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Erneuter Spritzen-Fund im Stadtnorden

Ein Drogensüchtiger entsorgt eine Spritze im Gebüsch am Regensburger Dreifaltigkeitsberg. In der Nähe sind Spielplätze.
Von Maximiliane Fröhlich

Die Drogenvorfälle mehren sich zuletzt in Regensburg.
Die Drogenvorfälle mehren sich zuletzt in Regensburg. Foto: Felix Zahn/picture alliance/dpa

Regensburg.Die Vorfälle, die im Zusammenhang mit der Regensburger Drogenszene stehen, mehren sich in den vergangenen Tagen und Wochen. Am Dienstag, 7. Juli, fand die Polizei im Bereich des Friedhofs am Dreifaltigkeitsberg Drogenbesteck. Wie Robert Wachtveitl von der Polizeiinspektion Regensburg Nord auf Anfrage mitteilt, habe eine Spritze ohne Nadel im Gebüsch gelegen.

Die Beamten der PI Nord entsorgten die Spritze und haben den Ort seitdem im Auge. „Die Dienstgruppen wissen Bescheid und fahren vermehrt Streife“, sagt Wachtveitl. Eine besondere Warnung in der Gegend sei nicht erfolgt, auch wenn sich um den Dreifaltigkeitsberg herum mehrere Spielplätze und eine Schule befinden. Wachtveitl begründet das damit, dass die Spritze nicht unmittelbar an einem Ort gefunden wurde, an dem sich viele Menschen aufhalten. Sollte es zu weiteren Funden kommen, würde die Polizei eine Warnmeldung herausgegeben.

Mädchen verletzt sich an Spritze

Ende Juni war ein achtjähriges Mädchen im heimischen Garten in Stadtamhof in eine benutzte, weggeworfene Spritze getreten. Ein Drogensüchtiger hatte sie offenbar weggeworfen, nachdem er sich einen Schuss gesetzt hat. Robert Wachtveitl bestätigte damals: „Wir prüfen nun, ob tatsächlich Heroin in der Spritze war. Außerdem haben wir Spuren gesichert und gleichen diese mit der DNA-Datenbank ab, ob auf Grundlage dieser Spuren ein Täter ermittelt werden kann.“ Auf Nachfrage am Donnerstag teilt Wachtveitl mit, dass die Ergebnisse der Untersuchung noch ausstehen. Immer wieder haben sich in den vergangenen Wochen auch besorgte Anwohner des Grieser Spitzes an die Mittelbayerische gewandt. Einer betonte, dass der Ort inzwischen zu einem Hotspot geworden sei. Wachtveitl sind allerdings nur die beiden erwähnten Vorfälle bekannt. Von weiteren Spritzenfunden in der Gegend rund um den Grieser Spitz und im Stadtnorden wisse die Polizei nichts.

Partyszene

Stadt will Grieser Spitz nachts sperren

Die Proteste von Anwohnern zeigen Wirkung. Die Regensburger Koalition plant ein Betretungsverbot ab 22 Uhr.

An einer ganz anderen Stelle in der Stadt gab es am Mittwoch eine Schlägerei im Drogenmilieu. Ein 28-Jähriger geriet laut Polizei in der Hemauerstraße in der Nähe des Hauptbahnhofs wegen eines Rezeptes für verschreibungspflichtige Medikamente mit einem anderen Mann in Streit. Die Situation eskalierte, als der Tatverdächtige mit einem Holzstock auf sein Opfer losging.

Drogenszene weitet sich aus

Seit Jahren gilt der Regensburger Hauptbahnhof als Drogendrehscheibe der Domstadt und der Oberpfalz. Hier decken sich Suchtkranke mit Betäubungsmitteln ein. Zuletzt verlagerte sich die Szene allerdings immer mehr in Richtung Altstadt und dort vor allem in die Fürst-Anselm-Allee, den Ostpark un den Fuchsengang. Die Zahl der Drogentoten ist im Jahr 2019 erneut angestiegen. Von den 40 bekannten Fällen in der Oberpfalz entfallen allein 19 auf Regensburg. Ein Jahr zuvor waren es 16 im Stadtgebiet, zwei Jahre zuvor zwölf. Streetworker Ben Peter kennt die Zahlen und sagte der Mittelbayerischen Anfang des Jahres: „Wir haben einen Höchststand.“

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