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Society

Eine illustre Gesellschaft im Auerbräu

Jedes Jahr schart Peter Kittel Freunde beim Truthahnessen um sich. Diesmal machte er Hoffnung auf einen Besuch Söders.
Von Tino Lex

Peter Kittel wusste sein Publikum im Auerbräu mit Anekdoten zu begeistern. Die geladenen Gäste dankten ihm mit tosendem Applaus. Serviert wurden fünf gebratene Truthähne mit einem Gesamtgewicht von rund 50 Kilogramm. Foto: Tino Lex
Peter Kittel wusste sein Publikum im Auerbräu mit Anekdoten zu begeistern. Die geladenen Gäste dankten ihm mit tosendem Applaus. Serviert wurden fünf gebratene Truthähne mit einem Gesamtgewicht von rund 50 Kilogramm. Foto: Tino Lex

Viele geladene Gäste kommen jedes Jahr zum Truthahnessen ins Auerbräu. Peter Kittel begrüßt aber nur zehn namentlich. Wer das ist, entscheidet der Zufall.

Jedes Jahr vor Weihnachten trifft sich im Auerbräu eine illustre Gesellschaft. Ergreift dann der Organisator des Abends das Wort, müssen alle still sein. Wen Peter Kittel beim Schwätzen erwischt, rügt er öffentlich und mit Humor. Zehn Gäste begrüßt Kittel jedes Mal namentlich – diejenigen, die Glücksfee Elfi Esser zuvor ermittelt hat – und erzählt Anekdoten über sie. Vor zwei Jahren war auch ein Minister darunter. Kittel hatte damals vorausgesagt, dass Markus Söder einmal Landesvater werden würde. Und Söder hatte ganz nach Kittels Geschmack reagiert: „Er versprach mir, dass er – wenn er Ministerpräsident ist – uns wieder besuchen würde. Jetzt steht er im Wort.“

Andreas Insinger ist nach einem Sturz zwar etwas lädiert. Ein Grund, die Einladung seines Freundes Peter Kittel auszuschlagen, ist das aber nicht.

Andreas Insinger kann trotz Verletzung schon wieder lachen. Foto: Tino Lex
Andreas Insinger kann trotz Verletzung schon wieder lachen. Foto: Tino Lex

Andreas Insinger und Kittel sind seit Jahrzehnten Freunde. Daher kam „Andy“ auch ins Auerbräu, obwohl er sich nicht fit fühlte. Bei einem Ausflug an den Wolfgangsee hatte sich der Unternehmer mit Schwung auf einer Eisplatte auf den Rücken gelegt und eine Rippe geprellt. Das schmerzt. „Sitzen und stehen geht, nur liegen ist schlecht“, verriet er. „Ich versuche es aber mit der besten Medizin, die es gibt.“ Ob man sich mit Kneitinger-Bier auch einreiben kann?

Claudia und Markus Fritsch waren erstmals beim Truthahnessen. Dessen Organisator kennen sie über einen anderen exklusiven Zirkel: das „Grünkohlessen“.

Claudia und Markus Fritsch amüsierten sich köstlich. Foto: Tino Lex
Claudia und Markus Fritsch amüsierten sich köstlich. Foto: Tino Lex

Wer wie Claudia und Markus Fritsch erstmals ins Auerbräu geladen ist, wird als Novize bezeichnet. „Ich bin voller Erwartung“, sagte die Cheforganisatorin des Regensburg Marathons. Fritsch war eingeladen, weil sie und Kittel seit einiger Zeit dem illustren Kreis des „Grünkohlessens“ angehören. Dort, erklärt Fritsch, würden allerlei lustige Dinge angestellt und jeder darf etwas Kulturelles beitragen. Am Ende wird der sogenannte „Grünkohl-König“ gekürt. In den vergangenen beiden Jahren schaffte es immer Kittel auf den Thron. Seine Einlagen sind legendär.

Kittel hat von Maximilian Schöberl, dem Kommunikationschef des BMW-Konzerns, profitiert. Jetzt verspeist auch der Kittels Truthahn.

Maximilian Schöberl kommt immer wieder gern nach Regensburg. Foto: Tino Lex
Maximilian Schöberl kommt immer wieder gern nach Regensburg. Foto: Tino Lex

Maximilian Schöberl (einst Mitarbeiter bei Radio Charivari) ist im Regensburger Auerbräu ein gerngesehener Gast. Kittel und er mögen sich. So erinnert sich Kittel, wie ihn Schöberl einmal – gerade umringt von wichtigen Persönlichkeiten – spontan in die Mitte nahm: „Peter, was sagst du zu dem Thema?“ „Von da an war ich mit dabei“, freute sich Kittel.

