenangebot passt in den Alltag unserer Leser – unter anderem sind deshalb alle Inhalte für das Smartphone optimiert. Dafür investiert die Mittelbayerische viel. Chefredakteur Manfred Sauerer erklärt im Interview, warum sehr guter Journalismus auch digital etwas kosten muss.

Warum müssen Leser auf mittelbayerische.de für journalistische Inhalte bezahlen?

Weil diese Inhalte von professionellen Print- und Video-Journalisten, Fotografen und Grafikern erarbeitet werden und daher einen Wert an sich darstellen. Im Angebot der Mittelbayerischen-Redaktion steckt vieles: Nachrichten, recherchierte Hintergründe und Zusammenhänge, Meinungsbeiträge, jede Menge Service. Es werden alle Themenfelder abgedeckt, dabei liegt natürlicherweise ein Schwerpunkt auf der Region und hier bis hinein in die kleinsten Gemeinden. Da gibt es vieles nur exklusiv bei uns.

Manfred Sauerer ist Chefredakteur und Geschäftsführer im Mittelbayerischen Verlag. Foto: Lex
Manfred Sauerer ist Chefredakteur und Geschäftsführer im Mittelbayerischen Verlag. Foto: Lex

Was alles muss der Verlag finanzieren?

Die Journalisten haben in der Regel ein Studium abgeschlossen und üben ihren Beruf mit großem Einsatz aus. Es versteht sich von selbst, dass sie vom Verlag angemessen bezahlt werden. Daneben hält der Verlag die komplette technische Infrastruktur für das Ausspielen der Inhalte im Netz vor. Ein Verlag, der ja auch ein großes Druckzentrum betreibt, tonnenweise Papier kauft und tausende von Zeitungszustellern beschäftigt. Seit gut eineinhalb Jahrzehnten wird die digitale Nutzung von Medieninhalten immer umfangreicher. Logisch, dass dann auch viele Redaktionsressourcen dorthin fließen und es unmöglich ist, die aufwendig erarbeiteten Beiträge zu verschenken.

„Man hat den Online-Journalismus jahrelang querfinanziert. Ein Fehler, der heute nur schwer wieder gut zu machen ist.“

Manfred Sauerer, Chefredakteur

Früher waren im Web ja beinahe alle Stücke kostenlos…

Ein vor allem deutsches Phänomen. Der öffentlich-rechtliche Rundfunk erhält die Rundfunkbeiträge und darf noch eine bestimmte Sendezeit durch Werbung vermarkten. Die Zeitungshäuser müssen ihre Kosten vor allem durch Leser-Abos und Werbung finanzieren. Lange Zeit scheuten sich die Zeitungen, für ihr Online-Angebot Geld zu verlangen. Man hat also den Online-Journalismus, der sich in Aktualität, Machart und Darreichungsformen durchaus vom Print-Journalismus unterscheidet, jahrelang querfinanziert. Ein Fehler, der heute, da Print-Auflagen deutlich fallen, nur schwer wieder gut zu machen ist. Dabei ist doch klar: Wir erstellen und verkaufen Inhalte. Und die werden längst nicht mehr nur auf bedrucktem Papier gelesen.

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Anzeigenumsätze sollen ja insgesamt abnehmen, dazu verursacht die Zeitungszustellung immer höhere Kosten. Wie reagieren Regionalzeitungen?

Wir brauchen zufriedene Leser und Kunden, die den Wert unserer Leistungen anerkennen und dafür bezahlen. Das kommt einem Spagat gleich, denn wir haben einerseits eine große Menge an Lesern, die ihre Zeitung auf dem Frühstückstisch wollen. Aber wir müssen gleichzeitig neue, weitgehend jüngere Zielgruppen erschließen. Daher muss uns die Transformation in das sogenannte Digitalzeitalter so gut wie irgend möglich gelingen.

