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Auftakt

Frischer Künstlerblick auf Regensburg

Das Danube Art Lab hat drei international bekannte Kunstschaffende an die Donau eingeladen. Sie stellten ihre Arbeit vor.

Der Dialog mit Künstlern aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn hilft auch Regensburgern, neue Blickwinkel auf ihre Stadt einzunehmen: (v.l.) Dušan Zahoranský, Pavla Scerankova, Regina Hellwig-Schmid, Eszter Muray, Hans Simon-Pelanda  Foto: Schmid-Fellerer
Der Dialog mit Künstlern aus Tschechien, der Slowakei und Ungarn hilft auch Regensburgern, neue Blickwinkel auf ihre Stadt einzunehmen: (v.l.) Dušan Zahoranský, Pavla Scerankova, Regina Hellwig-Schmid, Eszter Muray, Hans Simon-Pelanda Foto: Schmid-Fellerer

Regensburg.Beim Künstlergespräch der Gäste des Danube Art Lab 2019 am Mittwoch im Degginger präsentierten Eszter Muray, Pavla Scerankova und Dušan Zahoranský bereits realisierte Projekte. Besonders interessant war, gerade für Regensburger, wie die Künstler der Welterbestadt begegnen und was sie besonders interessiert.

Luther-Texte auf Fensterläden

Eszter Muray, Pavla Scerankova und Dušan Zahoranský sind Gäste des Artist in Residence-Programms der Donumenta, das sich Danube Art Lab nennt. Hier entwickeln sie Ideen für künstlerische Interventionen, die im nächsten Jahr im Stadtraum umgesetzt werden sollen. Der Dialog mit den Residenten birgt für die Regensburger überraschende Momente. „Ihr frischer unvoreingenommener Blick hilft uns, Dinge wieder zu sehen, die wir längst gar nicht mehr wahrnehmen, so selbstverständlich sind sie uns geworden“, sagt Regina Hellwig-Schmid, Gründerin und Vorsitzende des Donumenta e.V.

Die Budapesterin Eszter Muray hat in den Niederlanden und in Großbritannien studiert. Ihr war aufgefallen, wie viele Zugänge es in Regensburg zur Donau gibt. In Budapest gibt es die nicht. Ihr Blick auf Regensburg erinnere sie an ein Projekt, das sie 2015 in Budapest realisiert habe: Insula Lutherana ist das Museum der dortigen evangelischen Kirche. Das Gotteshaus war für Muray damals so neu wie Regensburg Anfang August dieses Jahres. An einer sehr belebten Straße gelegen, zog das Museum der evangelischen Kirche dennoch in der Vergangenheit nur sehr wenig Aufmerksamkeit auf sich. Das sollte sich ändern. Muray gestaltete die Fensterläden typografisch mit Texten Luthers oder anderer evangelischer Autoren, die – offen und verschlossen – auf Passanten wirkten, besonders bei Dunkelheit, wenn Licht durch die in Metall gefrästen Textpassagen fällt.

Passanten finden neue Worte

Dušan Zahoranský aus Prag ist ein Meister der Typografie im öffentlichen Raum. „Wörter in einer öffentlichen demokratischen Umgebung fördern die Diskussion“, sagt Zahoranský, der zu den bedeutendsten Künstlern Tschechiens gehört. Auf einer Art Teppichstange aus betonierten Stützen hat er Buchstaben aufgefädelt. Wer vorbeikommt, setzt sie zu neuen Worten zusammen und kommt so mit anderen ins Gespräch. Im Werk der Slowakin Pavla Scerankova spielen Industriearbeit und deren Veränderung eine große Rolle. Ein schwebender Webstuhl ist mit am Boden stehenden Spulen verbunden. Arrangiert wie in Gruppen stehende Figuren, geben diese Garnrollen das Bild von Menschen ab, die ihre Arbeit und damit einen Teil ihrer Existenz verloren haben.

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Donumenta-Gäste

  • Danube Art Lab:

    Eszter Muray aus Budapest, Pavla Scerankova aus der Slowakei und Dušan Zahoranský aus Prag sind Gäste des Artist in Residence-Programms.

  • Ideen:

    Die Drei entwickeln künstlerische Interventionen, die 2020 im Regensburger Stadtraum zu sehen sein werden. 2018 haben schon einmal Künstler hochinteressante Werke gezeigt.

Wechsel

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