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Verkehr

Fridays: Appell gegen Straßenausbau

Die Aktivisten protestieren gegen Großprojekte im Regensburger Norden: Vom Parkhaus bis zur Sallerner Regenbrücke.

Eine Animation aus dem Jahr 2006 zeigt, wie die Sallerner Regenbrücke aussehen könnte – falls sie je verwirklicht wird. Animation: Staatliches Bauamt
Eine Animation aus dem Jahr 2006 zeigt, wie die Sallerner Regenbrücke aussehen könnte – falls sie je verwirklicht wird. Animation: Staatliches Bauamt

Regensburg.Viele Pendler aus dem Umland und die Wirtschaft versprechen sich viel von den geplanten Investitionen in die Infrastruktur für Autofahrer im Regensburger Norden. Für die Aktivisten für Fridays for Future (FFF) ist ihre Realisierung allerdings ein Schreckensszenario, wie sie jetzt in einer Pressemitteilung darstellen. Ihren Widerstand gegen diese Projekte wollen sie an diesem Freitag bei einer weiteren Demonstration am Vormittag kundtun.

In ihrer Pressemitteilung vorab stellen sie klar, dass sie die Projekte Sallerner Stadtautobahn (vierspurige Regenbrücke), dritte Röhre im Pfaffensteiner Tunnel und das PKW-Parkhaus in Haslbach bei der Maschinenfabrik Reinhausen ablehnen. „Wenn all diese Projekte umgesetzt werden, bleiben keine Ressourcen – Arbeitskraft, Geldmittel – mehr übrig für unsere Forderungen nach der Umsetzung des Radentscheids und dem Ausbau des ÖPNV!“

Ihr flammender Appell an die Entscheidungsträger lautet: „Es ist höchste Zeit, endlich an die Zukunft zu denken. Und damit ist nicht nur ein halbes Jahr oder ein Jahr gemeint, sondern die kommenden Jahrzehnte!“

Regensburger Aktivisten: Projekte müssen auf den Prüfstand

Projekte der genannten Art müssten endlich auf den Prüfstand gestellt werden. Die Aktivisten fragen sich, warum dies nicht passiert: „Vielleicht, weil die Entscheidungsträger*innen selbst nicht dabei sein werden, wenn uns die Welt um die Ohren fliegt? Oder weil sie aus niederen Beweggründen Industrieinteressen vertreten?“

Sophia Weigert von FFF Regensburg sagt: „Ein Auto macht nicht glücklich, und ist zumindest in der Stadt heute schon nicht mehr unbedingt nötig. Das Rad tut’s genauso. Und wo das noch nicht der Fall ist, müssen wir eben die Bedingungen ändern, damit man mit dem Fahrrad endlich nicht mehr derart benachteiligt ist in der Stadt, sondern schnell und sicher ans Ziel kommt!“

Jeder Verkehrsökonom wisse, dass zusätzliche Straßen zusätzlichen Verkehr anziehen. Fridays for Future sage deshalb prinzipiell „Nein“ zur Sallerner Stadtautobahn, weiteren Parkhäusern für Autos und generell weiteren Investitionen in den motorisierten Individualverkehr und fordert stattdessen „eine sofortige Umsetzung der Inhalte des Radentscheids“, um es Bürgern zu erleichtern, das Rad zu nutzen.

Der Pfaffensteiner Tunnel ist eine der Stellen, die Unternehmer im Rahmen der kürzlich Studie der Industrie- und Handelskammer (IHK) besonders häufig angaben, als sie nach „verkehrsbedingten Engpässen“ gefragt wurden. 72 Prozent der teilnehmenden Unternehmen nannten den Pfaffensteiner Tunnel als eine Problemstelle. Ob die beiden bestehenden Röhren saniert werden oder eine dritte gebaut wird, ist derzeit Gegenstand einer Machbarkeitsstudie.

Infrastruktur

Regenbrücke: Die Stadt liefert nach

Bislang fehlende Gutachten für das Projekt in Sallern liegen nun vor. Ein Datum für den Baubeginn steht aber in den Sternen.

Die Sallerner Regenbrücke, die sich die IHK ebenfalls dringend wünscht, ist beklagt. Das Verfahren ruht zwar seit 2016, weil eine Umweltverträglichkeitsprüfung läuft. Die Kläger könnten jedoch eine Wiederaufnahme anstrengen.

Der Bau der neuen Quartiersgarage in Haslbach für 750 Autos, die vornehmlich Mitarbeiter dort ansässiger Unternehmen nutzen sollen, ist seit Mai 2018 beschlossene Sache. (rj)

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