MyMz
Anzeige

Austausch

Eine deutsch-chinesische Musikliebe

Zehn Jahre Partnerschaft: Der Cantemus Chor Regensburg bekommt Besuch aus China. Gemeinsam wird gesungen und gefeiert.
Von Angelika Lukesch

24 Mitglieder des Xiao Hai Ensembles besuchen Regensburg und geben zusammen mit dem Cantemus Chor ein Konzert. Foto: Cantemus
24 Mitglieder des Xiao Hai Ensembles besuchen Regensburg und geben zusammen mit dem Cantemus Chor ein Konzert. Foto: Cantemus

Regensburg.Zweimal, in den Jahren 2016 und 2017, veranstaltete der Cantemus Chor eine Tournee durch China. Nun, im zehnten Jahr der Partnerschaft zwischen Quingdao und Regensburg, erhält der Cantemus Chor chinesischen Gegenbesuch. Am Dienstag werden 24 chinesische Kinder im Alter zwischen acht und elf Jahren und vier Erwachsene als Betreuer in Regensburg ankommen und bis Sonntag bleiben. Die Cantemus-Chor-Sänger und der Leiter des Chores, Matthias Schlier, freuen sich schon sehr auf die Wiederbegegnung. Ein großes, gemeinsames Programm ist geplant.

Die ersten Kontakte des Cantemus Chores mit China entstanden vor drei Jahren. Zur ersten Chinatournee war der Cantemus Chor durch die Empfehlung des Windsbacher Knabenchores, der regelmäßig in China gastiert, gekommen. Die Windsbacher hatten den Cantemus Chor vor Ort in China empfohlen und prompt kam von dort eine Anfrage an Matthias Schlier, der diese Gelegenheit nicht ungenutzt für seinen Chor vorüber gehen ließ. Ende Juli/Anfang August 2016 reiste der Cantemus Chor nach China und gab dort sieben Konzerte in sechs Städten. Passgenau war das vorgetragene Programm auf den Geschmack des chinesischen Publikums zugeschnitten worden. Dargeboten wurde ein 90-minütiges Konzertprogramm von klassischer Chormusik über Volkslieder bis hin zur Musical-Revue und einigen chinesischen Liedern.

Das Publikum summt mit

Schon bei dieser ersten Tournee waren die Regensburger sehr überrascht von der großen Emotionalität der Chinesen, die von den Regensburgern Sängern überaus begeistert waren. Dass bereits ein Jahr später, 2017, die zweite Cantemus-China-Tournee stattfinden konnte, hatte man der Kulturstiftung des VW-Konzerns, die ein großes Interesse am deutsch-chinesischen Kulturaustausch hat, zu verdanken.

Bei dieser zweiten Tournee legten die Regensburger besonderen Wert auf die Begegnung mit Kindern und Jugendlichen in Quingdao. Dort trafen sie auch das Xiao Hai Ensemble, deren 28 Abgesandte morgen in Regensburg eintreffen werden.

Die Cantemus-Chor-Sänger freundeten sich mit den chinesischen Sängern an. Foto: Cantemus
Die Cantemus-Chor-Sänger freundeten sich mit den chinesischen Sängern an. Foto: Cantemus

Die Cantemus-Chor-Mitglieder freundeten sich mit den chinesischen Kindern und Jugendlichen an, probten gemeinsam und gaben ein gemeinsames Konzert. Der Tourneeplan 2017 führte die Regensburger nach Quingdao, Jinjan, Peking, Tianjin und nach Shanghai. Auch hier griffen die Regensburger wieder auf das bewährte Muster der Programmgestaltung zurück und trugen klassische Chorliteratur, moderne Arrangements und szenische Beiträge vor. Die Begeisterung des Publikums sei oft auch dadurch daran zu erkennen, dass das Publikum mit gesungen habe, erzählt ein Teilnehmer dieser zweiten China-Tournee.

In diesen Tagen sind nun also die Kinder und Jugendlichen des Xiao Hai Ensembles die Gäste und werden in Regensburg mit einem umfangreichen Programm empfangen.

