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Umweltschutz

Fridays gegen Großprojekte im Norden

Die Aktivisten fordern, Geld in den Ausbau von ÖPNV und Radwegen zu stecken. MdB Peter Aumer reagiert in einem Offenen Brief.

Fridays for Future demonstriert am 18. Oktober in Regensburg. Die Aktivisten wollen die Frankenstraße blockieren. Foto: Kowol
Fridays for Future demonstriert am 18. Oktober in Regensburg. Die Aktivisten wollen die Frankenstraße blockieren. Foto: Kowol

Regensburg.Der Bau der dritten Röhre des Pfaffensteiner Tunnels, der Ausbau der Stadtautobahn Sallern, der Bau eines Parkhauses bei der Maschinenfabrik Reinhausen: Von den 500 angemeldeten Aktivisten von „Fridays for Future“ protestierten am Freitag laut der Polizeiinspektion Regensburg Süd und den Organisatoren rund 250 Menschen gegen die drei Projekte.

Die Großprojekte im Regensburger Norden nähmen „Geld und Arbeitskapital der Verwaltung“ in Ansprung, die für den Ausbau von ÖPNV und Radwegen fehlen, erklärt Aktivistin Malin Horstmann und zitiert: „Wer Straßen baut, der wird Verkehr ernten.“

MdB Aumer vermisst Respekt

MdB Peter Aumer, der an den Verkehrsprojekten festhält, kritisierte die Aktivisten in einem Offenen Brief und bot ihnen ein Gespräch an. „Ich vermisse den Respekt vor der Meinung vieler Bürgerinnen und Bürger“, schrieb Aumer. „Auch vermisse ich den Respekt gegenüber Arbeitnehmern, Rentern und Schülern, die durch Ihre Proteste betroffen sind.“ Aumer verwehrte sich unter anderem gegen den Vorwurf, Entscheidungsträger würden nur aus niederen Beweggründen Industrieinteressen vertreten. „Meinen Sie damit die Automobilindustrie mit ihren 31 000 Arbeitsplätzen in unserer Region und die schätzungsweise weiteren 30 000 Arbeitsplätzen in vor- oder nachgelagerten Branchen?“, schreibt Aumer an die Demonstranten gewandt. „Sind für Sie diese Arbeitsplätze niedere Beweggründe? Für mich nicht!“

Der Verkehr in der Stadt werde deutlich erhöht und die Frischluftzufuhr beeinträchtigt, erklärte hingegen Organisator Thorsten Schlecht bei der Demonstration in der Innenstadt. Außerdem steht das Klimapaket der Bundesregierung, über das die Aktivisten „lachen“, steht im Zentrum der Kritik.

„Die Maßnahmen sind ein Witz“

„Die Maßnahmen sind ein Witz“, sagt Pressesprecher Jakob Bornschlegl und ergänzt: „Die Regierung sieht uns seit einem dreiviertel Jahr zu und ergreift keine sinnvollen Maßnahmen.“

Weil diese Entwicklung „komplett in die falsche Richtung läuft“, marschierten die Aktivisten samt „mobilem Lastenrad-Soundsystem“ vom Neupfarrplatz aus los und überquerten die Steinerne Brücke, ehe „Fridays for Future“ in Stadtamhof demonstrierte. Die Parolen „Streik in der Schule, Streik im Betrieb – das ist unsere Antwort auf eure Politik“ und „Wir sind hier, wir sind laut, weil man uns die Zukunft klaut“ hallten durch die Gassen der Altstadt.

Zu den Umweltschützern reihte sich auch die 23-jährige Carina Lange, um gegen den Klimapakt, der „nicht so ambitioniert ist, wie er hätte sein können“, zu demonstrieren. Die Protzenweiherbrücke überquert, legten die Demonstranten an der Frankenstraße einen Zwischenstopp ein, um die Kundgebung abzuhalten. Die Polizei sperrte die Frankenstraße – und zwang damit Busfahrer Wenzl Krieglstein anzuhalten.

Der Busfahrer versteht den Protest zwar, kann aber nicht nachvollziehen, dass die Aktivisten die Kreuzung blockieren. „Freitagnachmittags haben wir schon genug Verkehrsstörungen. Vor dem Parlament zu demonstrieren wäre sinnvoller“, rät er. Der Zug lief nach einer zweiten Kundgebung zurück in die Altstadt und endete am Alten Rathaus.

Polizeihauptmeister Markus Reitmeier von der Polizeiinspektion Regensburg Süd stellte „massive Verkehrsstörungen fest. Die Aktivisten lieferten sich mit Verkehrsteilnehmern „vereinzelt Wortgefechte“. Die Polizei begleitete den dennoch „friedlich gebliebenen“ Demonstrationszug mit E-Autos, Segways und E-Bikes.

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