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Bauarbeiten

Flutschutz in Steinweg nimmt Form an

Bis Sommer 2019 sollen 1800 Regensburger vor Hochwasser geschützt sein. Das Westufer des Regens wird aufgewertet.
von Daniel Steffen

Von der Protzenweiherbrücke aus kann man den Baufortschritt bei der Flutschutzmauer gut erkennen. Foto: Steffen
Von der Protzenweiherbrücke aus kann man den Baufortschritt bei der Flutschutzmauer gut erkennen. Foto: Steffen

Regensburg. Die Bauarbeiten zum Hochwasserschutz im Abschnitt L Steinweg schreiten voran. Erkennbar ist dies besonders in dem Teilbereich, der sich entlang des Europakanals von der Protzenweiherbrücke bis zur Frankenbrücke am westlichen Regenufer erstreckt. Dort baut der Freistaat Bayern derzeit eine Hochwasserschutzmauer, die die Anwohner vor einem hundertjährlichen Hochwasser (HW 100) schützen soll. Weite Teile dieser Mauer sind bereits fertig, nach Einschätzung des Wasserwirtschaftsamts wird dieser Teil der Arbeiten binnen der nächsten Wochen abgeschlossen sein. Im Anschluss daran folgen die übrigen Bereiche des Abschnittes L, die sich weiter in Richtung Norden erstrecken.

Sportplatz nimmt Wasser auf

Das nördliche Ende des Hochwasser-Schutzabschnitts ist in Höhe der Glasbläserstraße, was bedeutet, dass auch das Vereinsgelände der Sportgemeinschaft Walhalla von den Maßnahmen betroffen ist. Ähnlich wie für den Abschnitt Sallern ist vorgesehen, den vorhandenen Fußballplatz als natürliche Überschwemmungsfläche zu nutzen, so dass die Mauer hinter dem Fußballplatz verlaufen wird. Da im Abschnitt L weite Bereiche entlang des westlichen Regenufers recht hoch gelegen sind, ist dort nur an einigen Stellen eine Hochwasserschutzmauer erforderlich. Die Gesamtlänge der Hochwasserschutzmauer beläuft sich im 1,5 Kilometer langen Abschnitt L somit auf 700 Meter. 50 Zentimeter Freibord, also Wind- und Wellenschlag, sind für den Fall eines hundertjährlichen Hochwassers bereits eingerechnet, so dass keine mobilen Aufsteckelemente mehr erforderlich sind. Mobile Elemente seien lediglich im Bedarfsfall an den Stellen erforderlich, wo die Mauern für Fußgänger und Radfahrer geöffnet sind.

Lesen Sie auch: In Steinweg beginnt der Mauerbau

Zusätzlich werden im Bereich der Mauer Drainagesysteme angebracht, die dafür sorgen, dass das steigende Grundwasser wieder in den Fluss zurückgeleitet wird.

Im Zuge der Hochwasserschutzes werde auch der ufernahe Bereich neu gestaltet, teilte Projektleiter Georg Strobl vom Wasserwirtschaftsamt mit. Wie beim gegenüberliegenden Reinhausener Regenufer soll es auch auf der westlichen Seite des Flusses Naherholungsbereiche geben, die unter anderem mit Kiesflächen und Sitzsteinen ausgestaltet werden.

Aufgrund der Topographie seien diese Bereiche am Westufer kleiner als am Reinhausener Ufer, hieß es. Eine Aufwertung erfolge auch an dem Punkt, wo der Europakanal und der Regen zusammenfließen. Dort, unweit des Busparkplatzes, seien unter anderem Sitzbänke und -steine vorgesehen, damit vor Ort die Aufenthaltsqualität gesteigert wird. Ebenso sei vorgesehen, bereits gerodete Bäume durch Neuanpflanzungen zu ersetzen, sagt Georg Strobl. Während der Bereich zwischen Europakanal und Flutmauer erst im Bereich des Busparkplatzes öffentlich zugänglich sein soll, ist an der gegenüberliegenden Mauerseite ein durchgehender Fuß- und Radweg geplant, der weiter bis zum Dultplatz führt.

Das Wasserwirtschaftsamt geht davon aus, dass sämtliche Arbeiten im Hochwasser-Schutzabschnitt L bis Sommer 2019 abgeschlossen sind. Mit der Fertigstellung wären dann rund 1800 Einwohner sowie 110 ortsansässige Betriebe mit 790 Arbeitsplätzen in Steinweg vor einem hundertjährlichen Hochwasser geschützt.

Kosten: 6,8 Millionen Euro

Die Planungs- und Baukosten zusammengerechnet, beläuft sich der finanzielle Aufwand für die Maßnahme auf rund 6,8 Millionen Euro. Der Freistaat und die Stadt teilen sich diese Kosten zur Hälfte. Das Hochwasserschutz-Projekt wird mit EU-Mitteln kofinanziert.

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Der Abschnitt I

  • Baufortschritt:

    Von der Hochwasser-Schutzmauer sind rund 100 Meter bereits erstellt, insgesamt werden im Abschnitt L 700 Meter Mauer gebaut.

  • Diese Mauern

    schützen vor einem extremen Hochwasser, wie es im Schnitt alle hundert Jahre vorkommt.

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