Für die gegenseitige Verständigung ist auch gesorgt, denn, wie Matthias Schlier erzählt, komme eine Chormama ursprünglich aus der Gegend von Quingdao, sei also chinesische Muttersprachlerin. Ihre Tochter Melanie, die elf Jahre alt ist, spreche fließend deutsch, chinesisch und englisch.

Die fünf Tage, die die chinesischen Gäste in Regensburg bleiben, sind voll durchgetaktet. Die Gäste checken am Mittwoch in der Jugendherberge ein und werden am selben Tag das Haus der Musik und das Theater besichtigen. Am Donnerstag steht der Empfang bei der Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer auf dem Programm sowie eine Stadtführung und eine Führung durch das Schloss Thurn und Taxis. Am Freitag wird das Goethe-Gymnasium besucht (Partnerschule der Schule Nummer 9 in Quingdao), dort wird auch zu Mittag gegessen. Am Nachmittag steht eine Schifffahrt zur Walhalla auf dem Programm und später gibt es einen Begegnungsabend im Haus der Musik mit dem Cantemus Chor. Am Samstag proben das Xiao Hai Ensemble und der Cantemus Chor zusammen im Haus der Musik. Am Nachmittag steht das Bischofshof-Bierfest und am Abend das Jubiläumskonzert im Neuhaussaal auf dem Programm. Am Sonntag nach dem Frühstück reisen die chinesischen Gäste wieder zurück in ihre Heimat.

Chinesische Lieder sind zu hören

Beim Jubiläumskonzert werden beide Chöre einen Querschnitt ihres Repertoires vorstellen. Die chinesischen Kinder werden außerdem noch Tänze zeigen und eine Solonummer. Der Cantemus Chor wird Ausschnitte des Programms der China-Tournee vortragen, außerdem einige chinesische Lieder, die von beiden Chören zusammen gesungen werden. „Unterstützt werden wir noch vom Chinesisch-Kurs des AMG, der Percussiongruppe der Sing- und Musikschule (Leitung Antonino Seccia), Latscho Due an der Gitarre und der PiuPiu-Band.

Matthias Schlier ist nach zwei Chinatourneen stark beeindruckt von der Reaktion der Chinesen auf die deutschen Gäste. Nun freut er sich, dass der chinesische Gegenbesuch in Regensburg endlich stattfindet: „Die Freundlichkeit und Herzlichkeit, die wir in Quingdao gespürt haben, hatte uns doch überrascht. Wir wurden wie Staatsgäste behandelt. Die Bewohner von Quingdao sind stolz auf ihre „deutsche“ Vergangenheit. Die Chinesen sind grundsätzlich sehr stolz darauf, wenn Europäer ihr Land besuchen. Ihr Interesse an Austausch und Partnerschaft „auf Augenhöhe“ ist ungemein groß und ehrlich. Somit ist dieser Gegenbesuch für die Kinder aus Quingdao ein außergewöhnliches Ereignis und wir werden alles tun, um ihnen diesen Besuch zu einem großartigen Erlebnis werden zu lassen.“

Das Jubiläumskonzert anlässlich zehn Jahren Partnerschaft zwischen den Städten Regensburg und Qingdao findet dann am 13. April um 19.30 Uhr im Neuhaussaal statt.

Chinesische Musik

  • Tradition:

    Chinesische Musik (Han- Chinesen) hat eine sehr lange Tradition. Das Buch der Lieder ist eines der ältesten Zeugnisse chinesischer Musikliteratur. Es stammt aus der Zeit zwischen 1000 und 600 Jahren vor Christus. Konfuzius betrachtete Musik als Instrument zur Erreichung kosmischer Harmonie.

  • Peking-Oper:

    In der Qin-Dynastie gab es sogar ein kaiserliches Musikamt. In dieser Zeit (17. Jahrhundert) entstand auch die sogenannte Peking-Oper. Klangfarbe und Melodie sind die wichtigsten Faktoren bei chinesischer Musik. Die Tonleite

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht