MyMz
Anzeige

Einsatz

Fliegerbombe in zehn Minuten entschärft

Die Bombe lag im Regensburger Dörnberg-Areal direkt an den Gleisen. Doch die Unterbrechung des Bahnverkehrs dauerte nur kurz.
Von Julia Ried

Sprengmeister Tobias Oelsner mit dem unschädlich gemachten Heckzünder in der Hand und der Bombe im Wagen Fotos: Daniel Steffen
Sprengmeister Tobias Oelsner mit dem unschädlich gemachten Heckzünder in der Hand und der Bombe im Wagen Fotos: Daniel Steffen

Regensburg.Anwohner in der Asamstraße in Königswiesen hat es am Mittwoch bereits zum dritten Mal getroffen, seit die Bauarbeiten im Dörnberg-Viertel laufen: Wegen der Entschärfung einer Weltkriegsbombe mussten sie ihre Häuser verlassen. Um 21.49 Uhr gab es für sie und die Bewohner der angrenzenden Straßen Entwarnung. „Die Bombe konnte mittlerweile entschärft werden. Die Sperrungen sind aufgehoben“, meldete da die Polizei. In nur zehn Minuten hatten die Spezialisten der Kampfmittelräumung Tauber die Aufgabe erledigt.

Das gut 113 Kilo schwere Exemplar war am Nachmittag gegen 16.15 Uhr im mittleren Teil der Baustelle, direkt an den Gleisen, gefunden worden. Sie war teilweise detoniert, der Sprengstoff lag laut Sprengmeister Tobias Oelsner frei. Eine akute Gefahr ging allerdings nach Polizeiangaben von dem Weltkriegsrelikt nicht aus. Die Einsatzkräfte legten einen Sperrradius von 300 Meter fest. Da die Bombe zwischen der Kirchmeierstraße und einem Lärmschutzwall lag, war eine Evakuierung nur südlich des Fundorts nötig. Die Wand hätte im Notfall eine Explosion abfangen können.

Die Evakuierung lief ab 20 Uhr an. In Zweierteams gingen die Feuerwehrleute von Haus zu Haus. Circa 110 Menschen mussten sie aus ihren Häusern bitten. Sie verließen sie zügig, auch wenn so mancher genervt reagierte. „Werden wir etwa schon wieder evakuiert. Das gibt’s doch nicht!“, rief etwa eine Frau den Einsatzkräften entgegen. Evakuierungs-Busse für Anwohner fuhren ab der Kreuzung Bischof-Wittmann-Straße/Kirchmeierstraße zur Grundschule Königswiesen. 21 Menschen suchten in der Notunterkunft Zuflucht. Eine von ihnen war die 79-jährige Franziska Schäl, die mit zwei Nachbarinnen in die Turnhalle gekommen war. Bei den beiden vergangenen Evakuierungen sei sie bei Bekannten untergekommen, erzählte sie. Wegen der späten Stunde machte sie sich diesmal auf in die Notunterkunft. „In der Nacht kann man ja die Leute nicht belästigen.“

Bomben-Fund im Dörnberg-Viertel

Um 21.15 Uhr waren die Einsatzkräfte an den Haustüren fertig und kontrollierten noch einmal, ob das Areal frei ist, bevor der Sprengmeister ans Werk ging. Um 21.30 Uhr sperrte die Polizei die Kirchmeierstraße und die Bahnlinie Nürnberg-Regensburg. Die Entschärfung gestaltete sich laut den Experten der Kampfmittelräumung unkompliziert.

Die Notunterkunft betrieben circa 50 Helfer der Rettungsdienste. Insgesamt waren an dem Einsatz rund 150 Kräfte der Regensburger Polizei, der Bundespolizei, der Feuerwehr, des Rettungsdiensts, der Deutschen Bahn und der Rewag beteiligt.

Immer wieder werden in Regensburg Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden. So sperrten Einsatzkräfte am 8. Oktober etwa die A 3 und die B 8 zwischen Barbing und Neutraubling für die Entschärfung einer amerikanischen Fliegerbombe. Im April wurde eine Fliegerbombe im Stadtosten gesprengt. Die Explosion verursachte einen Millionenschaden.

Regensburg

Bombensprengung wirkt immer noch nach

Ein Jahr M-Plus: Ein Blindgänger verursachte im April in Regensburg einen Millionenschaden. Das hat sich seitdem getan.

Aktuelles aus der Region und der Welt gibt es über den Facebook Messenger, Telegram und Notify direkt auf das Smartphone.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht