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Entsorgung

Essensreste und Abfall werden zu Biogas

Der Müllwagen leerte am Eisernen Steg die erste Tonne. Laut Stadt halten sich Geruchsbelästigung und Schädlinge in Grenzen.
Von Daniel Steffen, MZ

Müllwerker Michael Toth hievte am Mittwoch die erste Biotonne auf den Müllwagen. Fotos: Steffen
Müllwerker Michael Toth hievte am Mittwoch die erste Biotonne auf den Müllwagen. Fotos: Steffen

Regensburg.Um Punkt 9.30 Uhr ist am Mittwoch am Standort Eiserner Steg die erste Biotonne im Stadtgebiet von Regensburg geleert worden. Mit sechs kleinen Bioabfall- Tüten war ihr Inhalt recht spärlich – und bis auf eine Plastikflasche gehörte alles darin Befindliche tatsächlich in die Biotonne. „Wir haben hier nichts gestellt“, betonte der Leiter des städtischen Umweltamts, Rudolf Gruber. Gemeinsam mit Annette Mücke, der Leiterin des Amtes für Abfallentsorgung und Straßenreinigung, begleitete er den Auftakt des neu eingeführten Bringsystems.

Dies bedeutet: Ab jetzt werden die rund 400 Tonnen, die bisher im Stadtgebiet von Regensburg aufgestellt worden sind, regelmäßig geleert. Die Leerung, so erklärte Annette Mücke, erfolge je nach Standort zwischen Dienstag und Freitag, aber mindestens einmal wöchentlich. In den kommenden Tagen werde der Rest der geplanten 900 Biotonnen an die vorgesehenen Standplätze verteilt, sagte Mücke. Das Fassungsvermögen der Tonnen beträgt 240 Liter. Damit ist die Biotonne genau so groß wie die Altpapiertonne.

Reicht eine Tonne in Siedlungen?

Ob eine Biotonne pro Aufstellort reicht, will die Stadtverwaltung in den nächsten Wochen feststellen. Konkret bezieht sie sich auf große Wohneinheiten, die von der Stadtbau und anderen Wohnbaugesellschaften verwaltet werden. Mit den jeweiligen Vermietern soll in diesen Wohngebieten ein Leerungstermin fix gemacht werden, an den übrigen Standorten werde es Mücke zufolge zunächst keine genauen Leerungstermine geben. Langfristig sieht es die Stadt vor, bis zu 2100 Standplätze für die Biotonnen zu finden, damit diese möglichst wohnungsnah, also nicht weiter als 100 Meter von den Wohneinheiten entfernt sind.

Um den Bürgern das Sammeln von Bioabfällen zu vereinfachen, verteilt das Umweltamt in den kommenden Tagen so genannte „Starterkits“. Hierbei handelt es sich um einen Sieben-Liter-Eimer mit Deckel sowie eine Rolle kompostierbarer Biokunststoffsäcke. Wie Rudolf Gruber betonte, wird lediglich eine Rolle kompostierbarer Säcke an die Haushalte verteilt. Die kompostierbaren Säcke seien im herkömmlichen Handel, wie zum Beispiel in Drogeriemärkten, erhältlich und als solche gekennzeichnet.

Wo die „Starterkits“ verteilt werden

Zunächst verteilt die Stadt die Starterkits am heutigen Donnerstag von 9 bis 12 Uhr im Rewe-Markt an der Kastenmaierstraße (beim Candis-Viertel), dann heute von 14 bis 17 Uhr am Bauernmarkt an der Altmühlstraße 1. Am 11. Oktober von 9 bis 12 Uhr händigt die Stadt die Sets auf dem Kumpfmühler Marktplatz aus. Ebenfalls am 11. Oktober sind die Kits am Rewe-Markt in der Prüfeninger Straße 133 erhältlich – und zwar im Zeitraum von 14 bis 18 Uhr. Der letzte Verteil-Termin ist am 13. Oktober von 14 bis 18 Uhr: Dann ist die Stadtverwaltung auf dem Parkplatz vor den Köwe-Einkaufszentrum vor Ort.

Wer zu keinem der genannten Termine erscheinen kann, hat auch die Möglichkeit, sich ein Starterkit in den Bürgerbüros Mitte, Nord oder Südost abzuholen. Dort liegen sie ab jetzt ebenso aus wie im Umweltamt an der Bruderwöhrdstraße 15b. Eine letzte Chance, ein Kit zu ergattern, gibt es am 12. November in der Stadt-Kantine am Minoritenweg 4, die zum „Tag der Offenen Türen“ am genannten Sonntag geöffnet hat.

Ausdrücklich bittet Gruber darum, nur biologisch abbaubare Müllbeutel zu verwenden. Der Stadt zufolge wird der Abfall zu einer Vergärungsanlage im Landkreis Kelheim gebracht. Dort werde aus dem organischen Abfall Biogas zur energetischen Nutzung hergestellt. Die Gärreste werden kompostiert und zu Erde verarbeitet. „Wenn der angelieferte Abfall mit Stoffen versetzt ist, die nicht verarbeitet werden können, entstehen durch das Aussortieren unnötige Kosten.“

Dass etwa in der Altstadt Flaschen und andere Fehlwürfe in der Biotonne landen, schließt Gruber nicht aus. „Dann werden wir reagieren müssen und die betreffenden Standorte umstellen“, sagte er. Gruber merkte an, dass sich Fehlwürfe dementsprechend durch steigende Müllgebühren bemerkbar machen. Somit appellierte er an die Verantwortung eines jeden Einzelnen. Bedenken zur Biotonne bleiben: Die Argumente dagegen reichen von einer möglichen Geruchsbelästigung über Vandalismus bis hin zu Ratten, die in den Biotonnen nach Nahrung suchen. Laut Stadt werden sich diese Probleme in Grenzen halten. So sei das Geruchs-und Schädlingsproblem bei der Biotonne „nicht größer sind als bei der Restmülltonne, in der bisher auch die Küchenabfälle gelandet sind“ – und dieses „bei einem 14-tägigen Leerungsrhythmus“. Um Fliegen nicht unnötig anzulocken, sei es wichtig, „immer den Deckel der Tonne geschlossen zu halten“. Sollte es im Einzelfall zu Problemen kommen, könnten auch in diesem Fall Biotonnen-Standorte verändert werden. „Möglich wäre auch, an einzelnen Tonnen Biofilterdeckel anzubringen, die Geruchsaustritt verhindern sollen“, teilte die städtische Pressestelle mit.

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Was in den Biomüll darf – und was nicht

  • Das darf in die Biotonne hinein:

    Verdorbene und verschimmelte Lebensmittel, verdorbene Milchprodukte, welkes und faules Gemüse, ausgepackte, abgelaufene Lebensmittel, Gemüse- und Obstschalen, Eierschalen, Küchenpapier, gekochte Fleisch- und Knochenreste, Fleisch- und Wurstreste, Kaffeefilter und Teebeutel, gekochte und ungekochte Speisereste sowie Brot- und Gebäckreste.

  • Nicht in die Biotonne gehören:

    rohes Fleisch, Windeln, Hunde- und Katzenkot, Holzasche, Zigarettenkippen, Staubsaugerbeutel, behandeltes Holz, Grüngut, Grillkohleasche, Verpackungsabfälle, Rasenschnitt und Restabfall.

  • Grünabfälle

    werden wie bisher in den Sammelstellen erfasst. Die Kompostierung im eigenen Garten ist auch künftig möglich. Weitere Fragen klärt die Abfallberatung, Telefon (0941) 507 7317. (mds)

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