MyMz
Anzeige

Protest

Ein starkes Zeichen gegen Rechts

Der Tag begann friedlich und mit einem deutlichen Signal gegen Rechts – der Tag endete in einem harten Polizeieinsatz, bei dem mehrere Menschen verletzt und sechs verhaftet wurden, als sie den Wahlkampfbus der NPD am Donnerstag bei der Abfahrt hindern wollten. Offizielle Zahlen liegen bisher nicht vor.

Stunden vor dem fragwürdigen Einsatz stellte sich am Donnerstag ein breites Bürgerbündnis gegen die Ultrarechten – Tausende säumten die NPD auf dem Domplatz ein, so dass von den Reden nur ein Bruchteil nach außen drang. Nur wenige Minuten nachdem der Münchner NPD-Mann Karl Richter – umgeben von insgesamt elf Gesinnungskameraden – anfing, gegen eine angebliche „Asylantenschwemme“ zu hetzen und die Gegendemonstranten als „Faschisten“ beschimpfte, meldete sich das Wahrzeichen der Stadt zu Wort. Domprobst Dr. Wilhelm Gegenfurtner ließ die Glocken des Regensburger Doms läuten. Der Grund: „Damit die Leute dieses Gerede nicht hören müssen.“

Stopp vor dem Dom als „Notmaßnahme“

Dass der NPD-Truck ausgerechnet vor dem Dom St. Peter Station machte, begründete Polizeisprecher Stefan Hartl als „taktische Maßnahme, um möglichen Eskalationen vorzubeugen“. Gegenüber der MZ erklärt Einsatzleiter Wolfgang Mache, dass die Ultrarechten aus einer „Notmaßnahme“ heraus hier stünden. Geplant sei das nicht gewesen, versicherte er. Er verweist auf die städtische Versammlungsbehörde, die den Kundgebungsort am Kohlenmarkt bestimmt habe. Daher sei diese Behörde dafür auch verantwortlich. Am Nachmittag war auf dem Haidplatz daran noch nicht zu denken: Bürgermeister Joachim Wolbergs, der die bisherige Linie der Stadt, NPD-Versammlungen nicht bekannt zu geben, durchbrochen hatte, wurde parteiübergreifend für diese Entscheidung gelobt. Er sprach sich für ein NPD-Verbotsverfahren aus und sagte, dass Neonazis hier nichts zu suchen hätten. Philipp Graf von und zu Lerchenfeld verlas eine Botschaft von Bischof Rudolf Voderholzer: Er danke von Herzen allen, „die sich mit der Demonstration gegen die NPD-Ideologie auf die Seite einer zukunftsweisenden und menschengerechten Lebensordnung stellen“

Wolbergs: „Stolz auf Regensburg“

Nachdem der NPD-Bus gegen 19.30 Uhr die Stadt verlassen hatte, beruhigte sich die Lage nur langsam wieder: Bürger, gezeichnet vom Reizgaseinsatz der Polizei, redeten auf Wolbergs und den Einsatzleiter ein – viele wollen Anzeige erstatten. Mache dazu: „Wir hatten keine andere Wahl.“ Wolbergs sagte zur MZ, dass er heute dennoch stolz auf Regensburg sei. Er habe zwar versucht, die Situation per Megafon zu beruhigen, sei aber gescheitert. Was danach passiert sei, könne er nicht bewerten. Er glaube aber, die Einsatzkräfte seien dazu gedrängt worden. Laut einer Mitteilung der Polizei wurden drei Polizisten verletzt.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht