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Wahlkampf

Freie Wähler begeistern auf der Dult

Die Spitzenkandidaten zielten während des politischen Frühschoppens im Hahn-Zelt auf ihre Nähe zum Bürger ab. Im Visier hatten sie vor allem die CSU.
Von heike Haala, MZ

  • Die Spitzenkandidaten der Freien Wähler luden am Sonntagvormittag zum politischen Frühschoppen ins Hahn-Zelt. Fotos: Haala
  • Die Bezirksvorsitzende der Freien Wähler in der Oberpfalz Tanja Schweiger mit ihrem elf Monate alten Sohn Laurenz.
  • Fraktionsvorsitzender, Landes- und Bundesvorsitzender der Freien Wähler, Hubert Aiwanger, nahm sich eine Stunde lang Zeit, um den Dultbesuchern die Anliegen seiner Partei näherzubringen.

Regensburg. Auch die Freien Wähler ließen sich auf der Regensburger Herbstdult nicht lumpen und luden für Sonntagvormittag zum politischen Frühschoppen in das Hahn-Zelt ein. Der Höhepunkt der Veranstaltung war der Redebeitrag von Hubert Aiwanger, dem Fraktionsvorsitzenden, Landes- und Bundesvorsitzenden der Freien Wähler.

Er forderte von dem zukünftigen Bayerischen Ministerpräsidenten die Bereitschaft, sich alle vier bis sechs Wochen mit den Fraktionsspitzen zusammenzusetzen und, dass er über Parteigrenzen hinweg die besten Köpfe für den Freistaat einsetzt. Ein großer Themenkomplex seiner Rede war die Energiewende, in der er eine Chance für den ländlichen Raum sieht, soweit die Bürger an den Erträgen beteiligt würden. Ob es industrielle Ansiedlungen sind oder das Bildungswesen – die Partizipation des ländlichen Raums am Fortschritt zog sich wie ein roter Faden durch die Rede Aiwangers.

Kopf an Kopf mit der SPD?

Auch die Bezirksvorsitzende der Freien Wähler in der Oberpfalz Tanja Schweiger konzentrierte sich während ihres Beitrags auf die Themen Bürgerbeteilung bei der Energiewende und Förderung des ländlichen Raums. Sie hofft bei der Landtagswahl auf ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit der SPD.

Sebastian Hopfensperger, der Direktkandidat für den Bundestag der Freien Wähler warb für sich, indem er betonte, dass seine Partei inzwischen in den Gemeinden und Städten sowie im Bayerischen Landtag bewiesen hätte, dass sie über Politiker verfüge, die ihr Handwerk von der Pieke auf gelernt hätten. Als Freier Wähler hätte er seine Wurzeln zwar in der Kommunalpolitik, seine Partei wolle nun aber auch bei Dingen mitreden, die in Berlin und Brüssel entschieden würden. Außerdem betonte Hofpensperger die Unabhängigkeit seiner Partei von Spenden und Sponsoring. Dies sei ihr Alleinstellungsmerkmal.

Ludwig Artinger, der Direktkandidat für den Landtag, befasste sich während seiner Rede mit der Regensburger Parteienlandschaft. Bei der CSU hatte er es vor allem auf Dr. Franz Rieger, den Landtags-Direktkandidaten, abgesehen. Er warf ihm vor, von einem Frieden zu säuseln, der lediglich für die Wahlurne geschlossen worden sei, nachdem sich die Mitglieder der Regensburger CSU sechs Jahre lang gestritten hätten wie die Kesselflicker. Dem OB-Kandidaten Christian Schlegl riet Artinger wegen seiner Plakatorgie unter dem Slogan „Der Beste für Regensburg“ zu mehr Demut vor dem Wähler. Die SPD kritisierte Artinger für eine Hü-Hott-Politik. Artinger verwies in diesem Zusammenhang etwa auf die Entscheidung über den Verbleib Schaidingers im Verwaltungsrat der BayernLB oder über die Bos/Fos, während derer sich die SPD nicht eindeutig entschieden hätte.

Das Zelt füllte sich allmählich

Während sich die Gäste um zehn Uhr morgens lediglich locker in der vorderen Hälfte des Bierzelts verteilten, hatten sie das Zelt am Ende der Rede Aiwangers bereits komplett in Beschlag genommen. Voll besetzt aber war es nicht. Trotzdem brandete für die Redebeiträge der Spitzenkandidaten regelmäßig der Applaus der Bierzelt-Gäste auf.

Das Politikerpaar Schweiger/Aiwanger zeigte während des Termins, dass Wahlkampf bei ihnen Familiensache ist. Eine Stunde nahm Aiwanger sich für seine Ausführungen Zeit. Den für ihn charakteristischen sonoren Bass hielt er von der ersten bis zur letzten Minute aufrecht. Auch, wenn ihm am Ende seiner Rede bereits der Schweiß von der Stirn tropfte. Schweiger reichte ihm deswegen einen Krug mit Wasser auf die Bühne.

Der heimliche Star des politischen Frühschoppens war der Sohn von Hubert Aiwanger und Tanja Schweiger. Mit einem orange-gelben Hemdchen saß der elf Monate alte Spross der beiden Politiker während der Rede Aiwangers zeitweise auf dem Schoß seiner Mutter und zeigte sich wenig beeindruckt von dem Wahlkampf-Trubel im Bierzelt. Im Gegenteil: Jedem, den Laurenz ansah, schenkte er sein Lächeln mit immerhin schon zwei stolzen Zähnchen.

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