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Feuerwehreinsatz

Flexarbeiten setzten Haus in Brand

Bis in die frühen Morgenstunden löschten die Feuerwehren in Regensburg die Flammen. Der Schaden beträgt eine halbe Million.
Von Jan-Lennart Loeffler

Am Donnerstagnachmittag ist in der Innenstadt eine Fassade in Brand geraten. Der Einsatz dauerte bis zum Freitagmorgen.

Regensburg.In der Regensburger Steinergasse zwischen Bismarckplatz und Haidplatz ist am späten Donnerstagnachmittag Efeu an einer Hausfassade in Brand geraten. Das Feuer hatte sich von der Fassade des Wohnhauses schnell auf den Dachstuhl des Gebäudes ausgebreitet. Bis Freitagmorgen um 4.30 Uhr dauerte der Einsatz, an dem alle Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr und alle Einheiten der Freiwilligen Feuerwehren der Stadt Regensburg beteiligt waren. Das teilte das Amt für Brand- und Katastrophenschutz am Freitag mit.

Nachdem der Brand im Dachstuhl unter Kontrolle gebracht war, mussten noch die letzten Glutnester gelöscht werden. Der Brand wurde ausgelöst durch Bauarbeiten eines 42-jährigen Mannes, das teilte das Polizeipräsidium Oberpfalz mit. Der Sachschaden liegt wohl bei einer halben Million Euro.

Die ersten Ermittlungen ergaben, dass Flexarbeiten an der Außenfassade des Gebäudes durchgeführten worden waren. Ein dort angebrachtes Metallgitter sollte durch den Einsatz eines Flexgerätes entfernt werden. Die Efeubepflanzung am Gitter fing daraufhin Feuer, welches sich in Windeseile über diese Kletterpflanze nach oben bis in den Dachstuhl ausbreitete.

Hitze und andere Herausforderungen

Der Löscheinsatz gestaltete sich sehr schwierig. Der Rauch hatte sich unter einem Blechdach ausgebreitet, das sich über eine Grundfläche von 100 Quadratmetern erstreckt. Neben dieser extrem ungünstigen baulichen Situation, kam noch dazu, dass das Gebäude lediglich von einer Seite mit der Drehleiter angefahren werden konnte.

Eine zweite Drehleiter kam zum Einsatz. Weitere Kräfte der Freiwilligen Feuerwehr wurden an die Einsatzstelle alarmiert und weitere Kettensägen und Trennschleifer, sowie der Atemschutzcontainer angefordert. Danach wurde das Blechdach Stück für Stück von innen und von außen geöffnet und der Brand im Dachstuhl bekämpft. Dabei waren teilweise fünf Trupps gleichzeitig im Innen- und Außenangriff tätig.

Gegen 22.30 Uhr waren wegen des Brands immer noch viele Einsatzkräfte vor Ort. Foto: Leonhard Sauerer
Gegen 22.30 Uhr waren wegen des Brands immer noch viele Einsatzkräfte vor Ort. Foto: Leonhard Sauerer

Die hohen Temperaturen in der Altstadt machten den teilweise unter Atemschutzausstattung vorgehenden Feuerwehrleuten die Arbeit zusätzlich schwer. Das Bayerische Rote Kreuz und der Malteser Hilfsdienst waren mit einem Dutzend Rettungswagen auf dem Haidplatz.

Es ist von einem hohen Gebäudeschaden auszugehen. Dieser wird, nach dem jetzigen Stand der Ermittlungen, auf etwa 500 000 Euro geschätzt. Das Anwesen kann derzeit nicht betreten werden. Die Bewohner wurden zwischenzeitlich anderweitig untergebracht. Statiker werden in den nächsten Tagen zur Brandörtlichkeit hinzugezogen.

Nicht nur der Personalaufwand war für die Feuerwehren hoch. Zusätzliches Material, etwa Atemschutzgeräte, stellten die Freiwilligen Feuerwehren Neutraubling und Deggendorf, Infineon und BMW sowie das THW zur Verfügung.

Sehen Sie hier ein Video mit Aufnahmen von oben:

Nachdem der Dachstuhl vollständig geöffnet war, das Feuer unter Kontrolle gebracht werden konnte und die letzten Glutnester abgelöscht waren, konnte der Einsatz in der Früh um 4.30 Uhr beendet werden.

Verletzt wurde niemand

Wie Tanja Nuß, Pressesprecherin der Polizeiinspektion Regensburg-Süd noch am Donnerstag mitteilte, wurde „glücklicherweise niemand verletzt“. Alle Bewohner konnten das betroffene Haus verlassen. Vier Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr erlitten leichte Rauchgasvergiftungen. Sie mussten sich kurzzeitig in ärztliche Behandlung begeben.

Am Abend und bis zum frühen Morgen war das Gebiet um den Brandort weiträumig abgeriegelt.

Die Fassade und der Dachstuhl eines Hauses sind in Brand geraten. Video: MZ

Neben diesem Dachstuhlbrand kamen in der Zeit von 16 Uhr bis 24 Uhr noch elf weitere Einsätze hinzu, bei denen die Einsatzkräfte von Kleinbränden, über Wohnungsöffnungen und ausgelösten Brandmeldeanalgen bis zum Gasgeruch gefordert wurden. Außerdem kam es noch am Nachmittag zu einem Wohnungsbrand in der Dr. Held-Straße, wo beim Eintreffen der Feuerwehr bereits dicker schwarzer Rauch aus dem Fenster der betroffenen Wohnung quoll und der Treppenraum verraucht war. Der Brand konnte mit einem C-Rohr unter Kontrolle gebracht werden.

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