MyMz
Anzeige

Schule

Eltern haben die Grenzen im Blick

Beim Übertritt nach der vierten Klasse entscheidet der Notenschnitt. Es entscheidet aber auch der Elternwille.
Von Thomas Kreissl, MZ

Aber längst nicht alle, die ans Gymnasium oder die Realschule übertreten, haben tatsächlich den erforderlichen Schnitt im Übertrittszeugnis stehen. Foto: Steffen
Aber längst nicht alle, die ans Gymnasium oder die Realschule übertreten, haben tatsächlich den erforderlichen Schnitt im Übertrittszeugnis stehen. Foto: Steffen

Regensburg.Das Zauberwort heißt Schullaufbahnempfehlung. Darauf schauen die Eltern zahlreicher Grundschüler alljährlich und haben dabei zwei magische Grenzen im Blick. Die eine liegt bei 2,33 und bezieht sich auf den Notenschnitt in den Fächern Deutsch, Mathematik sowie Heimat- und Sachkunde. Bis zu diesem Notenschnitt können Grundschüler grundsätzlich ans Gymnasium wechseln. Und dann gibt es noch die 2,66. Sie bezeichnet den Notenschnitt, bis zu dem der Wechsel auf die Realschule möglich ist.

Aber längst nicht alle, die ans Gymnasium oder die Realschule übertreten, haben tatsächlich den erforderlichen Schnitt im Übertrittszeugnis stehen. Denn inzwischen spielt auch der Elternwille beim Übertritt eine gewichtige Rolle. Das heißt, alle Grundschüler, die am Schnitt gescheitert sind, können am Gymnasium oder der Realschule an einem dreitägigen Probeunterricht teilnehmen. Der wird in den Fächern Deutsch und Mathematik gehalten und benotet. Wenn sie in diesem Unterricht mindestens einmal die Note 3 und einmal die Note 4 erreichen, haben sie es doch noch geschafft. Sollten ihre Eltern das unbedingt wollen, reicht dafür sogar eine 4 in den beiden Fächern.

Übertritt aus Mittelschule möglich

Der Übertritt ist grundsätzlich auch aus der 5. Klasse der Mittelschule in die 5. Klasse des Gymnasiums möglich. Dafür ist jedoch eine Gesamtdurchschnittsnote Jahreszeugnis von mindestens 2,0 in den Fächern Mathematik und Deutsch notwendig. Für einen Übertritt in die 5. Klasse der Realschule benötigt der Mittelschüler eine Durchschnittsnote von 2,5. Um direkt in die 6. Klasse des Gymnasiums überzutreten, ist eine Aufnahmeprüfung erforderlich. Will der Mittelschüler aus der 5. Klasse in die 6. Klasse der Realschule wechseln, braucht er dafür im Jahreszeugnis eine Durchschnittsnote von 2,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Allerdings kommen Übertritte aus der Mittelschule ans Gymnasium oder an die Realschule nur selten vor, weiß Heribert Stautner, der Leiter des Regensburger Schulamts.

Stautner bescheinigt dem Bayerischen Schulsystem grundsätzlich eine hohe Durchlässigkeit. Um die 40 verschiedene Bildungswege hat er gezählt. Dass der Weg von der Mittelschule an die Universität vielleicht nicht immer der geradlinige ist, aber durchaus möglich, macht er an den Junglehrern fest, die alljährlich im Schulamtsbezirk an den Start gehen. Insgesamt 68 hat Stautner heuer vereidigt. „Da sind jedes Jahr einige darunter, die ursprünglich einen Hauptschulabschluss hatten“, erzählt er. Der Schulamtsdirektor würde sich wünschen, dass die Eltern auf die Lehrerempfehlung großes Gewicht legen. „Das sind die Experten“, sagt er.

Online-Wegweiser im Internet

Das bayerische Staatsministerium für Bildung und Kultur, Wissenschaft und Kunst hat auf seine Homepage neben vielen grundsätzlichen Informationen zum Übertritt einen Online-Wegweiser zum Bildungssystem in Bayern gestellt. Unter der Adresse www.mein.bildungsweg.de können sich Eltern über die Möglichkeiten informieren, die das bayerische Bildungssystem derzeit bietet. Unter anderem gibt es hier eine interaktive Infografik und die Möglichkeit, sich Schritt für Schritt über den angestrebten Bildungsweg zu informieren.

Das bayerische Schulsystem im Überblick

Diese Grafik des Staatsministeriums für Bildung und Kultus gibt es einen guten Überblick:

Die Themenwoche

Dieser Text ist Teil unserer Themenwoche „Abenteuer Grundschule“. Hier geht es zu unserem Spezial.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht