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Für einen unabhängigen Journalismus gestritten

Die Ehrengäste des Abends (von links): Oberbürgermeister Hans Schaidinger, Regierungspräsidentin Brigitta Brunner und Festredner Dr. Heribert Prantl. Foto: Jädicke

Gut 250 Gäste feierten die Geburtsstunde des Regensburger Presse Clubs vor 30 Jahren. Die Gäste kamen aus der ganzen Region, aus München, Dresden und Berlin, um einen Ausblick auf den Journalismus zu wagen und sich zu erinnern an die Entstehung des Clubs. Damals sollten 28 Gründungsmitglieder sich „auf einen freien Tag weniger in der Woche und auch etwas Vereinsmeierei einstellen“, zitierte Ludwig Faust, seinen damaligen Vorgänger im Amt des Vorsitzenden, Eberhart Woll. Den Tag weniger, den jour fixe, gibt es auch heute noch und auch etwas „Vereinsgemeier“, dazu seit 1999 den Eberhard-Woll-Preis und seit 2003 ein gemeinsames Forum Deutscher Presse Clubs, dem 25 Clubs angehören.

Vor allem aber biete der Club eine umfangreiche Palette hochkarätiger Veranstaltungen, in denen Pressevertreter den „vermeintlich Großen aus Politik und Gesellschaft auf Normalgröße und auf Augenhöhe begegnen“, sagte Faust. Und das bei angenehmer Atmosphäre in den Club-Räumen oder denen des Kunst und Gewerbevereins Regensburg. Zum Jubiläum sang das Jazz-Ensemble des Music College Regensburg und Meisterkoch Rüdiger Forst tischte ein opulentes Buffet auf.

Was macht einen Presse Club, zu einem guten Presse Club? Darüber wurde Freitagabend viel gesprochen. Und neben Jubeltönen über die positive Berichterstattung und den freundlichen Umgang, gelobt von Regierungspräsidentin Brigitta Brunner, fanden auch kritische Töne ihren Weg. Für Oberbürgermeister Hans Schaidiger stellt sich das Gespräch mit der Presse offenbar mehr als Match um Lüge und Wahrheit dar. Es stünde „eins zu eins zwischen Journalist und Politiker“, meint Schaidinger.

„Die Freiheit der Presse “ aber ist, was Journalisten von Philipp Jakob Siebenpfeiffer, (1789) über Erich Schairer bis Rudolf Augstein bewegt: In einer brillanten Festrede stritt Dr. Heribert Prantl, Chef des Ressorts Innenpolitik der Süddeutschen Zeitung, für Qualität und unabhängigen Journalismus, und für das, was schließlich im Spiegel-Urteil von 1965 aktenkundig wurde: die Pressefreiheit als Ur-Grundrecht der Demokratie.

„Freie, nicht von der öffentlichen Gewalt gelenkte, keiner Zensur unterworfene Presse“ sei ein „Wesenselement des freien Staates“. Für einen solchen Satz aus dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts, so Prantl, hätten Journalisten wie Johann Georg August Wirth auf den Barrikaden gekämpft. Heute gleiche er zunehmend dem Weihnachtsschmuck einer deutschen Familie. Bei Gelegenheiten wie den Medientagen werde „der glitzernde Tand an den Baum gehängt“ – und dann wieder weggepackt.

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