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Mordfall

Fall Baumer: Verlobter festgenommen

Die Fahndung im Fall Maria Baumer könnte mit der Festnahme des 28-Jährigen ein Ende haben. Der Tatverdächtige macht bisher keine Angaben zu den Vorwürfen.

  • Festnahme im Fall Maria Baumer: Wie MZ aus Ermittlungskreisen erfuhr, steht der Verlobte im dringenden Verdacht, die 26-Jährige getötet zu haben. Der 28-Jährige Regensburger hatte seit dem Verschwinden von Maria Baumer immer wieder öffentlich an der Suche nach der vermeintlich Vermissten teilgenommen. Dazu gehörte auch ein Auftritt bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“ Screenshot: ZDF
  • Die KLJB trauert um Maria Baumer. Foto: KLJB

Regensburg. Der Fall Maria Baumer ist nach Überzeugung der Ermittlungsbehörden gelöst: Wie die Polizei am Spätnachmittag offiziell mitteilte, ist am Mittwoch ein 28-jähriger Regensburger festgenommen worden. Am Donnerstag wurde Haftbefehl gegen den jungen Mann erlassen. Er steht im dringenden Verdacht, die 26-jährige Maria Baumer aus Muschenried (Landkreis Schwandorf) getötet zu haben.Wie die MZ aus Kreisen der Ermittlungsbehörden erfuhr, handelt es sich bei dem Festgenommenen um Maria Baumers Verlobten. Der Beschuldigte hat laut gemeinsamer Pressemitteilung der Staatsanwaltschaft Regensburg und des Polizeipräsidiums Oberpfalz bislang „keine Angaben zu den Tatvorwürfen gemacht und einen anwaltlichen Beistand hinzugezogen“. Der 28-Jährige Regensburger hatte seit dem Verschwinden von Maria Baumer immer wieder öffentlich an der umfangreichen Suche nach der vermeintlich Vermissten teilgenommen. Dazu gehörte auch ein Auftritt bei der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY“. Der Mann hatte auch die Vermisstenanzeige bei der Polizei aufgegeben.

Maria Baumer war seit dem Pfingstwochenende vergangenen Jahres spurlos verschwunden. Konkrete Angaben dazu, wie Maria Baumer zu Tode kam, konnte die Polizei bislang nicht machen. Die Ermittlungen zum detaillierten Tatgeschehen und den Hintergründen der Tat dauern an. Am Donnerstag erklärte ein Polizeisprecher, dass der Fundort nochmals akribisch abgesucht worden sei. Mehrere Einheiten der Bereitschaftspolizei suchten nach Kleidungsstücken, persönlichen Gegenständen und möglichen weiteren Spuren der Toten. Auf die Frage, ob ein Profiler ein Einsatz war, sagte der Polizeisprecher: „Wir nutzen alle Möglichkeiten, die uns zur Verfügung stehen.“ Nach Maria Baumer war international und unter Einsatz aller medialen Mittel gesucht worden. Nachdem sich sämtliche vermeintlichen Hinweise als falsche Fährten erwiesen, verdichtete sich der Verdacht, die junge Frau könnte einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen sein. Auch die zehnköpfige Ermittlungsgruppe „EG Maria“ der Kripo Regensburg präzisierte laut Pressemitteilung ihre Arbeit in diese Richtung.

Es waren drei Pilzsucher aus Cham und Kelheim, die am Sonntag die sterblichen Überreste von Maria Baumer fanden. Tatima Lehmann aus Cham hatte sich mit ihrer Kelheimer Freundin und deren Mann zum Schwammerlsuchen in Bernhardswald verabredet, wie sie der MZ sagte. Es war ein spontaner Entschluss und Tatina Lehmanns Mann Klaus war zunächst wenig begeistert, als seine Frau am Vormittag losfuhr, denn das Ehepaar hatte Gäste. Gegen 15 Uhr kam Tatima Lehmann mit ihren Freunden zurück und war vollkommen erschüttert, erzählt Klaus Lehmann.

In einem Forst bei Bernhardswald war die Gruppe auf ein Skelett gestoßen und hatte die Polizei verständigt. Am Mittwoch wurde bekannt, dass die Pilzsucher die sterblichen Überreste von Maria Baumer gefunden hatten.

Die Stelle im Wald werden die drei Pilzsucher wohl nie vergessen. Es habe ausgesehen, als hätten dort Tiere gegraben. Tatima Lehmann stieß als erste auf das Skelett und rief ihre Bekannten zur Hilfe. Sie konnte den Schädel, Hüftknochen und Beinknochen erkennen. Die Pilzsucher berichten von zwei Löchern, die ihnen neben dem Skelett auffielen. Ein Spaten und eine Getränkeflasche seien in der Nähe gewesen.

Einen Tag nach der traurigen Nachricht ist die Trauer um die junge Frau aus Muschenried (Ldk. Schwandorf) groß. Die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Bayern äußerte sich bestürzt und drückte den Angehörigen ihrer Landesvorsitzenden am Donnerstag ihr tiefes Mitgefühl aus. „Wir sind alle sehr traurig über den Tod von Maria“, sagte der Landesseelsorger Richard Stefke. Er fügte hinzu: „Seit ihrem Verschwinden vor 15 Monaten hatten wir alle gehofft, dass sie leben würde. Wir werden Maria als kompetente und engagierte KLJBlerin in Erinnerung behalten, die über viele Jahre hinweg auf verschiedenen Ebenen unseres Verbandes mit viel Leidenschaft die Landjugendarbeit mitgestaltet hat. Unsere Gedanken sind jetzt bei Familie Baumer.“ Baumer war über Jahre in der KLJB aktiv von der Ortsgruppe über ihren Kreisverband Schwandorf bis zum Diözesanverband Regensburg. (op/cs/ig)

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