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Eine Abschiedsfeier mit Untertönen

Beim Festakt würdigten die Redner Erfolge von Uni-Rektor Prof. Dr. Thomas Strothotte – sie gingen aber auch auf seine Abwahl nach nur einer Amtszeit ein.
Von Louisa Knobloch, MZ

  • Oberbürgermeister Hans Schaidinger würdigte die Verdienste von Prof. Dr. Thomas Strothotte. Foto: altrofoto.de
  • Die Professoren-Band „Wise Noise“ sorgte beim Festakt für Musik. Foto: altrofoto.de
  • Prof. Dr. Thomas Strothotte (l.) und Prorektor Prof. Dr. Jürgen Jerger Foto: altrofoto.de

Regensburg. Mit einem Festakt im Historischen Reichssaal haben mehr als 200 Vertreter aus Wissenschaft, Politik und Wirtschaft am Mittwochabend den scheidenden Rektor der Universität Regensburg, Prof. Dr. Thomas Strothotte, verabschiedet. Seine Amtszeit endet nach vier Jahren am 31. März.

Oberbürgermeister Hans Schaidinger verwies in seiner Rede auf die besondere Verbindung von Stadt und Universität. So sei der beispiellose wirtschaftliche Aufschwung Regensburgs ohne die Universität nicht denkbar. Besonders würdigte Schaidinger Strothottes Verdienste um die Internationalisierung. „Er hat wesentlich dazu beigetragen, dass sich die Regensburger Universität weiter nach Ost- und Westeuropa geöffnet hat und dass Studenten aus Regensburg bei Auslandsaufenthalten an Partneruniversitäten ihr Wissen und ihren Horizont erweitern können.“ Auch das Projekt ProSalamander, bei dem Akademiker aus dem Ausland, deren Abschlüsse in Deutschland nicht anerkannt werden, sich nachqualifizieren können, hob der Oberbürgermeister als positives Beispiel hervor. Davon profitiere die exportorientierte Wirtschaft im Raum Regensburg, die auf akademische, mehrsprachige Fachkräfte mit internationaler Erfahrung angewiesen sei.

Viele Impulse für die Universität

Auf die Impulse, die Strothotte in seiner vierjährigen Amtszeit gegeben hatte, ging auch Prorektor Prof. Dr. Jürgen Jerger ein. Als herausragende Beispiele nannte er das Secondos-Programm für Studierende mit zweitem sprachlichen und kulturellen Hintergrund, die Förderung der außeruniversitären Forschung, den Erfolg bei der Exzellenzinitiative im vergangenen Jahr, die gemeinsam mit der Hochschule geplante School of Engineering sowie Themenverbünde, in denen vorhandene Expertisen über Fakultätsgrenzen hinweg zusammengeführt werden sollen. Stellvertretend stellten Prof. Dr. Inga Neumann und Prof. Dr. Henning Müller den Themenverbund „Gewalt und Aggression“ näher vor. „Die Universität soll sich an Themen bewegen, die Brennpunkte der Gesellschaft sind und jeden betreffen“, erläuterte Strothotte selbst das Konzept.

Aber nicht nur die Erfolge Strothottes bestimmten die Redebeiträge, sondern auch seine Abwahl nach nur einer Amtszeit. „Angesichts der Impulse, die Sie gegeben haben, mag es verwundern, dass wir uns heute überhaupt zu Ihrer Verabschiedung treffen“, sagte Jerger. Er erinnerte daran, dass Strothotte 2009 als bisher erster Rektor der Universität von außen gekommen sei. „Sie kamen mit eigenen Ideen und haben Spuren hinterlassen, die noch lange in die Zukunft wirksam sein werden“, so der Prorektor. Möglicherweise hätten rasche Änderungen zu Irritationen geführt. Unter Applaus sagte Jerger, er würde sich mehr Transparenz im Wahlverfahren wünschen. Auch Stefan Fink, der als Vertreter der Wirtschaft sprach, verzichtete nicht auf Seitenhiebe: „Sollte es auch bei Ihrer zukünftigen Tätigkeit ein Gremium geben, das Ihre Leistung bewertet, dann wünsche ich Ihnen ein Gremium mit Klarsicht und weisen Entscheidungen“, sagte er. Strothotte werde ohne die Universität Regensburg gut zurechtkommen – ob dies auch umgekehrt so sei, werde sich erst noch zeigen müssen.

Plan für die künftige Entwicklung

Als Vertreter der Studierenden erinnerte Ssaman Mardi an die Studentenproteste und die Hörsaalbesetzungen im Wintersemester 2009/10: Statt auf Polizeigewalt und Räumungen habe Strothotte auf Verständnis und Dialog gesetzt. Gegen drohende Kürzungen im Hochschulbereich war der Rektor 2010 sogar gemeinsam mit den Studierenden auf die Straße gegangen. Bei den Studierenden, seinen Mitarbeitern, Wegbegleitern und seiner Familie – seine Frau und fünf Kinder waren extra aus Berlin angereist – bedankte Strothotte sich. Auch an die Zukunft der Universität hat er bereits gedacht: Er hinterlässt seinem Nachfolger einen Hochschulentwicklungsplan.

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