Schöberl hat bereits etliche Preise abgeräumt. So wurde er 2012 als „PR-Manager des Jahres“ ausgezeichnet, weil er – so die Jury – es geschafft habe, die Marke BMW unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit neu zu positionieren.


Arthur Theisinger schmiedet schon wieder große Pläne für 2018. Aber bei Kittels Truthahnessen war auch für ihn Zeit für eine Pause.

Arthur Theisinger und seine Martina haben auf Konzerten schon jede Menge erlebt. Foto: Tino Lex
Arthur Theisinger und seine Martina haben auf Konzerten schon jede Menge erlebt. Foto: Tino Lex

Arthur Theisinger, Chef von „Power Concerts“, ist immer dann zur Stelle, wenn das Unmögliche möglich gemacht werden soll: Papstbesuche zum Beispiel oder Konzerte mit großen Künstlern. Zurzeit organisiert er mit Martin Wunnike, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags, die siebte Auflage der MZ-Benefizgala. Für Theisinger ist das eine spannende Aufgabe: „Wir müssen die Donauarena für ein riesiges Orchester mit 160 Musikern und Sängern präparieren“, erzählt er. „Aber umso größer die Herausforderung ist, umso mehr Spaß haben wir.“ Privat besucht er auch selbst gerne Konzerte. Doch jüngst schlief der Agenturchef bei einer Opern-Aufführung der Schlossfestspiele ein. „Wegen seiner vielen Arbeit bekommt er halt sonst wenig Schlaf“, plaudert seine Martina aus dem Nähkästchen. Der Grund, dass beide bei Konzerten künftig nicht mehr in der ersten Reihe sitzen wollen, ist Arthur Theisinger aber nicht – sondern Martina. Beim Scorpions-Konzert 2016 hatte sie vorne, neben Fürstin Gloria, zwar gute Sicht. Aber plötzlich hatte Gloria alle aufgefordert zu tanzen. „Dabei mag ich das doch gar nicht“, sagte Martina.

Auch Christian Eckl bekam ein Stück vom Truthahn ab. Er und sein einstiger Widersacher Kittel haben Freundschaft geschlossen.

Dr. Christian Eckl, Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts, respektiert Kittel. Foto: Tino Lex
Dr. Christian Eckl, Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblatts, respektiert Kittel. Foto: Tino Lex

Dr. Christian Eckl, Redaktionsleiter des Regensburger Wochenblattes, zeigte sich beim Truthahnessen von Peter Kittels Organisationstalent beeindruckt: „Ich finde es unfassbar, welche Leute er an einen Tisch bringt.“ Nicht immer war sein Verhältnis zum Herausgeber der Stadtzeitung so prächtig. Jetzt sagt Eckl, er hätte gerne das Selbstbewusstsein Kittels. Kittel sei höchst liebenswert, könne in der Sache aber auch „knallhart“ sein. Vor allem hinsichtlich der Regensburger Stadtpolitik liege man nicht immer auf derselben Linie. Aber jeder respektiere des anderen Standpunkt. Das sei gut so, sagt Eckl.

Gut, wenn Mitarbeiter vielfältige Talente haben: Florine Lutz war einmal Kittels Retterin in der Not. Für ihn stieg sie in den Regen.

Florine Lutz half ihrem ehemaligen Chef Peter Kittel mit ihren Tauchkünsten aus. Foto: Tino Lex
Florine Lutz half ihrem ehemaligen Chef Peter Kittel mit ihren Tauchkünsten aus. Foto: Tino Lex

Florine Lutz hat eine Zeit lang die „Emma“ geführt, Peter Kittels Lokal am Emmeramsplatz. Der umsatzreichste Tag überhaupt war der, an dem die Gastronomin ihren eigenen Geburtstag feierte. Sie lud alle Gäste ein und „zahlte alles ganz“ brav. Erzählt Kittel von ihr, erzählt er aber auch von ihren Tauchkünsten: Als Kittel gemeinsam mit Freund Boris wieder einmal mit Magneten auf Schatzsuche gegangen war, verabschiedete sich Magnet „Onkel Tom“ in den Untiefen des Regens. Florine Lutz eilte zu Hilfe. Nach einigen Tauchgängen schaffte sie es „Onkel Tom“ zurück ans Tageslicht zu hieven. Der Felsen, an dem Florine das gute Stück barg, nennt sich seitdem „Florinchens Rock“.

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Impressionen vom Truthahnessen im Auerbräu

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