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Ekel-Alarm in Regensburger Shisha-Bar

Nach einer Kontrolle müssen Lokalbetreiber nachrüsten: Unter anderem wurden Mundstücke nicht ordnungsgemäß gereinigt.
Von Micha Matthes

Bei einer Kontrolle wurden in vier Regensburger Shisha-Bars Mängel beim Brandschutz festgestellt. Foto: Peter Steffen/dpa

Regensburg.Nach einer Razzia in 48 Spielhallen und zehn Lokalen bzw. Diskotheken stehen vor allem die Regensburger Shisha-Bars im Fokus. Insgesamt kontrollierten die Behörden vier Lokale aus diesem Bereich. Dabei stellten sie in jeder Shisha-Bar Mängel bei der Ausstattung der Feuerlöscher fest. Neben dem fehlenden Brandschutz wurden „in einigen zusätzlich Verstöße gegen weitere Bestimmungen“ festgestellt – wie es im Polizeibericht heißt. Vor allem auf eine Gaststätte kommt nun wohl ein hohes Bußgeld zu.

Der Betreiber müsse mit einer umfassenderen Anzeige durch die Stadt wegen unerlaubten Shisha-Betriebs, einer unangemeldeten Musikveranstaltung, fehlender Notausgangs-Beschilderung, eines Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz sowie gravierender Hygienemängel rechnen. Im Detail spricht das zuständige Umweltamt davon, dass Hygienemängel in den Kühlschränken und in der Eiswürfelmaschine nachgewiesen wurden. Außerdem seien Mundstücke der angebotenen Wasserpfeifen nicht ordnungsgemäß gereinigt worden.

Bei einer Kontrolle wurden in vier Regensburger Shisha-Bars Mängel beim Brandschutz festgestellt. Foto: Patrick Lux dpa/lby

Insgesamt sei das Ergebnis der großangelegten Kontrolle aber alles andere als erschreckend, sagt Dr. Patrick Veit, Leiter des Regensburger Ordnungsamts. Man müsse nach der Art der Mängel unterscheiden. „Es gab einzelne Ausreißer.“ Ansonsten seien die Verstöße gering. Unter anderem waren in zwei Spielhallen Prüfplaketten an Geldspielautomaten ungültig, einmal wurde dort Alkohol ausgeschenkt.

Bei den Jugendschutzkontrollen wurden in den Gaststätten und Discos insgesamt drei Minderjährige herausgefiltert. Das Ergebnis sei positiv zu bewerten. Veit führt die relativ geringe Beanstandungsquote auch darauf zurück, dass das Ordnungsamt regelmäßig Kontrollen durchführt. Jedoch sei in diesem Fall „schon eine außergewöhnlich hohe Anzahl von Kontrolleuren“ im Einsatz gewesen.

Ausgänge wurden besetzt

Ungefähr 13 Kontrolleure seien vor Ort gewesen, sagt ein Mitarbeiter einer der kontrollierten Bars, der anonym bleiben möchte. Die Begutachtung habe rund 25 Minuten lang gedauert. „Das ist ganz normal abgelaufen. Alles hat funktioniert. Wir müssen nur einen weiteren Feuerlöscher und einen Kohlenmonoxid-Melder nachrüsten.“

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Mitarbeiter der Polizeiinspektion Regensburg Süd, des Hauptzollamts, des Ordnungsamts, des Umweltamts (Lebensmittelüberwachung) und des Jugendamts hatten bei der Aktion in der Nacht zum 6. Januar zusammengearbeitet – insgesamt 57 Einsatzkräfte. Wie die Behörden bei so einem Einsatz vorgehen, dazu will sich Polizeisprecher Markus Reitmeier aus einsatztaktischen Gründen nicht äußern. Nur so viel sagt er: „Der jeweilige Kräfteeinsatz hängt natürlich immer von der Größe des Objekts ab.“

Bei den Jugendschutzkontrollen in Diskotheken würden Ein- und Ausgänge besetzt, beschreibt Ordnungsamtsleiter Veit. „Dann schaut man sich die Leute an und kontrolliert stichprobenartig Ausweise. Eine komplette Räumung der jeweiligen Diskothek würde zu lange dauern.“ Die Polizei gibt in ihrem Bericht an, dass diese Kontrollen „meist in einem Rahmen von 15 bis 30 Minuten gehalten werden konnten“.

Bußgeld im dreistelligen Bereich

„Besonders gravierend ist es, wenn Notausgänge verstellt sind. Dann droht Gefahr für Leib und Leben“

Dr. Patrick Veit, Leiter des Ordnungsamts

Für die Betriebe heißt es nun nachbessern. „Nachkontrollen finden ganz klar statt“, sagt Veit. „Da sind wir dahinter.“ Die Frist hänge von der jeweiligen Art des Verstoßes ab. Bestimmte Mängel müssten sofort verbessert werden. „Besonders gravierend ist es, wenn Notausgänge verstellt sind. Dann droht Gefahr für Leib und Leben“, sagt Veit. „Diesen Fall gab es auch diesmal bei einem Betrieb.“

Andere Probleme seien im Nachgang zeitnah abzustellen. Beispielsweise muss ein Lokal die Preisgestaltung der Getränke ändern. Laut Vorschrift müsse mindestens ein alkoholfreies Getränk auf der Karte billiger als das günstigste alkoholische Getränke sein bzw. gleichviel kosten. Festgestellte Ordnungswidrigkeiten würden nun im Nachgang auch mit Bußgeldern versehen. „Vom Gesetz gibt es hier jeweils eine vorgeschriebene Spanne. Gerade im Bereich des Jugendschutzes ist ein Bußgeld im dreistelligen Bereich nicht selten“, sagt Veit.

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