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Verkehr

Etappensieg für den Radentscheid

11 300 statt 6000: Fast doppelt so viele Regensburger wie beim Ansinnen benötigt, sprechen sich für eine Verkehrswende aus.
Von Daniel Steffen

Die Initiatoren des Bürgerbegehren Radentscheid jubeln über 11 300 Unterschriften aus dem Stadtgebiet. Die Unterschriften wurden am Alten Rathaus Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übergeben. Foto: Steffen
Die Initiatoren des Bürgerbegehren Radentscheid jubeln über 11 300 Unterschriften aus dem Stadtgebiet. Die Unterschriften wurden am Alten Rathaus Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer übergeben. Foto: Steffen

Regensburg.Regensburg Sie sind beisammen: Am Mittwoch übergaben die Initiatoren des Bürgerbegehrens Radentscheid Regensburg am Alten Rathaus mehr als 11 300 Unterschriften an Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer.

Die für ein Bürgerbegehren erforderliche Anzahl von 6000 hatten die Aktivisten schon seit längerer Zeit zusammen –und so wurde ab dem 10. Oktober nicht mehr der Stift geschwungen. „Es ist wahrscheinlich das erfolgreichste Bürgerbegehren, das je in Regensburg durchgeführt wurde“, sagte Michael Achmann, der Sprecher der Bürgerinitiative, mehr als zufrieden. Zudem freut er sich über 1861 weitere Unterschriften von Nicht-Regensburgern, die das Vorhaben der Initiative begrüßen.

Achmann: Viele wünschen sich bessere Infrastruktur für Radler

Das Quorum von fünf Prozent der Wahlberechtigten wurde aus Achmanns Sicht deshalb deutlich übertroffen, weil sich sehr viele Menschen mit dem Thema Verbesserung der Radweginfrastruktur identifizieren, ist sich Achmann sicher. Die Stimmungslage sehe so aus, dass viele Regensburger gern auf das Rad umsteigen würden, dies sich aber manche nicht wegen der aktuellen Radinfrastruktur trauen. Gerade an Kreuzungen seien viele Radfahrer sehr verunsichert, was sich durch die hohe Unfallzahl in diesen Bereichen bestätige. Zudem gebe es zu wenig sichere Rad-Abstellmöglichkeiten in der Stadt, konnte Achmann aus den Meinungen der Regensburger heraushören. Am deutlichsten zeige sich das Problem am Hauptbahnhof.

Verkehr

Mehr als 150 „Zugeparkt“-Fotos gesendet

Mit der Aktion will „Radentscheid Regensburg“ auf nicht nutzbare Fuß- und Fahrradwege hinweisen. Die Liste geht an die Stadt.

Bei ihrer vorerst letzten Aktion rollte die Bürgerinitiative am Alten Rathaus erneut den „roten Radweg“ aus, um dort mit dem Lastenrad die Aktenordner mit den Unterschriften zu übergeben. Wie – nach Sicht der Aktivisten – ein beispielhaftes Radwegenetz in Regensburg aussieht, wurde anhand einer Karte, die ebenfalls der Bürgermeisterin gezeigt wurde, deutlich.

Forderung: Stadtteile untereinander sowie mit der Altstadt verbinden

Die Umsetzung solch eines Netzes ist einer der Hauptforderungen der Initiative: So sollen alle Stadtteile miteinander und mit der Altstadt verbunden werden. Achmann: „Das wichtigste Ziel des Radentscheids ist es aber, die Sicherheit der Radinfrastruktur so zu verbessern, dass alle Menschen ohne Angst auf das Fahrrad steigen und alle Ziele in Regensburg erreichen können.“

Wolfgang Bogie, ebenfalls einer der Initiatoren, fordert, dass diese Maßnahmen schnell umgesetzt werden, denn jeder durch einen Unfall verletzte Radfahrer sei einer zu viel. „Wenn wir die Bedingungen so verbessern, dass mehr Leute das Fahrrad nutzen, dann werden auch weniger Menschen ihre Strecken mit dem Pkw zurücklegen – und davon profitieren alle“, sagte Bogie.

Ziele der Initiatoren

  • Nächste Zielsetzung

    : Erklärtes Ziel der Initiative „Bürgerbegehren Radentscheid Regensburg“ ist, dass die Forderungen des Radentscheids im nächsten Stadtentwicklungsplan festgeschrieben werden.

  • Separate Radwege: Die geforderten Radfahr-Hauptrouten sollen laut Bürgerinitiative „abseits der Hauptverkehrsachsen des motorisierten Verkehrs angelegt werden“. Niemand wolle gern neben dem motorisierten Verkehr Radfahren, argumentieren die Initiatoren.

Die Bürgermeisterin zeigte sich von den vielen Unterschriften beeindruckt. Sie sagte, dass die Stadt den Weg hin zu einer Fahrradstadt unterstütze. Ferner bot Maltz-Schwarzfischer den Bürgerbegehren-Initiatoren ein „zeitnahes Gespräch zur weiteren Umsetzung“ an.

Verkehr

Radfahrer fordern sichere Fahrspur ein

Das Team von „Radentscheid Regensburg“ rollte erneut sich selbst einen roten Teppich aus – um für mehr Sicherheit zu werben.

Wie geht es weiter? Zunächst müssen die 11300 Unterschriften aus dem Stadtgebiet vom Wahlamt gezählt werden. Vier Wochen hat dann der Stadtrat Zeit, das Bürgerbegehren entweder anzunehmen oder abzulehnen. Bei Annahme erfolgen weitere Gespräche zwischen den Initiatoren und der Stadt – und im Fall einer Ablehnung würden die Regensburger voraussichtlich im Frühjahr 2020 in Form eines Bürgerentscheids über die Ansinnen des Bürgerbegehrens abstimmen.

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