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Tierrechtler

Ein Schwein soll Menschen wachrütteln

Mit einem überdimensionalen Modell auf dem GrunzMobil informierte die Albert-Schweitzer-Stiftung über die Missstände bei der Massentierhaltung.
von Daniel Steffen, MZ

Mit einer eindeutigen Botschaft gegen die Massentierhaltung wandten sich die Aktivisten Carsten Halmanseder (links) und Nicolas Thun von der Albert-Schweitzer-Stiftung am Kohlenmarkt an die Passanten. Foto: Steffen

REGENSBURG. Am Kohlenmarkt sorgte ein überdimensionales Schwein für Aufmerksamkeit: Vom Dach eines PKW-Anhängers aus schaute es zu den Passanten in der Altstadt hinab. Was auf den ersten Blick lustig aussah, hatte jedoch einen ernsten Hintergrund: Mit dem „GrunzMobil“, wie das Gefährt heißt, will die Albert-Schweitzer-Stiftung die Menschen nachdenklich machen über die Massentierhaltung. Motto der diesjährigen Deutschlandtour ist „Wen streicheln, wen essen?“. Der Nutztierhaltung wird dabei kritisch auf die Finger geschaut.

Vor Ort informierte auch Carsten Halmanseder, Leiter der Stiftungs-Öffentlichkeitsarbeit. Er ist überzeugt: „Wenn wir in Massen Fleisch essen, dann beflügelt das die Massentierhaltung nur weiter.“ Und die bedeute nicht nur, dass die Tiere ein ganzes Leben lang leiden müssten, sondern auch, dass die modernen Zivilisationskrankheiten zunähmen. Welchen Zuständen Rinder, Schweine, Hühner und Puten in manchen Großbetrieben ausgesetzt sind, dokumentierte ein Undercover-Video: Das Interesse an der Thematik war bei Passanten aller Altersgruppen groß.

Carsten Halmanseder lebt, wie er sagt, seit mehreren Jahren fleischfrei. Trotzdem vermisst er die leckere Küche nicht, weil er an vegetarischen Bratwürsten ebenso Geschmack findet wie an vegetarischem Gyros. „Ich muss auf nichts verzichten, weil es für alles eine gute Alternative gibt.“

Schon lange hatte Halmanseder vom Leid der Tiere in der Massentierhaltung gewusst. Im Alter von 38 Jahren ergriff er dann die Initiative. Seine Botschaft ist eindeutig: „Als Konsument hat jeder von uns die Macht, zu entscheiden, welches System er unterstützt. Der Wandel beginnt auf dem eigenen Teller.“

Hoffnung auf eine Veränderung hat er: „Zum Glück konnte in Deutschland der steigende Fleischkonsum gestoppt werden.“

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