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Aktion

Flashmob für Flüchtlinge

Lauter Protest in Regensburg: Rund 150 Menschen demonstrierten am Samstag gegen die Migrationspolitik der EU.
Von Tino Lex

Mit Trillerpfeifen und Trommeln machten die Demonstranten ihrem Ärger Luft. Foto: Lex
Mit Trillerpfeifen und Trommeln machten die Demonstranten ihrem Ärger Luft. Foto: Lex

Regensburg.Unter dem Dach der Bewegung „Bayernbleibtbunt“ luden am Samstagnachmittag verschiedenste Organisationen, darunter auch Amnesty International Regensburg, auf den St.-Kassians-Platz und den Neupfarrplatz. Ihr Motto war: „Wir schlagen Alarm für sichere Zugangswege nach Europa“. Rund 150 Demonstranten beteiligten sich an der Aktion, deren Ziel es auch war, über Flucht und Fluchtursachen zu informieren und über Verstöße gegen die Menschenwürde aufzuklären.

Menschen auf dem Mittelmeer sterben zu lassen, um die Abschottung Europas weiter voranzubringen und politische Machtkämpfe auszutragen, sei unerträglich und spreche gegen jegliche Humanität, so die Demonstranten. Migration sei immer Teil unserer Gesellschaft gewesen. Statt die Grenzen dicht zu machen, brauche man ein offenes Europa, solidarische Städte und sichere Häfen, forderten die Teilnehmer.

Kopfschütteln über Politik

Zwischen den Info-Blöcken schlugen die mit Trillerpfeifen, Töpfen und Kochlöffeln ausgestatteten Demonstranten kräftig Alarm, um auf die aus ihrer Sicht „unhaltbaren Zustände“ aufmerksam zu machen. „Wir haben jetzt 120 Dezibel erreicht“, freute sich eine der Organisatorinnen. Wenzenbachs Bürgermeister Sebastian Koch kam auch vorbei, um die Aktion zu unterstützen: „Die Willkommenskultur von 2015 ist vorbei. Damals riefen viele Mitbürger im Rathaus an und fragten, wie sie die Flüchtlinge unterstützen könnten. Heute gibt es so etwas leider nicht mehr“, beklagte der Politiker.

„Was derzeit im Mittelmeer passiert, löst bei mir nur noch ein Kopfschütteln aus.“

Sebastian Koch, Bürgermeister von Wenzenbach

Vielmehr würden viele jetzt offen gegen die Flüchtlingspolitik ihr Gesicht zeigen. „Wir haben in Wenzenbach vielleicht rund 150 Flüchtlinge gehabt. Probleme gab es nur sehr wenige – vielleicht mit fünf oder zehn Flüchtlingen.“ Aber alle über einen Kamm zu scheren, sei nicht richtig. Und was derzeit im Mittelmeer passiere, löse bei ihm nur noch ein Kopfschütteln aus.

Unerträgliche Situation in Libyen

Anhand von erschütternden Fotos zeigten die Aktivisten auf, wie derzeit mit den Bootflüchtlingen umgegangen wird. Auf dem Boden des St.-Kassians-Platzes wurden mit gelber Kreide die Umrisse eines Flüchtlingsschlauchbootes aufgezeichnet, auf dem sich teilweise bis zu 180 Menschen drängen.

Europa dürfe nicht weiterhin hinnehmen, dass so viele Menschen im Mittelmeer ertrinken, weil niemand sie aufnehmen wolle, forderten die Demonstranten. Gerade die Situation in Lybien sei unerträglich: In Libyen sitzten Tausende Flüchtlinge und Migranten in Gefangenenlagern. Die Eskalation der Kämpfe bringe ihnen neues Leid. Es könne auch nicht angehen, dass die Menschen, die mit ihren Schiffen den havarierten Flüchtlingen zu Hilfe kommen, als Verbrecher behandelt würden.

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