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Eine Enthüllung, die das Bistum liebt

Am Dienstag wird an Regensburgs Schottenkirche offiziell aufgedeckt: Das Denkmal, das an den Papst-Besuch 2016 erinnert.
Von Helmut Wanner, MZ

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und der Künstler Joseph Michael Neustifter machten im April am 1:1-Modell aus Pappe bereits die Probe-Enthüllung. Archiv-Foto: Lex
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und der Künstler Joseph Michael Neustifter machten im April am 1:1-Modell aus Pappe bereits die Probe-Enthüllung. Archiv-Foto: Lex

Regensburg. Papst Benedikt XVI. feierte am 12. September 2006 mit Tausenden von Gläubigen auf freiem Feld am Unterislinger Weg die Heilige Messe. Genau elf Jahre später segnet Bischof Dr. Rudolf Voderholzer im Rahmen eines feierlichen Festaktes das Denkmal zur Erinnerung an den einmaligen Pastoralbesuch des Pontifex. Die Regensburger sind an diesem Dienstag um 18 Uhr in der Schottenkirche St. Jakob zur Mitfeier der Pontifikalvesper eingeladen.

Aus Verbundenheit mit Benedikt

Bistumsprecher Clemens Neck fände es schön, „wenn möglichst viele Menschen daran Anteil nehmen könnten, um ihre Verbundenheit mit dem Papst emeritus zum Ausdruck zu bringen“. Ein Besuch lohnt sich allemal. Nicht nur wegen des schönen Erzbischofs Georg Gänswein aus Rom, der in Vertretung des Papstes emeritus ein Grußwort verlesen wird. Und auch nicht nur wegen der Domspatzen, die den Festakt musikalisch umrahmen. Schließlich ist das Denkmal, das im Anschluss gegen 19.30 Uhr vor dem Schottenportal gesegnet wird, ein bedeutendes Werk sakraler Kunst in unserer Zeit.

Das über zwei Meter hohe bronzene Denkmal, das auf einem elf Quadratmeter großen Fundament ruht, zeigt ein stilisiertes Haus und wird auf einer Stele von schwarzem Stein stehen. Der schwarze Granit aus Ägypten soll den alttestamentarischen Bezug herstellen. Der bekannte niederbayerische Künstler Joseph Michael Neustifter schuf das Kunstwerk. Die Kosten von 90 000 Euro trägt das Bistum. Das Fundament stiftete die Baufirma Rödl und Herdegen.

Assoziation mit dem Haus Europa

Er hat das Papstdenkmal geschaffen: Bildhauer und Künstler Joseph Michael Neustifter, hier mit einem Modell. Foto: Lex
Er hat das Papstdenkmal geschaffen: Bildhauer und Künstler Joseph Michael Neustifter, hier mit einem Modell. Foto: Lex

Das Denkmal beendet eine jahrelange kontroverse Diskussion um das Gedenken des Papstbesuches. Wie berichtet, hatten Grüne und Linke sich gegen diese Form des Erinnerns ausgesprochen, das die CSU im Stadtrat angeregt hatte. Der Bildhauer und Künstler Joseph Michael Neustifter erklärte gegenüber unserer Redaktion, wie er auf die Idee kam, für das Denkmal die Form eines Hauses abzubilden: Papst Benedikt habe zu Beginn seiner Amtszeit auf Benedikt von Nursia verwiesen und dessen Bedeutung für die geistigen Auseinandersetzungen unserer Tage betont. Benedikt von Nursia ist grundlegender Bezugspunkt für die Einheit Europas und nachdrücklicher Hinweis auf die unverzichtbaren christlichen Wurzeln unserer Kultur. Der heilige Benedikt von Nursia ist zugleich der Patron Europas und lässt an das „Haus Europa“ denken. Dies führte Neustifter zur ausschlaggebenden Überlegung, das Haus als Symbolzeichen zu verwenden.

Viele Gründe für das Haus Kirche

„Ein Haus mit Narben und Dellen, abgeschliffenen Ecken und Flächen. Nicht starr. Es lebt und pulsiert und hat sich über die Zeit leicht verschoben. Aber es hält und steht. Auf einem soliden Grundstein. Denn: Auf diesem Felsen werde ich meine Kirche bauen“, so der Künstler und Bildhauer. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer sah anlässlich der Vorstellung des Denkmals im April dieses Jahres noch zwei andere Gründe, die für das Haus als Form des Gedenkens sprechen. So habe der 23-jährige Joseph Ratzinger über den heiligen Augustinus promoviert. Seine Dissertation trägt den Titel „Volk und Haus Gottes“. Außerdem habe Benedikt XVI. bei seinem Pastoralbesuch im September 2006 im ehemaligen Schottenstift und heutigen Priesterseminar übernachtet. Seit dem Jahr 2008 beherbergt dieses Haus auch das Institut Papst Benedikt.

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Der Ablauf der Denkmal-Enthüllung

  • Vesper:

    Zunächst feiern die Gläubigen am Dienstag um 18 Uhr eine Pontifikalvesper in der Regensburger Schottenkirche St. Jakob. Voderholzer zelebriert die Messe. Die Regensburger Domspatzen und Prof. Franz Josef Stoiber, der Domorganist, umrahmen die Pontifikalvesper in der Schottenkriche musikalisch.

  • Grußworte:

    Direkt im Anschluss sprechen Gänswein, Staatsministerin Emilia Müller, Regierungsvizepräsident Walter Jonas, Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer und der Künstler Joseph Michael Neustifter ihre Grußworte. Danach – gegen 19.30 Uhr – wird das Papstdenkmal auf dem Kirchenvorplatz gesegnet.

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