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Kundgebung

Friedlicher Protest gegen AfD

Am Domplatz wurde lautstark gegen die Rechtspopulisten demonstriert. Die Polizei sorgte für einen reibungslosen Ablauf.
Von Dr. Christian Eckl

Etwa 400 Demonstranten positionierten sich gegen die AfD am Regensburger Domplatz. Foto: Tino Lex
Etwa 400 Demonstranten positionierten sich gegen die AfD am Regensburger Domplatz. Foto: Tino Lex

Regensburg.Zu einer Konfrontation zwischen den Vertretern der Landtagsfraktion der „Alternative für Deutschland“ und den Gegendemonstranten ist es am Dienstagnachmittag nicht gekommen. Das ist vor allem der Regensburger Polizei zu verdanken. Bereits um 13.30 Uhr sperrten die Beamten, die mit zahlreichen Fahrzeugen, Einsatzkräften und Absperreinrichtungen den Domplatz absicherten, den Zugang für den Verkehr ab.

Der Werbestand für den „City Tour“-Bus musste schließen, weil sich der lange Zug für Regensburg-Besucher nicht mehr über den Domplatz schlängeln konnte. Auch Autos mussten draußen bleiben. bereits um 14.30 Uhr begann eine gegendemonstration gegen die AfD-Vertreter. Einige irritierte amerikanische Touristen versuchten sich noch den Weg in den Dom zu bahnen, sichtlich eingeschüchtert. Das Polizeiaufkommen am Domplatz sowie die zahlreichen Demonstranten verunsicherten die Touristen offenbar.

„Regensburg bleibt bunt“

Angemeldet hatte die Gegendemonstration eine „Initiative gegen Rechts“ sowie die beiden SPD-Politiker Heinrich Kielhorn und Alexander Irmisch-Hergert. Auch Regensburgs Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Scharzfischer war gekommen. „Da drüben stehen Leute, die sind aus München und von überall her nach Regensburg gekommen, um uns zu erzählen, wie wir hier leben sollen“, sagte die Bürgermeisterin in ihrer Rede. „Ich finde das ungeheuerlich. Regensburg ist und bleibt bunt und menschenfreundlich“, so die SPD-Politikerin. „Regensburg bleibt eine Stadt, in der alle ihren Platz haben, egal, welcher Nationalität, welcher Herkunft, welcher Religion und welcher sexuellen Orientierung“, so Maltz-Schwarzfischer.

Sehen Sie hier ein Video von der Versammlung auf dem Domplatz:

Lautstarker Protest wegen AfD-Infostand am Domplat

Unter den Besuchern der Veranstaltung waren auch Vertreter der Jüdischen Gemeinde: Die Vorsitzende der Gemeinde, Ilse Danziger, war ebenso gekommen wie Dorina Kuzenko, die Sozialarbeiterin der Jüdischen Gemeinde. Begleitet wurden sie von Prof. Josef Eckstein und Dieter Weber vom Verein „Neue Regensburger Synagoge“.

Mehr Bilder sehen Sie in unserer Bildergalerie:

Demonstration gegen AfD in Regensburg

Weber, der auch für die Verlegung der Stolpersteine verantwortlich zeichnet, die in Regensburg an im Dritten Reich deportierte Menschen erinnern, machte deutlich, warum er auf die Gegendemo ging: „Ich finde es wichtig, dass man Leuten, die rechtsextreme Grundeinstellungen haben, entgegentritt“, sagte Weber im Gespräch mit der Mittelbayerischen. Weber denkt, dass nicht alle AfD-Wähler oder Parteimitglieder „nationalsozialistische Grundeinstellungen haben. Aber die entscheidenden Leute in der Partei haben diese“, so der frühere Leiter des Evangelischen Bildungswerks.

Gegendemo

Breites Bündnis gegen AfD-Infostand

Am Regensburger Domplatz hält die Landtagsfraktion der AfD eine Bürgerinformation ab. Dagegen formiert sich Protest.

Während die Gegendemo lief, wurde der AfD-Stand ohnehin kaum besucht. Dabei war die Fraktionsvorsitzende im Landtag, Katrin Eber-Steiner, gekommen. „Wir wollen die Leute informieren über unsere neue Kampagne ,Sichere Städte statt sichere Häfen‘“, sagte die AfD-Politikerin. Die AfD fordere mehr Polizei, aber auch „Express-Abschiebungen“ und Ausgangssperren in den Ankerzentren. Auch die linksextreme Antifa und die Linksjugend-Solid positionierten sich. Ein Redner der vom Verfassungsschutz beobachteten Linken-Gruppe bezeichnete die AfD-Idee wörtlich als „Internierungslager“. Auf die Frage hin, ob sich Maltz-Schwarzfischer von der Antifa und der Linksjugend distanziere, sagte sie wörtlich: „Ich bin froh um jeden, der auf dieser Seite bei uns steht.“

Alle Ereigniss rund um den AfD-Infostand und die Gegendemo können Sie in unserem Newsblog nachlesen:

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