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Altersmedizin

Eine neue Klinik für 29 Millionen Euro

Am Mittwoch wird das Paul-Gerhardt-Haus gesegnet. Bereits am Dienstag erhielt der Presseclub erste Einblicke in den Bau.
Von Curd Wunderlich, MZ

Im Paul-Gerhardt-Haus sind wichtige Bereiche des neuen Zentrums für Altersmedizin untergebracht. Hier gibt es neben den Betten für Demenzkranke unter anderem auch eine Akutgeriatrische Tagesklinik.
Im Paul-Gerhardt-Haus sind wichtige Bereiche des neuen Zentrums für Altersmedizin untergebracht. Hier gibt es neben den Betten für Demenzkranke unter anderem auch eine Akutgeriatrische Tagesklinik. Foto: Lex

Regensburg.Ab Januar wird das Paul-Gerhardt-Haus beim Krankenhaus Barmherzige Brüder das Evangelische Krankenhaus ersetzen. Gesegnet wurde der neue Bau erst am Mittwoch. Auch die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml war dabei zu Gast. Aber schon am Dienstagabend bekamen die Mitglieder des Presseclubs einen Einblick in das Gebäude an der Prüfeninger Straße 86, in das die Barmherzigen Brüder und die Evangelische Wohltätigkeitsstiftung zusammen mit dem Freistaat Bayern 29 Millionen Euro investiert haben. Bald können hier ältere Patienten mit mehreren Erkrankungen versorgt werden.

Die Einladung stieß bei Mitgliedern des Presseclubs mit Manfred Sauerer, Geschäftsführer und Chefredakteur unserer Zeitung, an der Spitze auf reges Interesse. Chefarzt Prof. Cornel Sieber erklärte, was das Hauptziel der betagteren Patienten ist, die im neuen Bau vorrangig behandelt werden: der Erhalt ihrer Selbstständigkeit. Deshalb müsse in der Altersmedizin neben der Behandlung der akuten Erkrankungen vor allem auch der Rehabilitation viel Raum eingeräumt werden.

Rundwege zum Spazierengehen

Die Mitglieder des Presseclubs erhielten exklusiv Einblick in das neue Krankenhaus-Gebäude. Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler erläuterte anhand von Plänen, wie die Stationen verteilt sind.
Die Mitglieder des Presseclubs erhielten exklusiv Einblick in das neue Krankenhaus-Gebäude. Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler erläuterte anhand von Plänen, wie die Stationen verteilt sind. Foto: Wunderlich

Die Architektur des Hauses geht auf die Bedürfnisse der älteren Patienten ein, wie Prof. Sieber und Geschäftsführer Dr. Andreas Kestler erläuterten: So ist es in den Therapieräumen möglich, die Patienten so zu fördern, dass sie die Fähigkeiten, die sie im Alltag brauchen, so lange wie möglich erhalten können. In einem geschützten Bereich mit 14 Betten werden dementiell erkrankte Menschen betreut. In den Stationen können die Patienten auf Rundwegen spazieren gehen.

Damit sie nicht stürzen, gibt es in den Zimmern leuchtende Fußleisten mit Bewegungsmeldern. Da demente Patienten zum Teil weglaufgefährdet sind, bekommen sie Armbänder, über die sie geortet werden können. Zudem gibt es in jeder Station einen Gemeinschaftsraum. Im Paul-Gerhardt-Haus sind wichtige Bereiche des neuen Zentrums für Altersmedizin untergebracht. Hier gibt es neben den Betten für Demenzkranke auch eine Akutgeriatrie, eine Geriatrische Frührehabilitation sowie eine Akutgeriatrische Tagesklinik mit insgesamt 100 Plätzen.

Forschung in der „Modellklinik“

In der Akutgeriatrie geht es nicht nur um die Haupterkrankung der Patienten, auch weitere Beschwerden finden dort Aufmerksamkeit. Die Gesundheit der betagten Patienten kann zudem in der Geriatrischen Frührehabilitation soweit als möglich erhalten bleiben. Senioren, die noch in den eigenen vier Wänden leben, aber an einer Krankheit leiden, können in der akutgeriatrischen Tagesklinik mit 20 Plätzen versorgt werden. Jeden Abend kehren diese nach Hause zurück.

Vom Alten ins neue Haus

  • Vorbereitung:

    2013 gründete sich die Evangelische Krankenhaus Regensburg gGmbH aus den Barmherzigen Brüdern (80 Prozent) und der Evangelischen Wohltätigkeitsstiftung (20 Prozent).

  • Eröffnung:

    Ab dem 2. Januar können Patienten in dem neuen Haus versorgt werden, das am heutigen Mittwoch gesegnet wird.

  • Umzug:

    Das Evangelische Krankenhaus schließt am 23. Dezember. Der Umzug läuft von 27. bis 30. Dezember. Das Krankenhaus Barmherzige Brüder hat die Mitarbeiter übernommen.

  • Patienten:

    Die Belegung des Evangelischen Krankenhauses wird bis zum 23. Dezember reduziert. So müssen nur wenige Patienten verlegt werden.

Die Rehabilitation ist im Krankenhaus Barmherzige Brüder möglich. Wer noch nicht fit genug für ambulante Angebote ist, dem wird hier geholfen, in ein normales Leben zurückzufinden. Im kommenden Jahr eröffnet zudem ein Bereich für Alterstraumatologie. Zudem forschen Wissenschaftler im Paul-Gerhardt-Haus. Sie arbeiten mit dem Fraunhofer Institut, dem Institut für die Biomedizin des Alterns aus Erlangen und der Ostbayerischen Technischen Hochschule an neuen Behandlungsmethoden. Damit sei man eine „Modellklinik“, erklärte Prof. Sieber im Gespräch. Die neuen Methoden könnten auf den Stationen im Haus direkt getestet werden.

Die Leitung des Paul-Gerhardt-Hauses übernimmt neben Dr. Andreas Kestler Christian Kuhl, Prof. Cornel Sieber ist Chefarzt der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, Prof. Dr. Ute Hoffmann stellvertretende Chefärztin der Klinik für Allgemeine Innere Medizin und Geriatrie, Ralf Busse ist Pflegedirektor und René Sossau leitet die Pflegedienstleitung. Unter ihrer Leitung arbeiten Ärzte, speziell geschulte Pflegekräfte, Physio- und Ergotherapeuten, Logopäden, Psychologen, Ernährungsberater, Seelsorger und Sozialdienstmitarbeiter im Sinne der Patienten zusammen.

Bis Weihnachten werde noch gebaut, meinte Dr. Kestler am Dienstag. Danach soll bis Silvester alles endgültig fertig eingerichtet werden.

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