MyMz
Anzeige

Aktion

Ein Mix aus Spaß und Geschäft

In der NetzWerkstatt unterstützen sich Unternehmen aus Regensburg gegenseitig. Nun besuchten sie die Theaterakademie.
Von Martina Groh-Schad

  • Netzwerken im Theaterfundus: Die Unternehmerinnen Alexandra Strell und Elisabeth Roggenstein schätzen den Austausch mit anderen. Foto: Groh-Schad
  • Meike Fabian und Peter Klein Foto: Groh-Schad

Regensburg.Alexandra Strell und Elisabeth Roggenstein bewundern die Kostüme in der Akademie für Darstellende Künste. Ob das Kleid passen würde? Die Unternehmerinnen scherzen miteinander. Strell ist seit zwei Jahren bei Treffen zum Frühstücken, zum Dinner, bei Festen oder Betriebsbesuchen der Gruppe dabei. Roggenstein kam vor einem Jahr dazu. „Ich mag die Mischung aus Business und Geselligkeit“, sagt Strell, und Roggenstein ergänzt: „Ich habe schon mit einigen Projekte umgesetzt.“

Gastgeberin des Abends ist die stellvertretende Leiterin der Theaterakademie, Meike Fabian, die Mitglied der NetzWerkstatt ist. Sie führt die 30 Gäste durch das Haus und berichtet aus dem Alltag der Schauspielschule. „Die Akademie kennen viele noch nicht“, sagt sie. „So ein Netzwerk ist eine gute Plattform für Multiplikatoren.“

150 kleine und mittelständische Unternehmer vereint der Gruppengründer Peter Klein aktuell in seiner NetzWerkstatt. Sie verabreden sich bei Facebook, tauschen Tipps aus und empfehlen sich gegenseitig. Das Besondere ist, dass nur ein Branchenvertreter zugelassen wird. „Ausnahmen gibt es nur, wenn sich die Konkurrenten verstehen“, sagt er. Wer zuerst in der Gruppe ist, ist dabei. Aber man muss sich bewähren. „Ich habe neulich 50 nicht aktive Mitglieder aus der Gruppe geschmissen“, sagt er. „Unzuverlässige Leute brauchen wir nicht.“

Umsatz durch Empfehlungen

Nach dem Rundgang durch die Schule sind die Teilnehmer am Zuge. Jeder hat eine Minute Zeit, sein Unternehmen vorzustellen. „Vielen ist anfänglich nicht klar, warum sie sich immer wieder vorstellen sollen“, sagt er. „Mit der Zeit bleibt bei den anderen etwas hängen.“ Der 63-jährige Unternehmer bezweckt noch mehr: „Es ist eine gute Übung, sein Geschäft interessant zu präsentieren.“

Die Netzwerkstatt

  • Anfänge:

    Die NetzWerkstatt von Peter Klein gibt es seit sieben Jahren. Aktuell treffen sich 150 kleine und mittelständische Unternehmer regelmäßig und tauschen sich aus. Durch Empfehlungen erweitern sie ihren Kundenstamm.

  • Mitgliedschaft:

    Theoretisch kann jeder Unternehmer Mitglied werden, praktisch lässt Klein nur einen Anbieter jeder Branche zu. Die Mitgliedschaft ist kostenlos.

Wie es sich für Unternehmer gehört, sind im Verlauf des Abends Zahlen an der Reihe. Klein notiert auf Zuruf, was ihm die Mitglieder an Umsätzen melden, die durch Empfehlungen entstanden sind. Am Ende kommt er auf eine ordentliche Summe: Seit Jahresbeginn haben die Partner sich gegenseitig Aufträge mit einem Umsatz von einer Million Euro verschafft. „Es gibt keine Wertigkeit“, sagt Klein. „Die 50 Euro, die eine Kosmetikerin auf Empfehlung verdient, sind genauso wichtig wie ein Immobilien-Deal“, erklärt er. Die Zahlen sind natürlich weder vollständig noch überprüfbar. Sie sollen nur zeigen, was man durch Empfehlungen bewegen kann.

Am Ende des offiziellen Teils steht die Übergabe eines Pokals, der an einen Oskar erinnert. „Netzwerkstatt. Best Superstar“, steht auf der Figur, die nach jedem Treffen von Einem zum Anderen wandert. Heute freut sich Melanie Baron über die Auszeichnung. Sie hat die Zeit genutzt, um für das Projekt eines Freundes in Indien zu werben, der Kinderkleidung benötigt. „Das war mir eine Herzensangelegenheit“, sagt sie und macht deutlich, worum es auch geht: Sich gegenseitig zu helfen.

Hilfe auch im Privatleben

Neulich nachts blieb das Auto eines Mitglieds in einem Graben hängen. Ein Anruf bei einem Netzwerkpartner genügte, und schon stand ein Abschleppwagen bereit. Es fehlt ein Handwerker mit Spezialkenntnissen? Einmal kurz ins Netzwerk gefragt und schon gibt es Empfehlungen. Das war es auch, was Meike Fabian in die NetzWerkstatt führte. „Jemand hat ein Problem und die Leute versuchen zu helfen“, sagt sie. „Das finde ich positiv.“

Danach beginnt der gemütliche Teil. Sie sitzen zusammen, reden über Projekte und empfehlen sich. Peter Klein lehnt sich zurück. Er hat sein Ziel erreicht und auch Meike Fabian kann sich freuen: Viele Gäste wollen künftig als Besucher ins Theater kommen und die Akademie empfehlen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht