MyMz
Anzeige

Umwelt

Formaldehyd: Sanierung am „Goethe“ beginnt

Die Deckenplatten in Turnhalle, Aula und Musiksälen werden ausgebaut. Die Stadt trägt die Kosten – vorerst.
Von Marianne Sperb, MZ

Blick in die Turnhalle des Goethe-Gymnasiums: Die Deckenplatten werden ausgetauscht. Foto: Lex

Regensburg.Am Goethe-Gymnasium beginnt die Entgiftung: Bauarbeiter bauen die Deckenplatten aus, die das gesundheitsschädliche Formaldehyd ausdünsten. In der Luft von Turnhalle, Aula und Musiksälen waren überhöhte Konzentrationen der toxischen Verbindung festgestellt worden. „Ich bin sehr froh über die Sanierung, so wie die ganze Schulfamilie“, so Schuleiter Franz Feldmeier am Montag zur MZ. Die Gymnasiasten müssen nach wie vor zum Sportunterricht in andere Hallen ausweichen, etwa ans Von-Müller-Gymnasium. Feldmeier hofft, dass die Schüler vor allem die Halle nach den Faschingsferien Ende Februar endlich nutzen können. Für die Abiturkurse wird es Anfang 2012 noch eng: Sie müssen ab 1. Februar ihr Noten-Programm durchziehen. Möglicherweise stellt die Privatschule Pindl den „Goetheanern“ eine Halle zur Verfügung.

Die Handwerker tauschen in den kommenden Wochen die belasteten Platten aus. In den Musiksälen wird außerdem die Fensterfläche, die man zum Lüften öffnen kann, vergrößert, schilderte Dagmar Obermeier von der städtischen Pressestelle am Montag. Laut Unternehmensaussage sollen die Arbeiten Ende 2011 fertig sein.

Prallwände bleiben eingebaut

Die Prallwände in der Turnhalle, die bereits ausgetauscht wurden, bleiben – obwohl sie ebenfalls Formaldehyd ausdünsten, wie ein Lehrer gegenüber der MZ kritisiert. Obermeier verweist auf Messungen des Fraunhofer Instituts für Bauphysik (IBP): Es gab die „mögliche Raumluftkonzentration“ mit 82 Mikrogramm pro Kubikmeter Feinstaub an; davon machten die Prallwände 1,4 bzw. 8 Mikrogramm aus – ein Wert, der besser ist als in Emissionsklasse 1 gefordert.

Das IBP der Fraunhofer-Gesellschaft entwickelt parallel zu den Bauarbeiten ein Lüftungskonzept für die Turnhalle; das Papier soll im Januar dem Bau- und Vergabeausschuss zur Entscheidung vorliegen. Bis zur Freimessung 2012 bleibt die Turnhalle gesperrt. Ob der Saal, wie Feldmeier hofft, Ende Februar wieder geöffnet ist, konnte Obermeier nicht zusagen. „Das müsste zu schaffen sein“, aber es gebe dafür keine Garantie.

Bei der Sanierung des Goethe-Gymnasiums waren Platten verbaut worden, die zu viel Formaldehyd ausdünsten. Schüler und Lehrer klagten über über Schwindel, Übelkeit und Kopfweh. Die Schule muss nachgerüstet werden. Wer die Schuld an dem Bau-Skandal trägt, ist nach wie vor unklar.

Stadt zahlt die Rechnung

Die rund 80 000 Euro Kosten für die Sanierung zahlt die Stadt – vorläufig. Die Verwaltung wollte nicht abwarten, bis über rechtliche Fragen entschieden ist, und übernimmt die Kosten zunächst, so Dagmar Obermeier – laut Auskunft eines juristischen Sachverständigen ohne damit Optionen bei der Klärung der Haftung zu verschenken.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht