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Einspruch gegen Stromtrasse

Der Korridor entlang der A 93 ist vom Tisch. Jetzt wehrt sich Regenstauf gegen ein Erdkabel in den westlichen Ortsteilen.
Von Sabine Norgall

  • Mit Erdkabeln will Tennet künftig auf Korridoren, die noch geprüft werden, eine Gleichstromverbindung zwischen Sachsen-Anhalt und dem Kraftwerk Isar bei Landshut schaffen. Als eine mögliche Variante ist jetzt wieder eine Trasse über Steinsberg und Eitlbrunn im Gespräch. Archiv-Foto: Weihrauch/dpa
  • In diesem Bereich bei Eitlbrunn, den Bürgermeister Siegfried Böhringer begutachtet, wird eine Trassenvariante geprüft. Foto: Norgall

Regenstauf.Kurzfristig hatte man in Regenstauf aufgeatmet. Ende Juni stand fest, dass der Netzbetreiber Tennet nach Prüfung der möglichen Trassenvarianten für das Starkstrom-Erdkabel Süd-Ost-Link die Variante entlang der Autobahn A 93 nicht weiter verfolgt. Diese Trasse, argumentierte der Markt Regenstauf bereits 2017 bei seinen Einwendungen, hätte die Entwicklung eines Gewerbegebietes im Bereich der Autobahnauffahrt Regenstauf stark eingeschränkt, beziehungsweise verhindert. Doch die Freude blieb nicht lange ungetrübt.

Variante über Burglengenfeld

Lange schien es, als würde die Bundesfachplanung eine östliche Trasse über Nittenau und Brennberg in Richtung Wiesent favorisieren, sagt Bürgermeister Siegfried Böhringer. Regenstauf wäre somit nicht betroffen gewesen. Doch die westliche Alternativtrasse, von der die Regenstaufer Ortsteile Steinsberg, Eitlbrunn und Regenstauf-Süd betroffen wären, wird weiterhin untersucht. Dabei handelt es sich zwar um einen längst bekannten, möglichen Trassenverlauf. Doch durch die Variante über Burglengenfeld, die jetzt neu untersucht wird, könnte der Korridor über Steinsberg und Eitlbrunn vermehrt in den Fokus geraten, befürchtete Bauamtsleiter Reinhold Viehbacher.

Für Bürgermeister Böhringer ist klar: „Es wird keine Gemeinde geben, die begeistert ist. Bürgerproteste wird es überall geben.“ Vor allem Landwirte aus dem Raum Steinsberg und Eitlbrunn äußerten Bedenken, sagt Böhringer. Die Landwirte befürchten durch das Starkstrom-Erdkabel eine Erwärmung der Böden. Bei den Bürgerversammlungen in Steinsberg und Eitlbrunn habe er die möglichen Trassenvarianten zwar angesprochen, Einsprüche habe es aber nicht gegeben. Böhringer: „Wir wissen einfach noch nicht, welcher Korridor kommen wird.“

Dennoch wandte sich der Markt Regenstauf jetzt erneut mit einer Stellungnahme an den Netzbetreiber Tennet, um seine Bedenken bezüglich eines Trassenverlaufs im westlichen Gemeindegebiet klarzustellen. Im aktuellen Schreiben an Tennet begrüßt die Marktverwaltung ausdrücklich die Herausnahme der Trassenvariante entlang der Autobahn. Zu einer möglichen Trassenvariante über Steinsberg oder Eitlbrunn macht der Markt klar: Auch damit ist man nicht einverstanden.

Zwischen Reiterberg und Steinsberg, so eines der Gegenargumente, sei eine städtebauliche Entwicklung angedacht, die durch das Starkstromkabel behindert würde. Außerdem stellt die Gemeindeverwaltung infrage, ob dort ein ausreichender Sicherheitsabstand zur vorhandenen Bebauung eingehalten werden könne. Auch für Eitlbrunn, sei eine bauliche Entwicklung im Trassenbereich vorgesehen. Westlich des Baugebietes Tratäcker gebe es Grundstücksverhandlungen für ein Baugebiet. Außerdem verweist der Markt auf einen geplanten Sandabbau zwischen Bubach am Forst und Buchenlohe. Dazu liegt der Gemeinde ein Antrag auf einen Vorbescheid vor.

Ausdrücklich nennt die Einwendung das Altlastenkataster des Landkreises Regensburg. Darin, so die Argumentation, sei von zahlreichen Vertiefungen, eventuell Dolinen, im möglichen Korridor die Rede. Die ehemalige Mülldeponie am Lauber Weg, die aktuell gemäß Bundesbodenschutzgesetz detailuntersucht wird, wird ebenso als Gegenargument angeführt wie der Oberflächenwasserkanal von Brennthal zum Regen, für den der Abwasserzweckverband Regental bereits eine wasserrechtliche Genehmigung beantragt hat. Im Korridorbereich befänden sich auch eine überörtliche Gasleitung und ein Lichtwellenleiterkabel.

Wasserschutzgebiete betroffen

Da im Rahmen einer eventuellen Baumaßnahme von erheblichen Erdbewegungen ausgegangen wird, verweist der Markt besonders auf die Trinkwasserschutzgebiete für die Regenstaufer Brunnen in Buchenlohe und Eitlbrunn/Loch.

Baugrunduntersuchungen ab September

  • Proben:

    Der Süd-Ost-Link wird als Erdkabel geplant. Im Korridornetz stellen 15 Bereiche eine besondere Herausforderung dar, da dort vorhandene Infrastruktur oder Gewässer gequert werden müssten. Dort wird deshalb die Bodenbeschaffenheit untersucht, um die Eignung für den Trassenverlauf beurteilen zu können.

  • Regenstauf:

    Im Bereich der Marktgemeinde Regenstauf werden diese Untersuchungen im Bereich des Regenufers, etwa auf Höhe des Sengerdimpfels am Lauber Weg, stattfinden.

  • Zeitrahmen:

    Die Baugrunduntersuchung findet im Zeitraum vom 10. September bis 26. Oktober statt.

Bürgermeister Böhringer sagt im Gespräch mit unserem Medienhaus, dass die Marktverwaltung immer wieder im Kontakt mit Tennet stehe, um auf Änderungen reagieren zu können.

Im Zeitraum vom 10. September bis 26. Oktober führt Tennet Bodenuntersuchungen zu besonderen Stellen in den vorgesehenen Korridoren durch, dort wo Infrastruktur oder Flüsse mit dem Stromkabel gequert werden müssten. In Regenstauf werden diese Untersuchungen im Bereich des Regenufers, etwa auf Höhe des Sengerdimpfels am Lauber Weg, stattfinden.

Die formelle Öffentlichkeits- und Behördenbeteiligung wird voraussichtlich Anfang des kommenden Jahres durchgeführt. Dann wird auch der Marktrat im Rahmen der Behördenbeteiligung Stellung nehmen.

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