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Urwahl

Freudenstein holt über 60 Prozent

57 Prozent der Regensburger CSU-Mitglieder stimmten ab, mehr als 60 Prozent halten Freudenstein für die beste Kandidatin.
Von Christian Eckl

Astrid Freudenstein mit ihrer wahrscheinlichen Gegenkandidatin Gertrud Maltz-Schwarzfischer beim Neujahrsempfang der Stadt. Foto: Eckl
Astrid Freudenstein mit ihrer wahrscheinlichen Gegenkandidatin Gertrud Maltz-Schwarzfischer beim Neujahrsempfang der Stadt. Foto: Eckl

Regensburg.Nach sechs Jahren hat die Regensburger CSU im März 2020 wieder eine realistische Chance, das Rathaus zu übernehmen. Die Mitglieder haben abgestimmt, mit wem sie das Rathaus erobern wollen. Das Ergebnis ist klar: Astrid Freudenstein hat mit mehr als 62 Prozent der abgegebenen Stimmen klar eine haushohe Mehrheit der CSU-Mitglieder überzeugt. Auf Dagmar Schmidl entfielen knapp 28 Prozent der abgegebenen Stimmen (133) und auf Jürgen Eberwein 48 (etwa zehn Prozent).

Die Beteiligung an der Mitgliederbefragung war bemerkenswert hoch: Von den etwa 980 CSU-Mitgliedern in Regensburg hat etwa die Hälfte, nämlich 485 Mitglieder, an der Abstimmung teilgenommen.

CSU-Politiker zeigten sich erfreut

Rechtlich gesehen ist das Votum der CSU-Mitglieder allerdings nicht bindend. Entscheidend ist das Votum der Delegierten. Und das ist nicht an das Ergebnis der Mitgliederbefragung gebunden. Doch sicher dürfte sein, dass Jürgen Eberwein nicht gegen Freudenstein in den Ring steigt, wenn Ende Juli die etwa 100 Delegierten zusammenkommen, um die OB-Kandidatin zu nominieren. Ob Dagmar Schmidl dennoch ihre Kandidatur erklärt, bleibt spannend – Schmidl ist derzeit nicht in Regensburg, sondern begleitet eine Regensburger Delegation ins belgische Antwerpen.

Auszählung am späten Abend

Bis zum Mittwoch um Mitternacht konnten die Mitglieder der Regensburger CSU noch ihre Stimme abgeben. Ehrenamtliche haben dann am Donnerstagabend ab 19.30 Uhr die Stimmen gezählt. Abgeben mussten die CSU-Mitglieder dazu eine Erklärung, dass es sich um ihre Stimme handelt sowie das Votum in einem geschlossenen Kuvert. Die CSU-Führung hatte sich in den vergangenen Wochen betont mit einer Präferenz zurückgehalten. Dem Vernehmen nach kam es bei der Kreisvorstandssitzung, in der über die Mitgliederbefragung abgestimmt werden sollte, zu einer harten Auseinandersetzung zwischen Hans Renter, der als enger Vertrauter von Dagmar Schmidl gilt, und Astrid Freudenstein. Diese hatte, geschickt für ihre Interessen agierend, die Mitglieder-Befragung angeregt. Freudenstein hat innerhalb der Regensburger CSU keine Lager, die sie mobilisieren könnte. Schmidl kann als Nachfolgerin von Renter als Vorsitzende der Christlich Sozialen Arbeitnehmerunion (CSA) auf eine bestimmte Zahl von Delegierten zurückgreifen. Im Vorfeld musste die Stadt-CSU befürchten, dass es in der Delegiertenversammlung zu einer Kampfkandidatur kommen könnte. Das ist allerdings noch nicht vom Tisch.

Delegierte wählen am 27. Juli

Denn der frühere Bürgermeister Gerhard Weber hatte in einer Vorstellungsrunde der drei Kandidaten offen gefragt, ob man im Falle einer klaren Mitglieder-Entscheidung im Falle, dass die jeweiligen Kandidaten unterliegen, auch auf eine Kandidatur verzichten würde. Dagmar Schmidl hatte ausweichend auf die Frage geantwortet. Entscheiden werden etwas 100 Delegierte, die zuvor in den Ortsverbänden, also den unterschiedlichen Stadtteil-Gliederungen der Partei, gewählt wurden. Rechtlich sind die Delegierten nur ihrem Gewissen verpflichtet, müssten sich also nicht an das Ergebnis der Mitglieder-Befragung halten. Doch als sicher gilt, dass bei einem klaren Ergebnis von über 50 Prozent für einen Kandidaten das Votum der Partei-Mitglieder nicht ausgeblendet wird. Freudenstein hat mit 62 Prozent dieses Ergebnis klar erreicht und dürfte gesetzt sein als nächste Oberbürgermeister-Kandidatin der CSU in Regensburg.

Video: MZ

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