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Technik

Emil fährt mit Antrieb aus Regensburg

Einer der E-Busse fährt mit einem neuen Elektroantrieb von AVL. Fahrgäste können diesen durch eine Glasscheibe beobachten.
Von Laura Lindner, MZ

Gertrud Maltz-Schwarzfischer übergibt den Schlüssel für den neuen Elektro-Bus Emil an die RVB. Foto: Lindner
Gertrud Maltz-Schwarzfischer übergibt den Schlüssel für den neuen Elektro-Bus Emil an die RVB. Foto: Lindner

Regensburg.Die Jungfernfahrt ist absolviert: Einer der fünf elektrisch betriebenen „Emil“-Busse fährt nun mit einem neu entwickelten Elektroantrieb durch die Altstadt. Das Besondere an dem grünen Flitzer: Der Antrieb wurde von AVL Software and Functions in Regensburg entwickelt. Gestern übergab Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer gemeinsam mit der Geschäftsführung der AVL und der Stadtwerke Regensburg den Schlüssel an den RVB.

Ein einmaliges Konzept

Bundesweit einmalig sei das von der AVL entwickelte, innovative Antriebskonzept des E-Busses, sagte Prof. Dr. Helmut List, Vorsitzender der AVL Geschäftsführung. Das Regensburger Unternehmen hat in Zusammenarbeit mit der Ostbayerischen Technischen Hochschule einen der fünf Emil-Busse auf ein alternatives Antriebskonzept umgebaut. Die Stadt Regensburg unterstütze das Projekt finanziell.

„Elektronische Mobilität war für die AVL von Beginn an ein großes Thema“, erklärte Dr. Georg Schwab. Die Umrüstung des Elektrobusses war somit eine willkommene Aufgabe. Das Highlight des neuen Emil ist eine Glasscheibe auf dem Boden im hinteren Teil des Busses: Von dort können die Fahrgäste direkt den Antrieb bei seiner Arbeit während der Fahrt beobachten.

Besonders stolz zeigte sich die Bürgermeisterin: „Wir haben eine der ersten elektronisch betriebenen Altstadtlinien.“ Die Anschaffung von Elektrobussen sei eine Investition in die Zukunft mit dem Ziel, den Standort Regensburg weiter zu stärken und zu zeigen, was möglich ist, sagte Maltz-Schwarzfischer.

Dass der Verkehr intelligenter, leiser und schadstoffarmer werden muss, betonte auch Manfred Koller, Geschäftsführer der Stadtwerke. „Elektromobilität muss im innerstädtischen Verkehr das Maß aller Dinge werden“, bekräftigte Koller.

Mit gutem Beispiel voran

  • Elektrobus:

    Die Luft in deutschen Großstädten muss sauberer werden. E-Busse sollen angeschafft und Dieselstinker aus dem Personennahverkehr verbannt werden.

  • Schwierigkeiten:

    Während man immer häufiger Elektro-Autos auf deutschen Straßen sieht, stockt es bei der Umrüstung auf elektronische Busse noch.Der hohe Preis und die Frage nach der Zuverlässigkeit klebt hart am Image der E-Busse. Außerdem gibt es bsher kein großes Busunternehmen, das alltagstaugliche Elektrobusse in Serie anbietet.

  • Emil:

    Regensburg will mit einem guten Beispiel vorangehen und beweisen, wie gut elektronische Mobilität funktionieren kann. Mit dem innovativen Antriebssystem von AVL soll dies gelingen. Dadurch, dass es laut der Geschäftsführung zuverlässig, effizient, leichter und noch leiser ist.

Überzeugen will die AVL dabei vor allem mit der Leistungsstärke ihres Antriebs. Der kleine Motor bringe eine große Leistung, sagte Prof. Dr. List. Dadurch könne der modifizierte Bus ebenso als Entwicklungsplattform dienen und unterstreiche die Rolle von Regensburg als Wissenschaftsstandort. Nach der Schlüsselübergabe gab es für alle Beteiligten eine Probefahrt mit dem neuen Emil.

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Der E-Bus, der die Altstadtlinie bedient, wurde mehrfach abgeschleppt. Die Stadt glaubt trotzdem an die Alltagstauglichkeit.

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