Klingt nicht ganz einfach…

Im Zentrum steht ein qualitativ hochwertiger Journalismus, der sorgfältig, transparent und mit Esprit betrieben wird. Aber auch die Technik hilft uns im Bemühen, besser zu werden. Durch die Analyse von Nutzungsdaten erkennen wir, warum ein Beitrag besonders gut oder eben nicht so gut angekommen ist. Nicht nur die Zahl der Aufrufe ist dabei wichtig, sondern etwa auch, ob ein Text zu Ende gelesen wurde. Im Digitalen lässt sich noch etwas „reparieren“, zum Beispiel eine Stelle, an der viele Leser „ausgestiegen“ sind.

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Kann die Redaktion das alles in ihren Alltag integrieren?

Die Kenntnis darüber, wie bestimmte Beiträge bei den Leser angekommen sind, ist für die Journalisten essentiell. Das wollen auch alle wissen. Wir nennen das „dateninformiert“. Wenn es aber darum geht, die Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Inhaltskonzepten oder Abo-Kampagnen zu nutzen, treten Spezialisten auf den Plan, die tiefer in die Analyse der Nutzungs- und Nutzer-Daten eintauchen.

Was zeichnet die M-Plus-Stücke aus, also diejenigen, die dem Leser ohne Abo nicht zur Verfügung stehen?

Der Wert der Arbeit an einem Plus-Stück sollte besonders augenfällig sein. Natürlich nehmen das nicht alle Menschen gleich wahr, aber wir haben recht verlässliche Kriterien, wie hoch die Relevanz eines gewissen Beitrags für unser Leser sein wird. Für ein regionales Medium ist Nähe besonders relevant, ebenso die Menge der vom Thema betroffenen Menschen, natürlich auch Exklusivität. Der Überraschungsfaktor oder die Beteiligung von Prominenz können einen Beitrag ebenfalls besonders relevant machen. Und digital sind weitere Bestandteile wie Videos, Podcasts, Bildergalerien möglich.

Studien belegen, dass Regionalzeitungen eine besonders hohe Glaubwürdigkeit genießen.

Wir sind einfach näher bei den Menschen. Was wir regional berichten oder kommentieren, ist gut überprüfbar, viele Leser kennen unsere Autoren. Wichtig ist, dass wir unsere Unabhängigkeit deutlich machen und Situationen gut managen, in denen wir Fehler gemacht haben. Denn die bleiben nicht aus, auch wenn wir sie gern vermeiden möchten.

In Deutschland gibt es eine Presse-Konzentration. Viele Regionalzeitungen gehören inzwischen zu großen Medienkonzernen. Was heißt das?

Dass die Meinungsvielfalt schwindet und dass Arbeitsplätze verloren gehen. Die Frage, wie sich Journalismus im Internet finanzieren lässt, berührt nicht nur die Wirtschaftsinteressen einzelner Medienunternehmen, sondern auch die Funktionsfähigkeit der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Studien belegen, dass der Wert des Journalismus in Deutschland mehr und mehr erkannt wird. Die Zahlungsbereitschaft im Internet ist jedoch noch nicht besonders stark ausgeprägt. Wir arbeiten dafür, dass sich das ändert.

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So werden Sie M-Plus-Leser:

  • Premiuminhalte: In unserem kostenpflichtigen Plus-Angebot steckt geballte Redakteurskompetenz. Unsere Autoren bewerten und analysieren die Ereignisse in der Region – tiefgründig und meinungsstark. Unsere Servicethemen machen Ihnen das Leben in Ostbayern einfacher. M-Plus ist für uns ein Qualitätsversprechen.
  • Abonnement: Mit einem Web-Abo haben Sie unbegrenzten Zugang zu den Inhalten auf unserer Website www.mittelbayerische.de. Sie können M-Plus 30 Tage kostenlos testen. Danach kostet das Web-Abo für Print- und ePaper-Kunden 1,99 Euro im Monat. Leser, die bislang kein Abo haben, bezahlen 9,99 Euro.
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Zum M-Plus-Jubiläum haben wir bei den Geschichten, die unsere Leser besonders interessant fanden, noch einmal nachgefragt. Die Updates gibt es unter: www.mittelbayerische.de/plus

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