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Verkehr

„Einstiegslösung“ für Regensburg?

Der Heidelberger Verkehrsplaner Robert Wittek-Brix stellt am Freitag seine Stadtbahn-Überlegungen für Regensburg vor.

In Zwickau fährt die Vogtlandbahn als „Regiosprinter“ mitten durch die City. Auch hier wurden Gleise neu gebaut.
In Zwickau fährt die Vogtlandbahn als „Regiosprinter“ mitten durch die City. Auch hier wurden Gleise neu gebaut. Foto: Stadt Zwickau

Regensburg.Robert Wittek-Brix von LTE Heidelberg stellt sein Konzept für den kostengünstigen Einstieg in eine Stadtbahn Regensburg am Freitag um 18.30 Uhr im Evangelischen Bildungswerk vor. Der Vortragsabend am Ölberg ist eine weitere Veranstaltung des heuer ins Leben gerufenen „Bündnisses für einen hochwertigen ÖPNV in Regensburg“.

Wittek-Brix ist als Entwicklungsingenieur bei der privaten Verkehrsberatungs- und Betreibergesellschaft Lightrail Transit Enterprises (LTE) tätig. Sein für Regensburg angedachtes Konzept folgt dem „Nordhäuser Modell“ und bedeutet auf den Punkt gebracht: Keine neue Straßenbahn ins Umland planen, sondern die Eisenbahn in die Stadt bringen. Im Kern geht es darum, das vorhandene Bahn-Netz mit seiner kompletten Infrastruktur um eine sechs Kilometer lange Verbindung von der Isarstraße zum Hauptbahnhof zu erweitern. Damit könnten die bisher auf 300 Millionen Euro taxierten Kosten für ein Straßenbahnsystem ins Umland („Karlsruher Modell“) auf einen Bruchteil reduziert und auf der mit am höchsten belasteten Pendler-Einfallroute aus dem Norden große Effekte erzielt werden, ist Wittek-Brix überzeugt.

Auf der sechs Kilometer langen, zweigleisig geplanten Strecke zwischen dem Stadtnorden und dem Hauptbahnhof fahren bislang ausschließlich Busse. „Dort, wo jetzt Gelenkbusse fahren, können auch moderne Leichttriebwagen eingesetzt werden“, sagt Wittek-Brix.

Komme die Bahn zum Bürger, sei das wesentlich stärker am Bedarf der Nutzer orientiert als der bisher weitgehend straßenlastige ÖPNV. Die Trassenführung über Nibelungenbrücke und Eiserne Brücke sei schon weitgehend vorbereitet. „Die Stadt hat das ja schon in der richtigen Richtung auf den Weg gebracht.“

Ähnlich wie der Verkehrsclub Deutschland (VCD) schlägt auch Wittek-Brix auf dem Weg vom Walhallabahnhof bis in die Stadtmitte eine Reihe neuer Haltepunkte vor. Trotz fünf bis sechs Zwischenstopps betrage die Fahrzeit kaum 15 Minuten.

Robert Wittek-Brix rechnet vor, dass sein Konzept des erweiterten Schienennetzes für rund 60 Millionen Euro realisierbar ist. Weil das Kosten-/Nutzenverhältnis ungleich günstiger ausfalle als bei bisherigen Ansätzen, seien die Investitionen sehr wohl förderfähig. „Regensburg müsste höchstens 18 Millionen Euro selbst tragen“, heißt es in einem Planungspapier des Heidelbergers. Er setzt statt auf Oberleitungen auf ein Hybrid-Antriebssystem aus leistungsfähigen Akkus und emissionsarmen Dieselmotoren, die zugeschaltet werden können, wenn der „getankte“ Strom zur Neige geht.

Die Reaktionen der Politik auf ein derartiges Stadtbahn-Konzept und dessen Vorstellung in unserer Zeitung waren eher zurückhaltend. Die Grünen und die CSU haben sich zuletzt für ein schienengebundenes Nahverkehrssystem starkgemacht und wollen mehr Tempo machen. (nl)

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